Full text : Zentralblatt für das Deutsche Reich. Vierunddreißigster Jahrgang. 1906. (34)

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4.  Von  deutschen  Fischern  und  von  Mannschaften  deutscher  Schiffe  gefangene  Fische,
Robben,  Wal=  und  andere  Seetiere  sowie  die  davon  gewonnenen  Erzeugnisse.

8  41.

-.1(19)  Deutsche  Fischer  und  Mannschaften  deutscher  Schiffe  haben  die  von  ihnen  gefangenen  und
an  das  Land  gebrachten  Fische,  Robben,  Wal-  und  anderen  Seetiere  sowie  die  davon  gewonnenen
Erzeugnisse  ohne  Rücksicht  darauf,  ob  die  Seetiere  an  der  deutschen  Küste  oder  auf  See  (in  der  Küsten—--,
See=  und  Hochseefischerei)  gefangen  sind,  anzumelden.  Dabei  genügt  mündliche  und  monatliche  Anmeldung,
  und  zwar  letztere  auf  Grund  der  Schiffstagebücher  oder  nach  Anordnung  der  obersten  Landesfinanzbehörden
  einzureichender  sonstiger  Nachweise.  Die  Anmeldung  hat  nach  §  12  der  Seefischerei-Zollordnung
  und,  soweit  Frischfischtang  in  Betracht  kommt,  bei  derjenigen  Anmeldestelle  zu  erfolgen,
in  deren  Bezirk  der  letzte  Fang  des  Monats  an  das  Land  gebracht  worden  ist.  Erleichterungen  können
die  Hauptämter  an  der  Grenze  zugestehen.  Die  Anmeldung  erstreckt  sich  auf  die  Hauptarten,  die
Menge  und  den  annähernden  Wert  der  gefangenen  und  an  das  Land  gebrachten  Seetiere  sowie  der
davon  gewonnenen  Erzeugnisse.

(2)  Fischereigesellschaften  haben  die  von  ihren  Fischern  usw.  gefangenen  und  an  das  Land  gebrachten
  Seetiere  (Fangergebnisse)  sowie  die  davon  gewonnenen  Erzeugnisse,  die  nicht  zur  öffentlichen
Versteigerung  gelangen,  anzumelden.

6  (3)  Werden  die  an  das  Land  gebrachten  Seetiere  sowie  die  davon  gewonnenen  Erzeugnisse
öffentlich  versteigert,  so  haben  an  Stelle  der  deutschen  Fischer  oder  der  Fischereigesellschaften  die  vereidigten
  Versteigerer  (Auktionatoren,  Verkäufer)  die  Anmeldung  vorzunehmen.

(4)  Das  Nähere  über  die  Art  der  Anmeldung  sowie  über  die  zur  Anwendung  gelangenden
Vordrucke,  die  den  Beteiligten  vom  Statistischen  Amte  kostenfrei  zu  liefern  sind,  wird  das  Kaiserliche
Statistische  Amt  nach  Einvernehmen  mit  den  beteiligten  Kreisen  festsetzen.

VI.  Prüfung  der  Anmeldescheine.

8  42.
Prüfung  durch  die  Warenführer.

(1)  Die  öffentlichen  Beförderungsanstalten  und  diejenigen  Personen,  die  Waren  gewerbsmäßig
befördern,  sind  verpflichtet,  die  Anmeldescheine  oder  Verzeichnisse  der  Spediteure  bei  der  Entgegennahme
von  den  Versendern  oder  Absendern  zum  Nachweise  der  erfolgten  Prüfung  zu  unterschreiben  oder  mit
dem  Abfertigungsstempel  zu  versehen  (§  47).  Dabei  ist  der  Inhalt  der  Anmeldescheine  mit  demjenigen
der  Frachtbriefe  oder  sonstiger  der  Sendung  beigegebenen  Papiere  zu  vergleichen;  außerdem  ist  zu
prüfen,  ob  der  Anmeldeschein  formell  den  erteilten  Vorschriften  entspricht.  Wenn  der  Anmeldeschein
dem  Frachtbrief  oder  anderen  über  die  Ware  ausgestellten  Papieren  in  den  Angaben  über  Gattung
und  Menge  nicht  widerspricht,  so  ist  damit  die  Forderung  des  §  6  Abs.  1  des  Gesetzes  hinsichtlich  der
Ubereinstimmung  zwischen  beiden  erfüllt.  Die  Doppel  der  Zollinhaltserklärungen  brauchen  von  den
Postanstalten  nicht  unterschrieben  oder  abgestempelt  zu  werden.  Eine  Ubereinstimmung  der  Angaben
in  den  Doppeln  mit  den  für  das  Ausland  bestimmten  Zollinhaltserklärungen  ist  nicht  notwendig,  einer
Vergleichung  bedarf  es  daher  nicht.

1.  (2)  Im  Falle  der  Versendung  von  Waren  in  Sammelladungen  (Anlage  13,  Erläuterung  1)
uaist  insbesondere  zu  prüfen,  ob  alle  zu  einer  Sammelladung  gehörigen  Ausfuhranmeldescheine  der  Auftraggeber
  des  Spediteurs  dem  Verzeichnisse  beigefügt  sind.

(3)  Unvollständige  oder  als  unrichtig  befundene  Angaben  in  den  Anmeldescheinen  hat  der
Warenführer  vor  der  Beförderung  der  Waren  ergänzen  oder  berichtigen,  auf  unrichtige  Vordrucke  geschriebene
  Anmeldungen  durch  neue  Scheine  ersetzen  zu  lassen  sowie  zu  wenig  entrichtete  statistische
Gebühr  durch  Beifügung  der  Stempelmarken  auszugleichen.  In  dringenden  Fällen,  insbesondere  bei
Gefahr  der  Versäumung  der  Beförderungsgelegenheit,  kann  die  Ware  vor  Eingang  des  berichtigten
oder  vervollständigten  oder  neu  ausgefertigten  Anmeldescheins  abgesandt  werden.