Oberstrichterliche Entscheldungen. 21
neten Wege erworbene Vermögen als Errungenschaft
gemeinschaftliches Gut beider Eheleute geworden sei, das
als Eingebrachtes nicht angesehen werden könne und für
welches die Receptizguteigenschaft als vereinbart nicht
anzunehmen sei. Zur näheren Begründung dessen wird
angeführt, ein Theil des betreffenden Arbeitsverdienstes
der Beklagten werde von derselben aus Arbeiten für
Studentencorps abgeleitet. Da nun der Ehemann der
Beklagten damals zugleich Corpsdiener gewesen sei, so
sei dieser Theil des Verdienstes jedenfalls aus gemeinschaftlichem
Fleiße und Mitwirkung errungen worden
und gehöre danach als Errungenschaft den beiden Eheleuten
gemeinschaftlich; aber auch das von der Beklagten
durch Waschen Erworbene sei als gemeinschaftliches Ehevermögen
zu betrachten, indem sie nicht etwa ein selbständiges
Wäschegeschäft ausgeübt, sondern lediglich durch
ihren Verdienst zur Bestreitung der Haushaltskosten beigetragen
habe.
Das Berufungsgericht hat sich dieser Ansicht nur
theilweise angeschlossen. Dasselbe erachtet nämlich nur
Dasjenige, was die Beklagte an Vermögen in gemeinschaftlicher
Thätigkeit mit ihrem Ehemanne erwarb,
als nicht zum Receptizgut, sondern zur Errungenschaft
gehörig, während der selbständige Arbeitsverdienst, den
die Beklagte sich erworben und aufgespart habe, immerhin
die Eigenschaft eines Receptizvermögens habe erlangen
können, wobei auch ein gegentheiliges Argument
nicht aus Thl. I Cap. 6 § 20 Bayer. LR. herzuleiten
sei, weil der selbständige Arbeitsverdienst der Ehefrau zu
dem von derselben ohne Zuthun des Mannes Erworbenen
gezählt werden müsse. Gleichwohl gelangt aber die Vorinstanz
zu dem Ergebnisse, daß die von der Beklagten
versuchte Construction eines von ihr aus dem Receptizgute
ihrem Manne gegebenen Darlehens durchaus verfehlt
sei und zwar deshalb, weil Anhaltspuncte für eine
Ausscheidung der möglicher Weise als Receptizgut der