Metadaten : Beschreibung des Oberamts Gmünd

104  V.8.A.  c.  Viehzudt.

Dur  Ortöbürger,  weldde  die  Karren  anfchaffen  und  gegen  Güterges
nuß  und  Geldbeiträge  von  Seiten  der  Gemeinde  unterhalten,  in
Herlitofen,  Heubadh,  Iggingen,  Muthlangen,  Weiler  und  Winzingen
werden  die  Zuähtitiere  von  der  Gemeinde  angeihafft  und  von  Orts«-Bürgern
  gegen  Gemeindeentjhädigung  unterhalten.  In  Gmünd  jhafft
die  Holpitalverwaltung  die  Karren  am  und  unterhält  fie,  und  in
Neichenbach  werden  die  auf  dem  Schloßgut  Ramdberg  und  Birkhof
aufgeftellten  Barren  benügt.

Der  Handel  mit  Vieh  ift  nicht  bedeutend  und  beichräntt  fich
hauptfächlih  auf  benachbarte  Märkte,  wo  Sungvich,  Kühe  und  Ochfen
abgefegt  werden;  Gmünd  treibt  Iebhaften  Handel  nah  Stuttgart,
Mannheim  und  Straßburg,  in  Mögglingen  tft  der  Handel  auf  den
Ortsmärkten  von  Bedeutung,  von  Ober-Bettringen  und  Ober-Böhingen
  wird  ftarf  auf  benachbarten  Märkten  gehandelt.  Der  Mildvertauf
  theild  in  Die  Oberamtöftadt,  theild  an  die  in  mehreren  Orten
beftehenden  SKtäfereien  tft  beträchtlih  und  fichert  mancher  Gemeinde
eine  erkledliche  Einnahme;  jo  verkauft  z.B.  Muthlangen  jährlich  für
etwa  2000  fl.  und  Ober-Bettringen  für  3000  fl.  Mild  nad  Gmünd,
Mögglingen  fest  Milh  nah  Stuttgart  und  Walen  ab.  Küfereien
beftehen  in  Bargau  3,  in  Göggingen  3,  eine  bebeutende  in  Serli-Tofen,
  in  Heubadd  2,  in  Lautern  2,  in  Ober:Böbingen  2,  in  Leinze,
  Linda,  Mögglingen,  Ober-Bettringen,  Rechberg,  Reichenbach,
Weiler  und  Winzingen  je  eine,

Die  Shafzudt  ift  beträchtlich  und  wird  theil8  von  Privaten,
  theild  von  DOrtd=  oder  fremden  Schäfern,  welche  Die  Schafmeiden
in  Pacht  nehmen,  eifrig  getrieben.  Die  Einnahme  aus  dem  Schafweidepacdht
  und  Der  Pferönugung  fichern  den  meiften  Gemeinden  eine
namhafte  Rente  und  erhalten  hbauptfächlich  Die  Schäfereien,  während
man  von  Seiten  der  Privaten  wegen  der  fchählichen  Lebergriffe  der
Schäfer  nit  felten  Die  Abjchaffung  Derfelben  wünfdt.  Die  meiften
Schafe  laufen  auf  den  Markungen  Gmünd,  Degenfeld,  Göggingen,
-Henbad,  Lautern,  Reichenbah,  Unter  Böbingen  und  Walpftetten.
Am  häufigften  hält  man  eine  Baftarbrace  (deutfhe  und  fpanifche  ge-Freuzt),
  auch  reine  fpanifche  und  reine  deutiche  Schafe  werben  theilmeife
  noch  gehalten  und  die  gräfliche  Gutöverwaltung  in  Ramöberg
unterhält  1200  Stüde  feine  Merinofchafe.  Die  Wolle  wird  meift
auf  inländifhen  Wollmärkten  abgefeßt  und  der  Abftoß  der  Schafe
und  ded  Bettvichd  gejchieht  Hauptfühli  nah  Brankreih.  Der  Bes
zirt  bejaß  im  Jahr  1868:  7220  fpanifche,  8862  Baftard-  und  549
Landfchafe,  zufammen  16,681  Stüde  In  VBergleifung  mit  den
übrigen  Oberämtern  nimmt  Der  Bezirt  nad  der  Zählung  vom
2.  Januar  1865  Hinfichtlih  der  jpanifchen  Schafe  die  3.,  der  Baflarde
  Die  10.  und  der  Landfchafe  die  30.  Stelle,  hinfichtlih  ver
-  Schafe  überhaupt  die  11.  Stelle  ein.