Metadata : Blätter für Rechtsanwendung. XXVIII. Band. (28)

Untuthtigkrit  der  Zeugen.  Mechtskraft.  399

sicherere  Befriedigung  als  im  entgegengesetzten  Falle
zu  gewärtigen  habe.

Die  hiemit  kund  gegebene  Betheiligung  des  C.
erachtete  das  Gericht  erster  Instanz,  wie  schon  früher,
zur  Begründung  der  Untüchtigkeit  des  Zeugen  für  hinlänglich,
  nicht  aber  auch  das  Gericht  zweiter  Instanz,
  welches  vielmehr  an  der  Ausicht  festhielt,
daß  der  Zeuge  C.  durch  seine  Depositionen  in  gegenwärtiger
  Streitsache  sich  durchaus  keinen  Vortheil
  verschaffen  könne,  indem  seinen  dermaligen
Anugaben  in  einem  etwaigen  Prozesse  gegen  den  Delegaten
  B.,  falls  es  sich  um  dessen  Zahlung  handelt,
eine  andere  rechtliche  Wirkung,  als  die  bloßer  Behauptungen,
  nicht  zukomme.  ,

Der  oberste  Gerichtshof  billigte  jedoch  den  erstrichterlichen
  Ausspruch,  und  führte  hierüber  in  den
Entscheidungsgründen  an:

Nach  der  eigenen  Erklärung  des  Zeugen  C.
geht  ihm  aus  gegenwärtigem  Prozesse  allerdings  ein
Vorthril  oder  Nachtheil  zu,  und  diese  Betheiligung
stellt  sich  nicht  blos  als  eine  eventuelle  und  indirekte,
  sondern  als  eine  unmittelbare  dar,  da  die
Sirinzung  des  Exzeptionsbeweises  des  Beklagten
ofort  zur  rechtlichen  Folge  hat,  daß  der  Delegatar  C.
nicht  nur  vor  dem  Kläger  A.,  sondern  auch  aus
den  weit  sichereren  Mitteln  des  Beklagten  B.  seiue
Befriedigung  hoffen  darf.

Es  waltet  daher  zwischen  dem  Kläger  A.  und
dem  Delegatar  C.  eine  solche  causa  communis
vor,  daß  sie  geeignet  erscheint,  gemäß  GO.  Kap.  XIV
§.  11  Nr.  4  (Seuffert's  Kommentar  Bd.  III
S.  477  Aufl.  II)  sogar  gegen  Dritte  den  Eintritt
der  Rechtskraft  zu  bewirken,  und  zwar  hier  um  so
mehr,  weil  der  Delegatar  C.  vom  gegenwärtigen
Prozesse  gute  Wissenschaft  hatte,  und  ungeachtet  der
Vorschrift  der  GO.  a.  a.  O.  unterließ,  zu  interveniren
  und  seine  Rechte  zu  wahren.