Untuthtigkrit der Zeugen. Mechtskraft. 399
sicherere Befriedigung als im entgegengesetzten Falle
zu gewärtigen habe.
Die hiemit kund gegebene Betheiligung des C.
erachtete das Gericht erster Instanz, wie schon früher,
zur Begründung der Untüchtigkeit des Zeugen für hinlänglich,
nicht aber auch das Gericht zweiter Instanz,
welches vielmehr an der Ausicht festhielt,
daß der Zeuge C. durch seine Depositionen in gegenwärtiger
Streitsache sich durchaus keinen Vortheil
verschaffen könne, indem seinen dermaligen
Anugaben in einem etwaigen Prozesse gegen den Delegaten
B., falls es sich um dessen Zahlung handelt,
eine andere rechtliche Wirkung, als die bloßer Behauptungen,
nicht zukomme. ,
Der oberste Gerichtshof billigte jedoch den erstrichterlichen
Ausspruch, und führte hierüber in den
Entscheidungsgründen an:
Nach der eigenen Erklärung des Zeugen C.
geht ihm aus gegenwärtigem Prozesse allerdings ein
Vorthril oder Nachtheil zu, und diese Betheiligung
stellt sich nicht blos als eine eventuelle und indirekte,
sondern als eine unmittelbare dar, da die
Sirinzung des Exzeptionsbeweises des Beklagten
ofort zur rechtlichen Folge hat, daß der Delegatar C.
nicht nur vor dem Kläger A., sondern auch aus
den weit sichereren Mitteln des Beklagten B. seiue
Befriedigung hoffen darf.
Es waltet daher zwischen dem Kläger A. und
dem Delegatar C. eine solche causa communis
vor, daß sie geeignet erscheint, gemäß GO. Kap. XIV
§. 11 Nr. 4 (Seuffert's Kommentar Bd. III
S. 477 Aufl. II) sogar gegen Dritte den Eintritt
der Rechtskraft zu bewirken, und zwar hier um so
mehr, weil der Delegatar C. vom gegenwärtigen
Prozesse gute Wissenschaft hatte, und ungeachtet der
Vorschrift der GO. a. a. O. unterließ, zu interveniren
und seine Rechte zu wahren.