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Geldvorräte der Kassen seiner Verwaltung über Stettin nach Königsberg schaffen,
mit deren Hilfe allein die Fortsetzung des Krieges möglich ward. «3s
„Ruhe ist die erste Bürgerpflicht.“ Wie diese erste Bürgerpflicht aufzufassen
sei, dies erklärte Fürst Hatzfeldt in einer neuen Bekanntmachung
(19. Oktober), in welcher es u. a. heißt:
„Ich verbiete alles Zusammenlaufen, Schreien auf den Straßen, alles
öffentliche Teilnehmen an den so verschiedentlich einlaufenden Kriegsgerüchten;
denn ruhige Fassung ist dermalen unser Los; unsere Aussichten müssen sich
nicht über dasjenige entfernen, was in unsern Mauern vorgeht; dieses ist unser
einziges höhere Interesse, mit welchem wir uns beschäftigen müssen.“
Wohl gab es in der Bevölkerung Berlins — zu ihrer Ehre mag es gesagt
sein — noch viele, die anders dachten. Junge Leute meldeten sich zur
Bildung einer Freischar oder zum Eintritt in das Heer, indessen das paßte
nicht zu den Staatsanschauungen des Gouvernements über die erste Bürgerpflicht.
Dasselbe ließ vielmehr die alte Bürgergarde zusammentrommeln, aber
nicht zum Schutze gegen die Franzosen, sondern zur Unterstützung der Zolleinnehmer
an den Thoren, zur Untersuchung der einpassierenden Wagen nach
stenerbaren Gegenständen. So geschah es denn, als der Offizier der Ronde
einen Posten der Bürgergarde in seinem Schilderhause schlafend fand und den
Erwachenden mit harten Worten zur Rede stellte wegen dieser Pflichtverletzung,
daß er von dem gemütlichen Berliner die Antwort erhielt: „Ruhe ist die erste
Bürgerpflicht; ick gehorche!“ —
So blieb denn auch alles ruhig, als am 24. Oktober die Franzosen wirklich
ankamen, zunächst nur der Vortrab, aus Husaren, Jägern zu Pferde und
etwas reitender Artillerie bestehend. Am 25. Oktober rückte das Corps des
Marschalls Davoust in Berlin ein, welchem dieser Vorzug vom Kaiser ausdrücklich
als Belohnung für seinen Sieg bei Anerstädt zuerkannt worden war.
Ein Teil des Corps blieb als Besatzung in der Stadt, der andere Teil marschierte
nur durch und bezog anderthalb Stunden jenseits derselben an der
Straße nach Küstrin ein Hüttenlager.
Die Berliner waren verwundert über das Aussehen der französischen
Truppen. Von glänzenden Uniformen war da nicht viel zu sehen, die Krieger
in ihren grauen Mänteln, mit ihren über das wilde Haar gestürzten verbogenen
Hüten, an denen ein alter Löffel steckte, sahen lange nicht so prächtig
aus wie die preußischen Paradesoldaten, an deren Anblick man gewöhnt war.
So hatte man sich die Sieger von Auerstädt und Jena nicht vorgestellt.
Am Abend glich die Stadt einem großen Heerlager. Im Lustgarten und
auf dem Schloßplatze hatten die kaiserlichen Garden bei hellleuchtenden Wacht-