Neue Angriffsvorbereitungen im April und Mai.
Eine strategische Neuordnung wurde notwendig. Es galt vor allem
die Vorhand zu wahren. Oie Zeit drängte, denn das Wlrksamwerden
beträchtlicher amerikanischer Kräfte war in Rürze zu erwarten. Die
O. Z. U. war sich vollkommen klar, daß von dem Augenblick an, wo
die Inltiatlve auf den Gegner überging, der TKrieg nicht mehr zu gewinnen
sein würde. Sie bielt auch jetzt noch an dem Gedanken fest, das englische
Geer in erster Linie zu vernichten. Zu diesem Zweck plante sie die Fortsetzung
der Operationen in Flandern. Indessen standen dort zur zeit so
starke Reserven, besonders auch französische, daß es geboten schien,
zunächst durch einen Ablenkungsangriff an anderer Stelle die feindliche
Front in Flandern zu schwächen. Die Wahl siel auf dle fransösische
Front gegenüber meiner Zeeresgruppe, und zwar auf einen von schwachen,
großentells abgekämpften Truppen besetzten Abschnitt, die im Vorjahr
belß umstrittene Stellung am Chemin des Dames. Das Moment der
Uberraschung mußte dem durch den 21. März gewitzigten Gegner gegenüber
noch sorgfältiger gewahrt werden. Es war daher nicht zu umgehen,
die durch die Märzoffensiwe geschaffene gespannte Lage der 18. Armee in
aller Schärfe bestehen zu lassen. Nur dadurch blieb dort die felndliche Aufmerksamkelt
gefesselt. Der neue Angriff mußte so weit von dem setzigen
Brennpunkt entfernt angesetzt werden, als es sein Zusammenhang mit künftigen
Operationsabsichten auf der Abschlußfront der Märzschlacht gestattete.
So relfte der Hlan eines gemeinsamen Angriffe der 7. und 1. Armee
zwischen Soissons und Reims heran. Das lUgoner Bergland bot
besonders günstige Dorbedingungen zur Oerschleierung der Angriffsvorbereitungen.
Die durch Matur und Zunst starke Themin des Damee-Stellung
mußte dem Gegner als unwahrscheinliche Angriffsfront erscheinen.
Mein Thef und ich waren der Ansicht, daß es das richtigste sei, mit starken
Flügeln anzugreifen, den rechten Flügel der 7. Armee an der Oise entlang
vorgehen zu lassen, um sicher den Unterlauf der Aisne und wenn möglich den
Wald von Compieègne zu erreichen und auf dem anderen Flügel Reims und
das Reimser Bergland in Besitz zu nehmen. Dieser Hlan hätte allerdings
einen wesentlichen Zzuschuß an Truppen und Material bedingt, wozu sich
die O. Z. K. im Zinblick auf den in IFlandern geplanten Sauptschlag
nicht verstehen wollte.
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