A. Sicherheitspolizei. 88 51, 52. 227
Landesbehörde zur Auflösung einer Genossenschaft nach § 79;
Strafbarkeit der Vorstände bei Erörterung öffentlicher, unter
das Vereinsrecht fallender Angelegenheiten nach § 143); 9. 62
RGes. betr. die Gesellschaften mit beschränkter Haftung vom
20. April 1892 (Auflösungsbefugnis bei Gefährdung des Gemeinwohls
durch gesetzwidrige Beschlüsse); 10. Reichsgesetz vom
11. Dezember 1899 betr. das Vereinswesen, Röl. S. 699,
welches das Verbot des Inverbindungtretens inländischer politischer
Vereine beseitigt. Weiter hält das Einführungsgesetz zum Stf G.
vom 31. Mai 1870 (§2 Abs. 2) die landesgesetzlichen Bestimmungen
über Mißbrauch des Vereinsrechts aufrecht, womit auch § 6
Abs. 2 des Einführungsgesetzes zur Strafprozeßordnung vom
1. Februar 1877 übereinstimmt. Für Preußen sind deshalb
die Bestimmungen der Art. 29 und 30 der Verfurk. vom
31. Januar 1850, GS. S. 17, und die Verordnung über die
Verhütung eines die gesetzliche Freiheit und Ordnung gefährdenden
Mißbrauchs des Vereins- und Versammlungsrechts vom
11. März 18501) noch gegenwärtig maßgebend.
Die privatrechtliche Stellung der Vereine behandeln die
&# 21 bis 79 BGB.
Die Berfassungsmäßigkeit des Vereinsgesetzes hat der
Verwaltungsrichter nicht zu prüfen.2)
§ 62.
Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches über Vereine.
Das Bürgerliche Gesetzbuch unterscheidet zwischen „rechtsfähigen“
und nicht „rechtsfähigen“" Vereinen. Die Rechtsfähigkeit
besteht darin, daß der Verein Rechte erwerben, Verträge
schließen, vor Gericht klagen und verklagt werden kann, d. h. als
juristische Person der physischen Person im Leben und vor dem
Gesetze gleich steht. Je nach dem Zweck, den der Verein versolgt,
sind die Voraussetzungen für die Erlangung der Rechtsfähigkeit
verschieden. Vereine mit sog. idealen (gemeinnützigen,
wohltätigen, geselligen, wissenschaftlichen, künstlerischen, politischen
Hier dürfte auch der dem Reichstage 2) Erkenntnis d. Oberverwaltungsvorgelegte
Enkwurf betr. die Berufs- erichts vom 12. Februar 1904, Entsch.
vereine zu erwähnen sein. 434, v. Kptz Rspr. 3. Erg. Bd. 540.
1) GS. S. 227.
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