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Grafschaft schon 1517 gekauft.“) Ueber 110 Jahre lang war
sie schon bei Bayern, da Kurfuͤrst Marimilian I. für alle
seine Grasschaften und Herrschaften und also auch für die
Grasschaft Hals privilegirt wurde. Und doch 1786 ein ganz
neues, bisher (vermeintlich) noch nicht besessenes, unbegrenztes
Privilegium de non appellando für diese Grasschaft.
Ich will sie nicht alle ausführen, die vielen weiteren Unbegreiflichkeiten,
die dieses neue Privilegium enthält, denn
viellcicht liegt doch wohl noch irgendwo die unerwartetste Aufklärung.
Stürde nicht der gelehrte Freiherr von Kreittmapr
an der Spitze des bayerischen Ministeriums, ich würde
geradezu auf einen stattlichen, so nun für alle Nachwelt beurkundeten,
historisch-publicistischen Fehler des bayerischen Ministeriums
hinweisen; doch wer kann so frech sepn, die bayerische
Geschichte und das bayerische Staatsrecht in einem kleinen
Städtchen an der Leine besser wissen zu wollen, als Minister
und Räthe zu München wußten.
Man mochte vielleicht auf rinen Schreib= und Gedäcetnißfehler
der Reichskanzlei rathen, wenn es nicht so deurlich
waͤre, daß Kurfürst Karl Theodor um ein Privilegium
für Mindelheim, Schwabeck, Hohenschwangau,
Hals und Haag gebeten habe. Und wer kann denn auch
mit Wahrscheinlichkeit einen so breiten und so langen
Schreib= und Gedächtnißfehler der Reichskanzlei annehmen?
Die Reichskanzlei verließ sich wohl daraus, daß sie zu
Müuchen wissen würden, was ihnen fehle oder nicht
fehle. Wer die Taren und Gebähren einzunehmen hat,
fragt selten vorher erst noch nach, ob nicht noch einmal bezahlt
werde, was schon einmal bezahlt worden. Aber in
München!
) 1. c. S. 88.