Metadata : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1875. (52)

1.

UIugendzeit
und  Tehrjahre.

  
 
 

as  schönste  Geschen,  das  eine  gütige
Voorsehung  einem  begabten  Manne,

·  vor  allem  aber  einem  hervorragenden
Fürsen  als  Morgengabe  in  die  Wiege  legen  kann,  ist  das,
daß  es  ihn  an  der  Wende  einer  neuen  Zeit  geboren  und
mit  dieser  groß  werden  läßt,  daß  es  ihn  in  seinem  Werdegange
  immer  an  die  Punkte  wirkend  und  einflußreich  stellt,
wo  die  Hauptereignisse  des  neuen  Zeitalters  ihre  Entscheidung
  finden.  Ein  Fürst,  dem  es  auf  diese  Weise  vom
Schicksale  vergönnt  worden  ist,  gemeinsam  mit  seinem  Volke,
in  gleichem  Schritte  mit  den  Wünschen  und  Zielen  einer
Nation,  sich  schaffensfreudig  zu  entwickeln,  verwächst  naturgemäß
  mit  den  Herzen  seiner  Unterthanen,  die  in  seiner
Lebensgeschichte  ihre  eigene  Geschichte  wiedergespiegelt  sehen.
So  geht  es  dem  sächsischen  Volke  mit  seinem  Könige  Albert.
Zu  einer  Zeit  geboren,  in  der  sich  die  deutschen  Staaten
noch  meist  in  ein  partikulares  Stillleben  einspannen,  hat
König  Albert  das  Emporwachsen  der  deutschen  Stämme  zu
höheren  Zielen,  zur  Teilnahme  an  der  Weltgeschichte,  zum
nationalen  Zusammenschlusse  nicht  nur  miterlebt,  sondern
auch  mitbewirkt.