§ 8.
Deutschland verpflichtet sich, in den drei Jahren nach Inkrafttreten dieses
Vertrages jährlich folgende Produlte an Frankreich zu liefern und sie auf
dem Schienen- oder Wasserwege an die französische Grenze zu beförden:
Benzol. 35 000 Tonnen,
Kohlenteer 50 000 Tonnen,
schwefelsaures Ammoniak 30 000 Tonnen.
Der Steinkohlenteer kann nach Wahr der französischen Regierung
ganz oder teilweise ersetzt werden durch die gleichen Mengen von
Erzeugnissen der Destillation, wie: leichte Ole, schwere Ole, Anthracen,
Naphtalin oder Pech.
§ 9.
Der Preis für den Koks und die anderen in § 8 genannten
Erzeugnisse soll dem entsprechen, der von Reichsangehörigen gezahlt wird.
Alle Bedingungen für Verpackung und Beförderung bis zur französischen
Grenze oder bis zu den deutschen Häfen sollen die günstigsten sein, die
den deutschen Reichsangehörigen für die gleichen Produkte gewährt
werden. § 10.
Die Forderungen aus der vorliegenden Anlage erfolgen durch Vermittlung
der Wiedergutmachungskommission.
Diese entscheidet zur Ausführung der obigen Bestimmungen
über alle Fragen betreffs des Verfahrens, der Beschaffenheit und
Mengen der Lieferungen, der Mengen des an Stelle von Kohle
zu liefernden Koks, der Fristen und Arten der Lieferung und der
Bezahlung. Die Forderungen, denen zweckmäßige Einzelverzeichnisse
beigefügt werden sollen, sind Deutschland 120 Tage vor dem
Termin des Beginns der Lieferungen mitzuteilen, sofern es sich um
Lieferungen vom 1. Januar 1920 ab handelt, und 30 Tage vor dem
Termin für die Lieferungen zwischen dem Inkrafttreten des gegenwärtigen
Vertrages und dem 1. Januar 1920. Bis Deutschland die in diesem
Paragraphen vorgesehenen Forderungen erhalten hat, bleiben die Bestimmungen
des Protokolls vom 25. Dezember 1918 (Ausführung des
Artikels VI des Waffenstillstandsvertrages vom 11. November 1918) in
Kraft. Die Wünsche betreffs der in den §§ 7 und 8 vorgesehenen
Ersatzlieferungen werden der deutschen Regierung mit einer vorgängigen
Frist mitgeteilt, welche die Kommission für genügend erachtet. Wenn
die Kommission es für erwiesen erachtet, daß die volle Erfüllung der
Forderung geeignet ist, die deutschen industriellen Bedürfnisse übermäßig
zu belasten, kann sie dieselben verschieben oder für ungültig erklären
und so alle Fragen des Vorrangs der Lieferungen entscheiden. Die als
Ersatz für die aus den zerstörten Kohlenbergwerken zu liefernde Kohle
hat den Vorrang vor allen übrigen Lieferungen.
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