Aus der Lehre von der Entmündigung. 85
jenigen zu richten, welcher die Entmündigung beantragt
hatte (§. 624"). Allein bei Anfechtung eines
die Eutmündigung wegen Geisteskronkheit aussprechenden
Beschlusses muß die Klage, wenn sie
von dem Entmündigten selbst oder dem Vormund
desselben oder einer der im §. 595 bezeichneten
Personen (§. 6052) erhoben wird, gegen den Staatsanwalt,
bei Erhebung durch den letzteren aber gegen
den Vormund des Entmündigten als Vertreter desselben
gerichtet werden (§. 6071 u. 2). Der Antragsteller
ist unter Mittheilung der Klage zur mündlichen
Verhandlung zu laden und hat nur das Recht,
der Hauptpartei als Streitgenosse beizutreten (§.607 a.
Welcher der Hauptparteien er sich anschließen will,
steht in seinem Belieben (Daude §. 13 Nr. IV,
4. S. 79 bei N. 6, Wilmowski u. Levy 8. 607
N. 4), und kann daher der Antragsteller, welcher
etwa seinen Willen inzwischen geändert hat, im Anfeechtungsprozesse
derjenigen Partei beitreten, welche
die von ihm durchgesetzte Entmündigung zu beseitigen
strebt. Der Wortlaut des Gesetzes (§. 6052) gestattet
sogar, daß der ursprüngliche Antragsteller
selbst die Anfechtungsklage stellt (Daude §. 13 Nr. II,
3 bei N. 86 S. 74), und da sonach das Gesetz
dem Antragsteller gegen die wider seinen endlichen
Willen beschlossene Entmündigung den Weg der Anfechtungsklage
offen hält, so ergibt sich hieraus gleichfalls,
daß derselbe nicht schon vorher durch Zurücknahme
seines Antrages seinen Willen durchzusetzen
vermochte. ·
Uebrigens ist das Verfahren auf die Anfechtungsklage
eines entmündigten Verschwenders, abgesehen
von der Unanwendbarkeit der Vorschriften begüglich
der Vernehmung Sachverständiger über den Geisteszustand
des Entmündigten und abgesehen von dem
Ausschluß der Staatsanwaltschaft (S. 607, 612,
598. 599), ganz das gleiche wie auf die Klage,