Full text : Geschichte des Preußischen Staates

88  Die  Reformation.  —  Tod  Joachims.

Fortschreiten  des  Luthertums.  Da  entschloß  sich  Joachim  unter  schweren  Opfern
zu  zwei  weiteren  Bündnissen  mit  nordischen  Fürsten.  Er  gab  die  bisher  von
ihm  vertretene  Sache  seines  Schwagers,  König  Christians  II.  von  Dänemark  auf,
er  gab  ebenso  die,  wie  wir  gesehen,  mit  so  viel  Energie  von  seinen  Vorfahren
behauptete  Lehenshoheit  über  Pommern  auf  und  durfte  glauben,  in  dem  dadurch
erkauften  Bündnisse  dem  Katholizismus  eine  neue  Stütze  gewonnen  zu  haben.
Mit  dem  äußersten  und  lebendigsten,  vom  Papste  in  überschwänglichen  Dankesworten
  anerkannten  Eifer  trat  Joachim  den  Protestanten  auf  dem  Reichstage  zu
L80  Augsburg  (1530)  entgegen,  beförderte  sogar  die  ganz  formlos  vollzogene  und
dem  kurfürstlichen  Amte  wie  dem  Rechte  der  deutschen  Fürsten  höchst  gefährliche
Wahl  des  Erzherzogs  Ferdinand  zum  römischen  König,  und  war,  als  dem  neuen,
in  Schmalkalden  geschlossenen  Bunde  der  protestantischen  Fürsten  gegenüber  die
1688  katholischen  Fürsten  sich  ebenfalls  aufs  neue  in  dem  hallischen  Bündnis  (1538)
verbanden,  eines  der  thätigsten  Mitglieder  dieses  Bundes.  Auch  im  eigenen
Lande,  so  in  Stendal,  in  Sommerfeld  trat  Joachim  der  Ausbreitung  des  Protestantismus,
  insofern  er  sich  gegen  die  rechkliche  Ordnung  verging,  entgegen,  aber
das  sind  nur  vereinzelte  Fälle  gegen  die  sonst  allgemein  herrschende  Ruhe.  Und
diese  ungestörte  Entwickelung  hoffte  Joachim,  während  ringsumher  die  Reformation
  siegte,  auch  über  seinen  Tod  (er  erfolgte  am  11.  Juli  1535)  hinaus  der
Mark  zu  erhalten:  er  verpflichtete  seine  Söhne,  der  katholischen  Lehre  treu  zu
bleiben,  teilte  sogar,  den  Gesetzen  seines  Hauses  und  doch  auch  seiner  eigenen
Grundanschauung  zuwider,  sein  Land  unter  seine  beiden  Söhne.  So  mochte  er
glauben,  seinen  zweiten  Sohn  Johann  in  der  Gewährung  eines,  nur  durch  dies
Testament  begründeten,  Anspruches  auch  zum  Festhalten  am  Katholizismus  zu
bewegen.  Er  mochte  weiter  hoffen,  daß  Johanns  Verhalten  dann  auch  für  den
dereinstigen  Kurfürsten  maßgebend  sein  werde.  Er  mochte  endlich  gegenüber  der
in  Deutschland  allenthalben  steigenden  Macht  der  Landstände  hoffen,  gerade  durch
diese  Teilung  die  absolute  Herrschaft  des  Landesherrn,  die  er  zur  vollen  Blüte
gebracht,  aufrecht  zu  erhalten.  Es  war  eine  Lebensfrage  für  die  Marken,  wie
für  den  Protestantismus,  ob  sich  solche  Hoffnungen  erfüllen  würden.

 

Ihaler  Joachims  I.  vom  Jahre  1521.
In  Gräße  des  (Silber)  im  K.  Wiiesn  *  Phite-—  7  #n  F  Thaler.

umschrift.  Ave  Achlm  .  MARHO  AN  -  *  *  z#"  14
rechts  mit  Kurhut  858  er  in  de  1  nn,  7  a  .
PRINeipis  ELECToris  s,  Vlerfeldiges  Wappen,  in  un  Son  zisg  zehn  oon

in  Schlide  E  Fazichl  1521.