(No. 167.) Khniglicher Befehl wegen der in Schlesien zu entrichtenden Zehnten und Parochialabgaben
vom Gten Februar 1812., auf welchen sich die, in der Gesetzsammlung
vom Jahre 1812. S. 28. No. 84. abgedruckte allerhöchste
Kabinetsordre vom 1#ten März 1812. bezieht.
U in Meinem Herzogthum Schlesien die Einkünfte der Marrgeisilichen
sicher zu stellen, und um bei der Entwerfung der Etats für solche Kirchen,
wobei dem Pfarrer der Zehnte als ein Theil seines Diensteinkommens
angerechnet wird, diese Etats, ohne eine Belästigung des Staats
mit der Deckung der künstigen Ausfälle des Zehnt-Ertrages zuverlässig zu
machen, will Ich hiermit, auf Ihren Antrag, die von Meinem Groß-Oheim
des Königs Friedrich des Zweiten Majestät am 3ten März 1758.
zu Breslau erlassene Kabinetsordre, und die darauf sich gründenden spätern
Verfügungen in dem Maaße aupfheben; daß die von den gegenwärtigen
Besitzern der den Pfarren pflichtigen Grundstücke, zu entrichtenden
Zehnten und andere Parochialabgaben, auch bei den Veraußerungen dieser
Grundstücke an Personen eines andern Glaubensbekenntnisses, der Pfarre
unveränderlich verbleiben, und daß die gegenwärtig wegen der Verschiedenheit
des Glaubensbekenntnisses des Grundstäcksbesitzers, ruhenden Zehnabgabeverpflichtungen,
wieder in volle Wirksamkeit treten, auch in derselben
unabänderlich bleiben sollen, sobald ein Besitzer von dem Glauben--bekenntnisse
des Pfarrers, dessen Pfarre der Zehnte ursprünglich gebührte,
wieder eintritt. Ich überlasse es Ihnen, in Gemäßheit dessen das Erforderliche
zu verfügen und diesen Meinen Befehl durch die Gesetzsammlung
bekannt machen zu lassen.
Berlin, den öten Februar 1812.
Friedrich Wilhelm.
An
den Staakskanzler Freiherrn von Hardenberg.
[No. 168.)