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(geb. 1724, X 1804 in Königsberg), der Gründer der neueren
Philosophie („Kritik der reinen Vernunft“ 1781; „Kritik der
praktischen Vernunft“, „Kritik der Urteilskraft" 1790). Einheimische
Künstler: der Maler Antoine Pesne (+F 1757), Daniel
Chodowiecki, der „preußische Hogarth“ (geb. 1726 zu Danzig,
1 1801 zu Berlin); Karl Heinrich Graun (geb. 1701 zu Wahrenbrück
bei Liebenwerda, I 1759 zu Berlin; „Tod Jesu“ 1754),
Benda, Reichardt; Händel nur durch Geburt Preuße (geb. 1685 in
Halle). — Berlin, durch prächtige Bauten und Anlagen (z. B.
die Heldengallerie auf dem Wilhelmsplatz) sehr verschönert, seit dem
Siebenjährigen Kriege Fabrikstadt, als Residenz Friedrichs des
Großen der Sammelplatz vieler Fremden und besonders vieler
Franzosen, erhielt großstädtischen Charakter. Aber zugleich nisteten
sich französische Sitten und Laster ein; die Aufklärung
entartete vielfach zur Freigeisterei, der Schönheitssinn zur
Genußsucht; Sittenverderbnis trat an die Stelle der altväterischen
Zucht und Ehrbarkeit. Auch in den Provinzen gab
es unvergleichlich mehr Aufklärung und geistige Rührigkeit als zu
Friedrich Wilhelms I. Zeit, aber, besonders bei den höheren
Ständen, auch mehr Uppigkeit und Sittenlosigkeit. Gemeinsam
war allen eine fast abgöttische Verehrung des Königs
und ein sehr hoher Nationalstolz.
VI. Vom Tode Friedrichs des Großen bis zum
Fall der alten Monarchie (1786—1800).
Friedrich Wilhelm II. (1786—1797).
§ 66. Friedrich der Große hinterließ keine Kinder; es folgte
ihm daher in der Regierung sein Neffe Friedrich Wilhelm
(geb. 1744), ein milder und großmütiger, aber den Lebensgenüssen
zu sehr geneigter Mann, der unwürdige Günstlinge
großen Einfluß gewinnen ließ. Doch besaß der neue König anfangs
die Liebe des Volks, weil er die Regie und das Tabaksund
Kaffeemonopol abschaffte. Zur Hebung des Unterrichtswesens
errichtete er 1787 ein Oberschulkollegium; um
der Freigeisterei zu steuern, ließ er durch ein Religionsedikt
1788) den Geistlichen und Lehrern die alte Rechtgläubigkeit zur