Volltext : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1819. (10)

nommen,  welche  bei  Wiederholungen  verdoppelt  wird.  Die  Strafe  der  Defraudation
besteht  unabhaͤngig  hiervon,  wenn  eine  Verkuͤrzung  der  Gefaͤlle  Statt  gefunden  hat.

§.  70.  Wer  bloß  zum  eigenen  Hausbedarf  zu  brauen  die  Befugniß  erhalten
hat,  und  Bier  gegen  Bezahlung  im  Hause  ausschenkt,  oder  außer  seiner  Wohnung  an
Personen,  welche  nicht  zum  Hausstande  zu  rechnen  sind,  gegen  Bezahlung  oder  Vergeltung
  üuberläst,  hat,  sofern  die  Steuer  und  gewöhnliche  Oefraudationsstrafe  nicht
höher  ermittelt  wird,  zehn  Thaler  Strafe  zu  erlegen,  und  wird  mit  Rücksicht  hierauf
bei  Wiederholungen  nach  den  allgemeinen  Bestimmungen  H9.  62.  63.  bestraft.

§.  77.  Wem  die  freie  Zubereitung  von  Bier  aus  Malzschroot  verstattet  ist,
der  verfällt,  wenn  er  es  unterläßt,  jäahrlich  einen  Anmeldungeschein  sich  deshalb
auszuwirken,  (§.  35.)  in  eine  Ordnungsstrafe  von  1  bis  3  Rthlr.  die  bei  Wiederholungen
  von  2  bis  zu  10  Rthlr.  steigt.

K  78.  Hat  ein  Brauer  zu  einer  andern  Zeit,  als  welche  vorgeschrieben  (G.  32.)
und  von  ihm  angezeigt  worden,  oder  vor  Ablauf  der  Stunde,  welche  auf  den  Steuerbeamten
  gewartret  werden  muß  (F.  33.)  eingemaischt;  so  verfällt  er  in  eine  Strafe  von
2  Rchlr.,  welche  bei  Wiederholungen  auf  §  bis  20  Rchlr.  erhöhet  wird.  Außerdem
muß,  wenn  nicht  die  Beschickung  für  ein  volles  Gebräude  angemeldet  senn  sollte,
die  Steuer  und  die  Strafe  für  so  viel  Malzschroot  erlegt  werden,  als  zu  einem  vollen  Gebräudemehr
  genommenzu  werden  pflege,  wie  um  vorliegenden  Falle  angemeldet  worden.

§.  70.  Brauerei-Inhaber  und  andere  un  F.  28.erwähnte  Personen,  besonders
Kupferschmiede,  welche  Braupfannen  der  Borschrift  des  §.  28.  zuwider,  ohne  Anzeige
  bei  dem  Steueramte  und  darüber  erhaltene  Bescheinigung,  einem  Andern
übergeben,  fallen  in  eine  Strafe  von  §  bis  20  Rthlr.,  welche  bei  Wiederholungen
von  20  bis  50  Rthlr.  zu  erhöhen  ist.

r  n  A#elk  &.  80.  Die  Strafe  der  Defraudation  der  Steuer  von  dem  Weinmost,  iminx

  gleichen  von  den  Tabaksblaktern,  findet  insbesondere  Stalt,  wenn  in  den  Angaben,

alnmenses  welche  über  den  Ertrag  der  Erndte  eingereicht  werden,  solcher  über  ein  Zchntel  zu

baksln#er.  gering  angegeben  ist,  oder  auch  bei  der  Revision  Vorräthe  an  früher  nicht  bezeichneten
  Orten  vorgefunden  werden.

K.  81.  Wer  Tabak  anpflanzt  und  nicht  zur  gehörigen  Zeit  oder  unrichtig  die
Lage  und  den  Flächeninhalt  der  mit  Tabak  bepflanzten  Grundstücke,  auch  diesen  über
77  zu  gering  angegeben  hat,  soll  einen  Thaler  Strafe  erlegen;  wenn  aber  die  strafbar
  verschwiegene  Grundfläche  mehr  als  15  Ruthen  beträge,  soll  fortlaufend  für
jede  15  Ruthen  mehr,  die  Strafe  um  einen  Thaler  erhöhet  werden.

.  32.  Wer  die  Hälfte  der  aufgenommenen  Bestände  an  Wein  oder  Tabaksbläaittern
  einem  Andern  überlaße,  und  nicht  innerhalb  des  Verlaufs  von  8  Tagen
nachher,  die  Steuer  vom  ganzen  entrichtet,  bezahlt  ein  Viertel  der  Steuer  als  Strafe.

9  Vertre=  .  83.  Wer  Brauerei  als  Gewerbe,  und  Branntweinbrennerei,  Weinbau
kungever,,  und  Tabaksbau  betreibt,  mußfür  sein  Gesinde,  Olener,  Gewerbsgeh#lfen  und  seine  im
Kn-  »  npskm  Hause  befindliche  Ehegattin,  Kinder  und  Anverwandten,  was  die  verwirkten  Strafen