858 B. Dispensir-Anstalten.
Bruchbänder und Suspensorien, welche der kriegsministeriellen Bestimmung vom '. Januar
183? zufolge an Mannschaften im Reserve- und Landwehr-Verhiltnisse verabreicht
worden sind, vom 1. Januar 1N45 ab nicht ferner auf den Titel 32 der General-Militär-
Kasse angewiesen, sondern bei dem Titel 27 des General-Militür Kassen-Etats
durch die Rechnungen der betreffenden Lazareth-Kommissionen ausgebracht werden.
Euer Hochwohlgeboren theile ich dies mit dem Hinzufügen ergebenst mit, dass
hierdurch die Anmerkung zum $. 30 pag. ?0 der Instruktion tiber die Versorgung
er Armee mit Arzneien und Ya" bandmitteln, sowie auch die, in den diesseitigen Cirkularschreiben
vom ?7. Mai IS3U ad 5 und vom 10. April 1941 ad 2 den sümmtlichen
Militär-Aerzten bekannt gemachten Bestimmnngen modifeirt werden, indem nach der
Eingangs gedachten Verfügung des Königl. Militär-Ock m I. Januar
IN49 ab rämmtliche, an Mannschaften im Reserre- und Landwehr- Verhältnisse
za verabreichende Bruchbänder und Suspensorien, unter Beachtung der in der Instruktion
über die Versorgung der Armee mit Arrneien und Verbandmitteln über die Be
schaffung und Verabreichung der Bruchbänder und Suspensorien entbaltenen Vorschriften
resp. aus den Beständen der Dispensir-Anstalten zu entnehmen oder auf Kosten des
Med:kamentenfonds anzukaufen sind. Da übrigens der Anspruch auf kostenfroien Empfang
von Bruchbändern resp. Suspensorien bei solchen im Reserve- oder Landwehr-Verhältnisse
stehenden Individuen, welche mit Brüchen behaftet sind, dıe sie sich entweder
in ihrem früheren Militärdienste oder in heimathlichen Verhältnissen zugezogen haben,
durch die betreffenden Landwehr - Bataillone geprüft und festgestellt werden soll; m
können an der ‚gleichen Individuen Bruchbänder oder Su«pensorien in der Regel nur
anf Requisition dieser Bataillone aus den Dispensir-Anstalten verabreicht oder für
nung der letzteren beschafft werden.
Il. (Erlass des Militär-Oekonomie-Departements vom 2. November 1838.) Die
Tragezeit von 2Jahren für Bruchbänder muss im Allgemeinen aufrecht erhalten werden;
eine frühere Verabreichung neuer Bruchbiinder kann nur ausnahmsweise stattfinden,
wenn das alte Bruchband ohne Schuld des Trägers vor Ablauf von 2 Jabren unbrauchbar
geworden ist.
Beschaffung der Binden und aussergewöhnlichen künst
lichen Verbandmittel, sowie der dahin gehörigen Ma
schinen. $. 19.
Wenn, in besonderen Krankheitsfällen, künstliche Binden oder aussergewöhnliche
Verbandmittel und dahin gehörige Maschinen von einem
Militär-Arzt gefordert werden sollten, so hat derselbe die Gründe dazu
besonders anzugeben und die Lazareth-Kommission, wo esirgend zulässig,
die Nothwendigkeit der Anschaffung von dem General-Arzte des Korps
vorher prüfen und bezeugen zu lassen. In sehr dringenden Fällen und
wo aus einer Verzögerung der Anschaffung nach dem Zeugnisse des die
Forderung machenden Militär-Arztes Nachtheil für den betreffenden Kranken
entstehen könnte, ist aber die Lazareth-Kommission befugt, der Anforderung
sofort zu genügen.
Zusütze. 1. Hierher gehören anch die etwa zu beschaffenden blauen Brillen
für Augenkranko. (Erlass des Chefs dos Militär-Medicinal-Wesens vom 4. Januar 1302.)
9. Krücken. (Erlass des Militär-Oekonomie-Departements vom 17. April 1837,
Cirkular an die General-Aerzte vom 1. Mai 1337.) Der Königl. Intendantur wird anf
die bierbei zurückerfolgende, unterm 13. Mürz br. m. vorgelegte Anfrage der Laz
Kommission zu Danzig hiermit eröffuet, da«s in nolchen Fällen, wenn Mannschaften,
welche von erlittenen Beinbrüchen oder sonstigen Fussschäden geheilt sind, sich aber,
obgleich übrigens vollkommen gesund, zur Schonung des genesenen Fusses noeh }än-Zeit
der Krücken bedienen müssen, wegen Mangels an Raum im Lazareth oder
um dem Krankenpflegefonds die Kosten der ‚längeren Verpflegung zu ersparen, ins
Feen, entlassen werden, ihnen die bis dahin im Lazareth gobrauchten Krückeu mitzeen,
an letzteren aber zurückzuliefern sind, wenn sie der Fusskranke nicht mehr
ebraucht. In solchen Fällen der Mitgabe der Krücken Seitens des Lazarsths hat
Sion aber davon die betreffende Kompagnie oder Eskadron in Kenntniss zu setzem,
damit diene für deren Zurücklieferung Borge tragen könne, wenn der ganz wiederhergestellte
Fusskranke deren nicht mehr bedarf. Der Fall, dass Leuten, die nach einer
überstandenen inneren Krankheit uoch so schwach sind, dass sie sich nicht ohne Hälße
von Krüeken von einer Stelle zur anderen bewegen können, dieselben vom Lazareth
mitzugeben wären, kann nicht vorkommen. Denjenigen Mannsehaften, welche als Invs