Full text : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1821. (12)

D)eim
Vlagqe#n--,
eide-  und
Bültenhieb.

auf  Weideplätzen,  die2er  mit  anderen  Theiln#ehmern  zu.  behüten.  brfugteist,  zu  befriedigen
  im  Stande  sey,  den  ganzen  Werth  der  Hütung  vergüten.  Rehmen  aber
andere  an.  der  mit  Verzicht,  der  eigenen  Theilnahme:  von  dem:  Eigenthämer
bewilligten  Hütung  Theil;  so  sind  diese  unter  den  in  den  folgenden  .  bemerkten
  Umständen  äuf  Berechnung  der  besonderen  Weiden:  ranzutragen,  berechtigr.

&  47.  Ist  die  Hütung  für  eine  bestimmte  Anzahl  Bieh,  und  zugleich
mit  Bestimmung  der  Zeit  der  zulässigen  Ausübung  verliehen,  soez  ist  vach  dieser
Bestimmung  das  Theilnehmungsrecht  festmsetzen,  und  es  kommt  auf  die  Eigene:
oder  mit  andern,  als  den:  tbeilenden  Theilnehmern  in  Gemeinschaft.  befindliche
Hütung  bes  Berechtigten  nicht  an.

48..  Ist  keiner  dieser.  File  (K.  as.  bis  47.)  vorhanden,  so  muß  ein
verhältnißmäßiger  Theil  des  Viehstandes,  mit  welchem  der  Berechtigte,  er  sey
Miteigenthümer  oder  Dienstharkeits-Berechtigter,  die  Hütung  auszuüben  befugt
ist,  auf  seine  besondere  Weiden  G.  44.)  zurückgerechnetk,  und  nur  nach  dem.
dann  verbleibenden  Ueberschusse,  seines  berechtigten  Biehstandes,  sein  Theilnehmungsrecht
  bestimmt  werden.

ECE.  40.  Dieses  Verhältniß  ist  nach  dem  Viehstande  und  nach  ber  Zeit,
in  welcher  nach  einem  Durchschnitte  von  zehn  Jahren  die  Verechtigten  die  zu.
theilende  gemeine  Weide,  ihre  besondere  und  mit:  Andemn=  gemeinschaftliche,
Weide  behütet  haben,  zu  bestimmen.

&.  50.  Sind  über  den  in  den  letzten  zehn  Johren-  auf  der  zu  kheilenden.
Weide  unterhaltenen  Viehstand  des  Berechtigten  keine  zulängliche  Nachrichten
zu  beschaffen,  so  rmiuß  das  Maaß,  in  welchem  ihm  seine  besondern  Weiden  anzuschlagen
  sind,  nach  dem  Verhältnisse  sowohl  seines  als#des  Viehstandes  der,
mitberechtigten  Weidetheilnehmer  zu  der  Ergiebigkeit  sämmtlicher  von:-  ihnt  ·  betriebenen
  gemeinschaftlichen  und  besonderen  Weiden  berechnet  werden:

S.  öl.  Bexuhek  die  Berechtigung.  des  #abzufindenden:  Theilnehmers  cuf.
einem  Dienstbarkeitsrechte,  und  ergiebt  sich,  daß  die  nach  F.  A8.  u.  ff.  berechnete
  Vergütung,  mit  Inbegriff  der  besonderen  Weide  des  Berechtigten  für  seinen
  berechtigten  Biehstand  unzureichend  seyn  würde;  so.  ist  sein  Theilnehmungsrecht
  bis  zur  Zulänglichkeit  des  Bedürfnisses  zu  erhöhen.  Dieses  findet  zunter
den,  &.  105.  und  100.  Titel.22.  Theil-I#  des  Allgemeinen  Landrechts  bestimmren
  Voraussetzungen  auch  dann  Anwendung,  wenn  die  Weide  für  den  Eigenthümer
  unzulänglich  sepn  sollte;  außerdem  aber  muß  der  Berechtigte  eine  Verminderung
  seines  Viehstandes  nach  eben  dem.  Verhüältnisse,  wie  der  Eihenthämer,
  sich  gefallen  lassen.

§.  52.  Der  Umfang  der  Berechtigung  zum  Plaggen,,  Heide-  und  Bultenhleb
  wird,  insofern  sie  zum  Zweck  der  Düngung  Statt  finder,  bei  den  mit
Aeckern,  Wiesen  und  Gärsen  angesessenen  Berechtigten  nach  dem  Bedürfnisse
der  Düngung  in  der,  jeden  Orts  hergebrachten  Bestellungsart,  bestimmr.

Da-