Full text : Briefe und Akten zur Geschichte des Dreissigjährigen Krieges. Neunter Band. (9)

19—20.  1611  51

Antwort  und  stellen  E.  L.  anheim,  sie  nach  Innsbruck  weiter  mitzuteilen.

  —  Praes.  Aschaffenburg  24.  jan.  1611.

Mc.,  Entstehung,  Fass.  V.,  n.  35,  f.  32;  von  Donnersberg  umgearbeitetses  Kpt.
Laekaers;  —  Winz.,  Religionsakten.  Fasz.  11,  n.  131;  Or.t

%.  Herzog  Maximilian  von  Baiern  an  P.Richard  Haller,  Januar15.

Auf  ein  Schreiben  vom  1.  November  1610.  Ratschläge  wegen
der  Behandlung  einer  überschickten  Stuccoarbeit.

„Es  werden  E.  Erw.  nunmehr  auch  aus  der  unlangst  hineingeschickten
  relation  vernomen  haben,  was  es  dieser  zeit  mit  der  Catholischen
  bindnus  für  ain  beschaffenhait  und  in  quibus  terminis  dasselbe
werk  bestehe.  An  meinem  getreuem  eufer,  vleis  und  sorgfeltigkait
für  die  catholische  religion  und  gemaines  vaterlands  wolstand  habe  ich
an  mir  nichts  lassen  erwinden  sonder  mein  eusseristes  darbei  gethon.

Das  dan  I.  M.'  ainer  verzaichnus  in  materia  der  hazienda  in
secreto  begern,?  wissen  E.  Erw.  selbst,  das  zwischen  den  weitschichtigen
  spänischen,  auch  andern  Irer  kgl.  M.'  königreichen  und
provincien,  dann  den  hieigen  landen,  sogar  in  Teitschland  selbsten
zwischen  disen  und  jenen  örtern,  denselben  regierungen  und  politischem
stado  ain  grosser  und  merklicher  unterschid,  auch  vil  in  ainer,  aber
vit  in  den  andern  sich  practiciern  lasst,  und  da  man  die  beschaffenhait
sambt  allen  circumstantien  nit  gründlich  waiss,  von  ainem  und  anderm
zu  discuriern  fast  schwer  und  allerseits  bedenklich,  wie  entgegen
niemand  mer  die  defect  und  mengl  procaviern  und  remediern  kan  als

'!  Am  17.  Januar  fertigte  Herzog  Maximilian  seinen  Oberstkanzler
Donnersberg  an  Erzherzog  Ferdinand  nach  Graz  ab  und  liess  diesem  die
Resolution  von  Mainz  samt  der  obigen  Antwort  und  dem  Schreiben  Zunigas,
das  den  Anschauungen  von  Kurmainz  über  die  Haltung  Spaniens  in  der
Frage  der  Aufnahme  Sachsens  widerspreche,  mit  der  Bitte  mitteilen;  der
Erzherzog,  der  schon  am  28.  Dezember  1610  wegen  der  Aufnahme  Sachsens
allerlei  Bedenken  geäussert  habe,  möge  ihm,  dem  Herzog,  das  Ergebnis  seines
weiteren  Nachdenkens  mitteilen,  besonders  ob  es  nicht  dem  König  von  Spanien
allerlei  Gedanken  verursachen  würde,  wenn,  ohne  dessen  Resolution  einzuholen
und  abzuwarten  ,  die  Aufnahme  Sachsens  bei  nächstem  Bundestage  erfolgen
würde  (Ma.,  346/36,  f.  29;  Kpt.  von  Lackner).  Der  Erzherzog  stimmte  diesom

zu  und  wünschte,  dass  hierin  nicht  nur  mit  Spaniens  sondern  auch
mit  des  Papstes  Vorwissen  gehamdelt  werde  (Herzog  Maximilian  an  den  Koadjutor
  von  Köln  am  14.  Februar;  Ma.,  39/22,  f.  26;  Kpt.

’  Richard  Haller  S.J.,  Beichtvater  der  König  in  Margarete  von  Spanien,
kette  u.  a,  an  den  Herzog  geschrieben:  „Weil  J.  M.t  die  kunigin  sehen,  wie
übel  man  allenthalben  ihrem  hern  dem  kunig  hauset  und  was  für  groses
i2onrenientes  und  schaden  der  Christenheit  daraus  entstehe,  haben  sie  mir
gnedigst  bevolen,  E.  D.t  in  ihrem  namen  zu  bitten,  dass  Sie  einen  erfahrnen
n  dieser  materi  aus  E.  D.t  dienern  bevelen  wöllen,  J.  M.*  in  secreto  und
für  ie  allein  kürzlich  zu  verzeichnen  die  fürnembste  mitt!  und  weg,  durch
weiche  E.  D.t  Ir  hazienda  zu  disem  guten  stand,  darin  sie  sich  mit  general
rasm  und  nutz  befinden,  gebracht  haben.  Werden  E.  D.t  Irer  M.!  ein  sonders
gross  gefallen  daran  thun  und  verhoffentlich  durch  I.  M.t  diser  monarchei
alt  wenig  darmüt  nutzen.“  (Ma,  292/9,  f.  278;  Or.  eigh.)

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