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Gesetz-Sammlung
fuͤr die
Königlichen Preußischen Staaten.
No. 29.—
(No. 1923.) Verordnung über die Beschrankung des Provokationsrechts auf Gemeinheitstheilungen.
Vom 28. Juli 1838.
Wir Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden, Konig von
Preußen 2c. 2c.
haben Uns bewogen gesunden, die von mehreren Seiten erhobenen Beschwerden
gegen das durch die Gemeinheitstheilungs -Ordnung vom 7. Juni 1821.
&. 24. und 25. gestartete, unbeschränkte Provokationsrecht einzelner Gemeinde-Mitglieder
auf Gemeinheikstheilung einer Prüfung zu unterwerfen, und verordnen
nunmehr, nach Vernehmung Unserer getreuen Seände der betheiligten Provinzen,
auf den Amrag Unseres Staatsministeriums und nach erfordertem Gutachten
Unseres Staatsraths, was folgt:
6. 1.
Kann eine Gemeinheitstheilung (§. 2. der Gemeinheitstheilungs-Ordnung)
nicht anders als mit Umtausch der zur Ortsfeldmark gehörigen Ackerländereien
ausgeführt werden, so findet solche nur dann Stakt, wenn die Besitzer des vierten
Theils der Ackerländereien, welche durch den Umgausch betroffen werden
C. 4.), mit der nachgesuchten eerition einverstanden find.
Diese Beschränkung findet keine Anwendung
1) wenn es zur Ausführung einer gutsherrlich = bduerlichen Regulirung,
einer Dienst-, Zehent= oder Renten = Ablösung ohnehin eines Umtausches
ron Ackerländereien bedarf;
2) wenn auf Separation einer solchen Gemeinheit angetragen wird, bei
welcher mehrere Gemeinden betheiligt sind;
3) wenn von einem Berechtigten, welcher nicht zur Gemeinde und deren
Forensen (auswärts wohnenden Mitgliedern) gehört, von einem Rittergutsbesstzer
oder von Unserer Domainen= und Forstverwaltung auf Gemeinheitstheilung
angetragen wird, selbst dann, wenn die Rittergüter,
Vorwerke oder Forsten im Kommunalverbande mit der Gemeinde
ehen.
Fst der Rittergutsbesitzer oder der Domainen-Fiskus nur vermäge des
Besitzes bduerlicher Grundstücke Theilnehmer an der Gemeinheit, so stehen demselben
auch nur die Rechte anderer Mitglieder der Gemeinde zu.
(No. 103.) Jabrgang 1818. Nrr b 3.
(Ausgegeben zu Berlin den 4. September 1838.)