Full text : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1869. (60)

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herzoglich  Hessischen  Regierung  die  auf  deren  Gebiete  belegenen  Bahnstrecken  nicht
veräußern.

Für  den  Fall  der  Veräußerung  behält  sich  die  Großherfoglich  essische
ssierng  uas  Recht  vor,  diese  Strecken  gegen  Erstattung  der  Anlagekosten  für
ich  zu  erwerben.

In  einem  solchen  Falle  werden  jedoch  die  kontrahirenden  Regierungen
durch  weitere  Vereinbarungen  dafür  Sorge  tragen,  daß  der  Betrieb  auf  der
Bahn  von  Hanau  über  Offenbach  nach  Frankfurt  in  die  Hand  Einer  Verwaltung
  gelegt  wird.

Artikel  21.

Beide  Regierungen  sind  darüber  einverstanden,  daß  die  Stadt  Offenbach
in  den  ihr  durch  die  Frankfurt-Offenbacher  Eisenbahn  gewährten  Verkehrsverhältnissen
  durch  das  Aufgeen  dieser  Bahn  in  eine  Hanau-Frankfurter  Eisenbahn
nicht  benachtheiligt  werden  soll.  Im  Besonderen  sollen  die  täglichen  Fahrten
von  und  nach  Sachsenhausen  und  Frankfurt  a.  M.  nicht  vermindert,  auch  die
Anschlüsse  an  die  in  Frankfurt  auf  den  anderen  Linien  ankommenden  und  abehenden.
  Sige  nicht  weniger  gewahrt  werden.  Vielmehr  wird  die  Königlich
Prauzische  egierung  bei  dem  Entwerfen  der  Fahrpläne,  sowie  bei  der  Einrichtung
  direkter  Expeditionen  im  Personen-  und  Güterverkehre  von  und  nach  den
Anschlußbahnen  den  Interessen  der  Stadt  Offenbach  jede  zulässige  Berücksichtigung
zu  Theil  werden,  auch  alle  fahrplanmäßigen  Züge,  mit  denen  Personenbeförderung
stattfindet,  auf  dem  Bahnhofe  für  Offenbach  halten  lassen.

Auf  den  Haltestellen  für  Steinheim  und  Mühlheim  sollen  täglich  mindestens
  drei  Züge  in  jeder  Richtung  zur  Vermittelung  des  Personenverkehrs  nach
und  von  den  übrigen  Stationen  der  Hanau-Frankfurter  Eisenbahn  und,  soweit
thunlich,  auch  von  und  nach  den  Anschlußbahnen  anhalten.

Artikel  22.

Wenn  die  Königlich  Preußische  Regierung  nach  sorgfältiger  Erwägung
der  verschiedenen  Projekte  zur  Führung  der  Eisenbahnlinie  bei  Offenbach  sich  dafür
entscheiden  sollte,  die  Linie  Hanau-Offenbach  nicht  auf  dem  bestehenden  Bahnhofe
in  Offenbach,  sondern  an  einem  anderen  Punkte,  etwa  auf  der  Station  Ober-Rad,
in  die  Offenbach-Frankfurter  Eisenbahn  einmünden  (Art.  1.)  und  demgemäß  einen
neuen  Bahnhof  für  Offenbach  anlegen  zu  lassen,  so  soll  der  alte  Bahnhof  nebst  dem
Bahnstück  bis  zum  gedachten  Einmündungspunkte  daselbst  nichtsdestoweniger
beibehalten  und  in  der  bisherigen  Weise,  jedoch  mit  Ausschluß  des  Güterverkehrs,
ur  Abfertigung  von  Lokalzügen  nach  und  von  Sachsenhausen  und  Frankfurt  a.  M.
sortbenicgt  werden,  soweit  die  jetzige  JZahl  der  Züge  nicht  durch  die  Züge  auf  der
neuen  Route  Hanau-Frankfurt  a.  M.  ersetzt  werden  wird.  Diese  Fortbenutzung
des  alten  Bahnhofs  nebst  Anschlußstrecke  soll  jedoch  nur  so  lange  gefordert  werden
können,  als  die  aus  dem  besonderen  Betriebe  dieser  Strecke  erwachsenden  Kosten
in  den  bezüglichen  Einnahmen  vollkommene  Deckung  finden.

Inweiterer  Konsequenz  einer  derartigen  Einmündung  der  Hanau-Offenbacher
Bahnlinie  in  die  Offenbach-=  Frankfurter  Eisenbahn  soll  die  in  dem  Staatsvertrage

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