Full text : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1839. (30)

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Die  letztern  haben  sich  hiernach  und  nach  den  sonst  fuͤr  das  weitere
Verfahren  in  solchen  Fällen  erlassenen  allgemeinen  Verfügungen  zu  achten;
insbesondere  aber  folgende  Anweisungen  zu  berücksichtigen:

I.  Der  Fall  der  Substiturion  eines  andern  Gerichts  zur  Abfassung  des
Erkenntnisses  und  damit  auch  zur  Aufnahme  der  Verhandlungen,  welche  nothwendig
  vor  dem  erkennenden  Richter  erfolgen  sollen,  ist  nicht  vorhanden:

a)  wenn  bei  einem  größeren  Kollegium  nur  einem  oder  mehreren  Mitgliedern
  die  Bestimmung  im  5.  5.  Nummer  5.  6  und  7.  der  Verordnung,
oder  Artikel  3.  Nummer  3.  der  Deklaration  entgegenstehen  würde,  und
außer  denselben  noch  die  zur  Abfassung  des  Erkenntnisses  erforderliche
Zahl  von  Mitgliedern  übrig  bleibt,  weil  es  alsdann  genügt,  daß  nur
sene  Mitglieder  sich  aller  Theilnahme  an  der  Entscheidung  enthalten.

b)  Wenn  in  einem  Mandats-,  oder  Bagatell-Prozesse  der  Verklagte  das
Mandat  oder  die  Vorladung  in  Rechrskraft  ubergehen  lätzt,  ohne  daß
ein  förmliches  Erkenntnit  abgefaht  wird;  weil  die  Nichtigkeitsbeschwerde
gegen  solche  Mandate  und  Vorladungen,  wobei  kein  kontradiktorisches
Verfahren  eintritt,  nicht  stattfindet.

Dc)  wenn  in  Konkursen,  Liquidarions=  und  Prioritäts-Prozessen  der  Anspruch
des  Liquidanten  weder  in  Hinsicht  der  Veritaͤt  noch  der  Prioritaͤt  zur
Kontesiation  kommt.

II.  Wird  in  den  zuletzt  benannten  Prozessen  die  liquidirte  Forderung
nicht  anerkannt,  so  ist  dieselbe  im  Klassißlkarions  -Erkenntnisse  an  dem  in  Anspruch
  genommenen  Orte  anzusetzen,  die  Entscheidung  über  die  streitige  Veritaͤt
oder  Prioritckt  aber  vorzubehalten;  in  Beziehung  auf  alle  übrigen  Liquidate  ist
die  Sache  volständig  zu  erledigen.  Dem  substituirten  Gericht  gebührt  dann
nur  die  Nachholung  der  vorbehaltenen  Emscheidung  über  die  streitige  Deritct
oder  Prioritctt.

II.  Hat  der  Kurator  einer  Masse  nach  dem  Beschlusse  der  Glädubiger
oder  aus  eigener  Befugniß  eine  Klage  angestellt,  so  folgt  aus  dem  Umstande,
daß  dies  unter  der  Direktion,  oder  mit  Vorwissen  und  formeller  Genehmigung
  des  Gerichts  geschieht,  noch  nicht,  daß  das  letztere  bei  der  Sache
betheiligt  oder  ein  Perhorressen"=  Gesuch  gegen  dasselbe  begründet  ist.

IV.  In  den  nach  der  Verordnung  vom  1.  Juni  1833  Tit.  II.  Abschn.  II.
und  Tit.  III.  zu  behandelnden  Sachen  ist  die  Klagebeantwortung  aufzunehmen
und  das  Resultat  des  ersten  Termins  abzuwarten,  ehe  die  Abgabe  der  Sache
an  das  substituirte  Gericht  erfolgt.  Eine  Ausnahme  von  dieser  Regel  tritt  nur
dann  ein,  wenn  kein  ganz  unbetheiligter  Deputirter  des  Gerichts  vorhanden  ist,
dem  die  Abhaltung  des  Termins  aufgetrragen  werden  kann.

Zum  8.  5.  Nummer  8.

16.  Jede  Inkompetenz  in  Ansehung  der  Person  der  Parteien,
  so  wie  des  Streitgegenstandes  begründet  die  Nichtigkeitsbeschwer
  de.

Dies  ergeben  die  Motive  der  Verordnung  mit  klaren  Worten.

Ist  ein  Gericht  zweifelhaft  über  seine  Kompetenz,  oder  entsteht
  ein  Kompetenz-Konflikt,  so  muß  dasselbe  zur  Erledigung  des

(Wo.  1090.)  ZSwei-