Volltext : Deutsches Kolonialblatt. XXVIX. Jahrgang, 1918. (29)

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leichten  Spaltbarkeit  nur  eine  geringe  Tragfähigkeit
  als  Bauholz  zeigt  und  fast  nur  zu  Schindeln.
verarbeitet  wird.

Das  Gelände  des  Küstengebirges  zeigt  den
Charakter  eines  deutschen  Mittelgebirges.  Der
Bau  einer  normalspurigen  Bahn  begegnet  also
ziemlichen  Schwierigkeiten,  so  daß  man  sich  mit
wenigen  Linien  begnügen  muß  und  in  jedes
Haupttal  nur  eine  Linie  gebant  hat.  Am  Ende
der  Bahnlinie  und  an  jedem  Seitental  wird  eine
Laderampe  (landing)  errichtet,  natürlich  in
gleicher  Höhe  mit  der  Ladefläche  der  zu  beladenden
  Wagen.  Zu  dieser  Rampe  werden  nun  von
den  einzelnen  Stämmen  besondere  Schleifwege
(skidways)  gebaut,  die  Trace  wird  planiert  und
alle  1½  bis  2  m  mit  starken,  in  den  Boden  eingelassenen
  Querschwellen  versehen.  Der  Abstand
der  Querschwellen  richtet  sich  nach  der  Länge  der
Blöcher,  da  das  Bloch  mindestens  immer  auf  zwei
Schwellen  liegen  muß.  Auf  diesem  Schleifweg
wird  das  Bloch  geschleist,  und  zwar  dient  als  bewegende
  Kraft  ein  donky,  d.  h.  eine  Dampfwinde,
  die  auf  einen  starken  Schlitten  aufmontiert
  ist  und  sich  felbst  überall  hinzieht,  indem
das  Hauptkabel  an  einem  Baum  befestigt  und
von  der  Dampfwinde  eingeholt  wird.  An  einem
geeigneten  Platz  wird  sie  dann  mit  Drahtseilen
fest  verankert.  Diese  Dampfwinde  oder  yaurdingengine
  hat  mindestens  zwei  Trommeln,  eine
große  für  das  Schleppseil,  eine  kleine  für  die
Rückholleine,  d.  h.:  das  leere  Schleppseil  wird
durch  die  Rückholleine  wieder  hinausgezogen,  da
das  System  über  auswechselbare  Rollen  läuft.
Als  sehr  praktisch  hat  sich  hierbei  eine  Konstruktion
  der  Willamele-Iron  works  erwiesen,  bei
der  sich  die  beiden  Trommeln  im  gleichen  Sinn
drehen,  wodurch  Verwicklungen  der  Seile  vermieden
  werden  (Abb.  6).

Diese  Dampfwinden  müssen  natürlich  besonders
  stark  gebaut  sein,  um  Lasten  von  50  fm  auf
rauher  Gleitflüche  bewegen  zu  können,  eventuell
werden  zwei  donkies  gleichzeitig  angespannt.
Die  Reibung  ist  häufig  derartig  stark,  daß  aus
den  Querschwellen  die  hellen  Flammen  herausschlagen.
  Aus  diesem  Grund  wird  der  Schleifweg
tüchtig  mit  Wasser  begossen.

So  eine  Farding-engine  ist  überhaupt  eine
Univerfalmaschine:  durch  Anhängen  einer  großen
Schaufel  dient  ste  zur  Erdbewegung  und  Planiecrung,
  in  den  Cypress-swamps  treibt  sie  die
Drahtseilschwebebahn  und  mit  Hilfe  eines  Lademastes
  hilft  sie  die  Stämme  auf  die  Eisenbahn
aufladen.  —

TrockcnrinsdundclonchJmKasladengebirge
  und  in  der  Sierra  Nevada  herrschen
Verhöltnisse,  die  von  denen  der  übrigen  Waldgebiete
  sehr  abweichen.  Dazu  kommt,  daß  diese

 

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Waldungen  zum  überwiegenden  Teil  Eigentum
der  amerikanischen  Union  sind  und  nach  forstlichen
Gesichtspunkten  bewirtschaftet  werden.  Ausgedehnte
  Kahlhiebe  wie  in  den  Privatwaldungen
sind  daher  hier  ausgeschlossen,  da  das  Alleghany-Gebirge
  als  warnendes  Beispiel  zeigt,  daß  Waldverwüstung
  im  Gebirge  zu  Erdabschwemmung
und  Vermuhrung  führt.  Noch  weit  bis  in  die
Ebene  hinein  machen  sich  dort  die  Verheerungen
geltend,  und  mit  groszen  Kosten  muß  jetzt  Wiederaufforstung,
  Wildbachverbauung  und  Hangbefestigung
  der  drohenden  Verkarstung  Einhalt  tun.

Trotzdem  also  nur  ein  Teil  genutzt  werden
darf,  macht  sich  doch  noch  die  Anlage  von  größeren
Bringungsanlagen  bezahlt,  da  die  Waldungen
sich  durch  riesigen  Massenvorrat  auszeichnen.
Die  lpuglasie  erreicht  Höhen  von  80  m  bei
4  m  Brusthöhendurchmesser,  die  Zuckerföhre
steht  ihr  nicht  viel  nach  und  daneben  noch  der
zahlreiche  Neben=  und  Unterstand  von  Thuja
giganten.  Tsuga  canadensis,  Pinus
  monticola,  Pinus  ponderosa:
Iiboccdrrus  u.  a.  m.  -,

Die  Bodengestaltung  zeigt  fast  Hochgebirgscharakter,
  steile  Hänge  und  große  Höhenunterschiede.
  Langgestreckte,  gleichmäßige  Täler  sind
selten,  oft  sind  sie  plötzlich  durch  quergelagerte,
vullanische  Felsgrate  (rilges)  unterbrochen.
Diesem  wechselnden  Gelände  muß  bei  der
Bringung  Rechnung  getragen  werden.  Im  allgemeinen
  verwendet  man  hier  Trockenriesen  und.
läßt  die  Blöcher  durch  die  Schwerkraft  der  Erde
die  schiefe  Ebene  hinabgleiten  (Abb.  7).  Dabei
ist  man  aber  keineswegs  ängstlich  auf  ein  stetiges
Gefälle  bedacht.  Kleinere  Gegengefälle  werden
dadurch  überwunden,  daß  eine  Anzahl  Blöcher
mit  kurzen  Ketten  aneinander  gehängt  werden,
so  daß  die  hinten  nachkommenden  Stämme  die
vorderen  die  kurze  Steigung  hinaufschieben,  während
  anderseits  die  vorderen,  schon  wieder  abwärts
  gleitenden  Stämme  die  mittleren  hinaufziehen.
  Selbstverständlich  wird  an  solchen  Stellen
durch  Bestreichen  der  glatt  geschälten  Riesbalken
mit  einem  Fett  oder  OlI  die  Reibung  nach  Möglichkeit
  vermindert.  Auf  diese  Weise  werden  umfangreiche
  Erdarbeiten  und  teure  Holzkonstruktionen
  umgangen  (Abb.  8).

Auch  größere  Gegengefälle  bieten  kein  Hindernis.
  Hier  greift  wieder  der  donky  —  die  auf
Schlitten  montierte  Dampfwinde  —als  bewegende
  Kraft  ein.

Bei  sehr  steilen  Hängen  oder  sonstigen  Geländeschwierigkeiten
  muß  die  Zuflucht  zur  Drahtseilschwebebahn
  genommen  werden.  Ist  die  Entfernung
  vom  Hiebsort  zum  Sägewerk  nur  klein,
so  wird  bas  Holz  mit  Riese  oder  Drahtseilbahn
direkt  an  die  Säge  geführt;  befindet  sich  jedoch-