195
3, 8; als er sie wie eine feder vom stubl aufspringen
sah Heyse Par. 3, 56; ein hase, wasser, ein gquell sprang
auf; ein blutstrabl hoch aufspringt Uhland 391; sich
plötzlich össnen, von Thüren, Sölösiern. Gefäßen; die
knospe springt auf Steinbach;: da dir vorhin vom
scharfen ritt das reitwamms aufgesprungen Geibel
2, 153; Risse bekommen, baut, hände, lippen springen
auf. — aufsprosfen, wie autsprieszen: ein geschlecht
wird weggemäht, und das andere sproszt auf Goethe
W. Meister 4, 15.— aufsprudeln, sprudelnd empor gehen:
der duell der kubl am altar aufsprudelt Geibel 1, 108.
— aufsprühen, sprühend empor gehen: flammen, funken
sprühen auf; wo sturmisch noch des innern lebens
quelle aufspruht Geibel 2, 273. — Aufsprung, m.
das Springen in die Höhe oder auf etwas, mhd. alsprune:
aufsprung, als wenn ein hengst auf ein stüten
springt Maaler; im crsten moment seines (des Wasserstrahls
in der Cascade) aufsprunges Schiller 4, 288.—
aufspürcn, spürend auffinden, ein wild, eine urkunde.
ufstachelu, mit dem Stachel empor treiben; bildlich,
reizen: der andere leute zu prozessen aufstachelte
Freytag Soll 1, 130; wuszte ihn gegen seinc frau
aufzustacheln Keller Seldw. 2, 130. — aufstampfen,
stampfend auftreten, mit dem fusze. — Aufstand, m.
1) Handlung des Aufstehens; Aufbruch in einer Gesellschaft,
bei Handwerksburschen von einem Meister Adelung;
Erhebung, Zusammenlauf einer Menge: die
anstalten sollen mit vorsicht getroffen werden, dasz
kein aufstand erfolgt Schiller Kab. 3, 1; Empörung
(schon bei Stieler): das lond ist im aufstand Freytag
Soll 2, 138. 2) bergmännisch, Bericht von der
Beschaffenheit eines Bergwerks. 3) unterste Platte einer
Säule, plinthus Stieler. — aufständisch, in Aufstand,
Empörung begriffen: aufständische bauern; die aufständischen
zogen sich vor unsern truppen zuruck;
früher auch aufständig. — aufstapeln, im Stapel aushäufen,
aufhäufen überhaupt: lag in langen speichern
ein groszer theil der fremden waaren aufgestapelt
Freytag Soll 1, 56; priesen die aufgestapelten schätze
Immermann Münchh.3, 13.— anfstarren, starr empor
stehen: im beginn aufstarrender hugel Voß Id. 18, 32;
tarr empor blicken: sie starren auf Werke 6, 155. — auftaucn,
stauend häufen, waren an einem orte; aufgestautes
wasser; mit dem groszstädtischen verkehre, der sich
hier dreimal im jahre aufstautc Treitschke 3, 504.—
ausstechen, stechend aufnehmen, ein bund heu, stuckfleisch
mit der gabel; bildlich: einem etwas aufstechen,
tadelnd aufzeigen; vor einer menge von kennern, wissenden
und aufstechenden Goethe, älter auch einen: dasz
man uns allbereits beim herrn praelaten hatte aufgestochen-und
angegeben Albertini Landstörz. 414; mit
Stichen auf etwas befestigen, schuster stechen laschen
und absätze auf; stechend frisch machen, eine abgenutzte
kupferplatte; stechend lockern, erde, gartenland; öffnen,
blattern, geschwure, austern; bei Jägern, einen Hasen
mit dem Hunde aus dem Lager ausjagen. — aufstecken,
1) in die Höhe oder über etwas stecken, haare, 2öpfe
(Heyse Par. 1, 226. 2, 267); vorhänge am fenster, fahne
am dach; er stcckt des Nicanors kopf auf 2. Macc.
15, 35; ein licht; auch übertragen, einem ein licht aufstecken,
ihn aufklären; ein ziel; frömmigkeit als zweck
und zicl aufsteeken Goethe 22, 236; aus Steckwerk in
die Höhe richten, eine Laube: sie haben aus maien sie
aufgesteckt Plundersw. 145; übertragen, vor sich bringen
(in älterer Spr.): viel darbei gewinnen und aufstecken
können Zinkgref 1, 291. 2) ein neueres, noch von
Campe nicht erwähntes aufstecken — aufgeben, nicht
mehr treiben, aus dem Niederdeutschen, übertragen aus
einer sinnlichen Bed.: mud. Petre, stiek din swerd up
im Bremer liber precum (15.Jh.)z niederl. zijnen degen,
ziin mes opstecken, cinstecken; daher nicht mehr kämpfen
wolleu, und überhaupt ruhen, seiern; in gewöhnlicher
aufsprossen — ausstecken.
196
Rede oft: wir wollen die sache aufstecken; er bat sein
geschäft aufgesteckt. — aufstchen, 1) von Personen, sich
erheben, vom Bett, Lager, Schlas: mit selden mueze
ich hinte #f sten Walther 24, 18; stehe auf, und nim
das kindlin Matth. 2, 13; der bräntgam kompt. steht
auf, die lampen nimpt Phicolai; er ist heute frub,
sput aufgestanden; sprichwörtlich: wer ihn betrugen will,
musz fruh aufstehen; vom Krankenlager: stehe auf, und
wandele Matth. 9,6; vom Mahl: stund er vom aberdmal
auf Joh. 13, 4; vom Sitz, und hier ost als Zeichen
der Ehrerbietung: fur eim grawen heubt soltu aufstehen,
und die alten ehren 3. Mos. 19, 32; in gehobener Rede
einem aufstehen: dem neuen der hereintrat, wenn er
würdig genug war, standen sie auf Goethe Wahlverw.
2, 3; von den Toten: die verstorbene stehen nicht
auf Jes. 26, 14, vgl. auferstehen; in Empörung: das
volk steht auf, der sturm bricht los Körner; von
Tieren, weidmännisch, vögel stehn vor dem hunde auf,
iegen empor, bei Fischern fische stehen auf, kommen
im Winter an die Eislöcher; belebt vom Winde: stehe
auf nordwind und kom sudwind Hohel. 4, 16; stuend
.. ein groszer sturmwind und ungewitter auf Aventin
1, 1096. 2) unsinnlicher = erstehen, aufkommen: ein
mensche, daz da sol üf stän, daz sol gewalt än ende
hän Barl. 62, 31; darnach wird ein mechtiger könig
aufsteben Dan. 11,3; werden falsche Christi und falsche
propbeten aufstehen Matth. 24, 24; von Begebenheiten,
Sitten u. a.: diser zeit ist aufgestanden die schentlich
ketzerei des Manicheus Aventin 1, 993; die veue
moden der kleidungen, welche geschwind nacheinander
folgten und aufstanden Simpl. 1, 150; jetzt veraltet,
doch noch Goethe: es ist der verwegene gedanke in
mir aufgestanden Brief an Schiller 1797, wol aber mehr
bildlich an 1 anlehnend. 3) auf etwas siehen, Fuß
fassen: ich stehe fest mit dem fusze auf; der regenbogen
schien auf der erde aufzustehen; sein fusz hat
oder ist auf dem boden aufgestanden. 4) offen stehen:
die tbur, das fenster steht auf, hat oder ist aufgestanden;
die augen standen ihm weit auf Schiller
4, 72.— aufsteigen, aufwärts, in die Höhe steigen, von
Lebewesen, aus einem thale, auf einen berg; auf ein
Pferd, einen wagen; sahe er ander sieben küe aus dem
wasser aufsteigen 2. Mos. 41, 3; sie stiegen auf in den
himel Offenb. 10, 12; leiter, treppe, berg, fels aufsteigen
(wie mhd. ein gebirge ungebiure steic er uf Krone);
im aufsteigen fuhlte er an das tueb seiner kleider
reytag Soll 2,353; von Dingen, raketen, schwärmer,
rachen steigen auf; wolken, rauch, nebel, dunst; der
rauch jrer qual wird aufsteigen Ofsenb. 14, 11; wolkenstreifen,
die von den mittägigen bergen aufsteigen
Goethe 27, 53; duft der aus ..frischer wäsche aufstieg
Freytag Soll 1, 101; die aufsteigenden perlen
im glase Heyse Par. 2, 110; mond, sonne, daher der
morgen Geibel 2, 199; hugel, berge; vo . der wohlumzäunete
weinberg aufstieg Goethe Herm. u. Dor.;
bauwerke: wie viel altäre stiegen vor euch auf Goethe
13, 140; häuser, die um den marktplatz aufstiegen
Freytag Soll 2,111; unsinnlich: einer steigt zu ehren.
wurden auf; vom niedern dienst im stalle stieg ich
auf . zu dieser wurd und höhe Schiller Picc. 4, 4;
sein königreich steig auf 1. Chr. 15, 2; gedanken, empfindungen,
verdacht, entschlusz, ärger (Freytag Soll
ĩ, 183) steigen auf; aufsteigende linie (Abstammung
in gerader Linie aufwärts), reibe:; nach aufsteigender
ordnung Goethe DuW. 5. — ausfstellen, aufrecht hin
oder über etwas stellen, tische, stuhle; stellen Sic Ihr
tableau auf Schiller Fiesko 2, 17; teller auf den tisch;
waren zum verkauf; netze, eine falle; von Personen:
sie stellten sich an der ecke auf., um den kaiser zu
sehen; ein heer, wachen, posten aufstellen; hat seine
reiter aufgestellt Droste 410; unsinnlicher, wie hinstellen:
einen fürsten aufzustellen Schiller 6,63; etwas
aufstchen — ausstellen.