Full text : Deutsches Wörterbuch. Erster Band A-G. (1)

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3,  8;  als  er  sie  wie  eine  feder  vom  stubl  aufspringen
sah  Heyse  Par.  3,  56;  ein  hase,  wasser,  ein  gquell  sprang
auf;  ein  blutstrabl  hoch  aufspringt  Uhland  391;  sich
plötzlich  össnen,  von  Thüren,  Sölösiern.  Gefäßen;  die
knospe  springt  auf  Steinbach;:  da  dir  vorhin  vom
scharfen  ritt  das  reitwamms  aufgesprungen  Geibel
2,  153;  Risse  bekommen,  baut,  hände,  lippen  springen
auf.  —  aufsprosfen,  wie  autsprieszen:  ein  geschlecht
wird  weggemäht,  und  das  andere  sproszt  auf  Goethe
W.  Meister  4,  15.—  aufsprudeln,  sprudelnd  empor  gehen:
der  duell  der  kubl  am  altar  aufsprudelt  Geibel  1,  108.
—  aufsprühen,  sprühend  empor  gehen:  flammen,  funken
sprühen  auf;  wo  sturmisch  noch  des  innern  lebens
quelle  aufspruht  Geibel  2,  273.  —  Aufsprung,  m.
das  Springen  in  die  Höhe  oder  auf  etwas,  mhd.  alsprune:
  aufsprung,  als  wenn  ein  hengst  auf  ein  stüten
springt  Maaler;  im  crsten  moment  seines  (des  Wasserstrahls
  in  der  Cascade)  aufsprunges  Schiller  4,  288.—
aufspürcn,  spürend  auffinden,  ein  wild,  eine  urkunde.

ufstachelu,  mit  dem  Stachel  empor  treiben;  bildlich,
  reizen:  der  andere  leute  zu  prozessen  aufstachelte
Freytag  Soll  1,  130;  wuszte  ihn  gegen  seinc  frau
aufzustacheln  Keller  Seldw.  2,  130.  —  aufstampfen,
stampfend  auftreten,  mit  dem  fusze.  —  Aufstand,  m.
1)  Handlung  des  Aufstehens;  Aufbruch  in  einer  Gesellschaft,
  bei  Handwerksburschen  von  einem  Meister  Adelung;
  Erhebung,  Zusammenlauf  einer  Menge:  die
anstalten  sollen  mit  vorsicht  getroffen  werden,  dasz
kein  aufstand  erfolgt  Schiller  Kab.  3,  1;  Empörung
(schon  bei  Stieler):  das  lond  ist  im  aufstand  Freytag
  Soll  2,  138.  2)  bergmännisch,  Bericht  von  der
Beschaffenheit  eines  Bergwerks.  3)  unterste  Platte  einer
Säule,  plinthus  Stieler.  —  aufständisch,  in  Aufstand,
Empörung  begriffen:  aufständische  bauern;  die  aufständischen
  zogen  sich  vor  unsern  truppen  zuruck;
früher  auch  aufständig.  —  aufstapeln,  im  Stapel  aushäufen,
  aufhäufen  überhaupt:  lag  in  langen  speichern
ein  groszer  theil  der  fremden  waaren  aufgestapelt
Freytag  Soll  1,  56;  priesen  die  aufgestapelten  schätze
Immermann  Münchh.3,  13.—  anfstarren,  starr  empor
stehen:  im  beginn  aufstarrender  hugel  Voß  Id.  18,  32;
tarr  empor  blicken:  sie  starren  auf  Werke  6,  155.  —  auftaucn,
  stauend  häufen,  waren  an  einem  orte;  aufgestautes
wasser;  mit  dem  groszstädtischen  verkehre,  der  sich
hier  dreimal  im  jahre  aufstautc  Treitschke  3,  504.—
ausstechen,  stechend  aufnehmen,  ein  bund  heu,  stuckfleisch
  mit  der  gabel;  bildlich:  einem  etwas  aufstechen,
tadelnd  aufzeigen;  vor  einer  menge  von  kennern,  wissenden
  und  aufstechenden  Goethe,  älter  auch  einen:  dasz
man  uns  allbereits  beim  herrn  praelaten  hatte  aufgestochen-und
  angegeben  Albertini  Landstörz.  414;  mit
Stichen  auf  etwas  befestigen,  schuster  stechen  laschen
und  absätze  auf;  stechend  frisch  machen,  eine  abgenutzte
kupferplatte;  stechend  lockern,  erde,  gartenland;  öffnen,
blattern,  geschwure,  austern;  bei  Jägern,  einen  Hasen
mit  dem  Hunde  aus  dem  Lager  ausjagen.  —  aufstecken,
1)  in  die  Höhe  oder  über  etwas  stecken,  haare,  2öpfe
(Heyse  Par.  1,  226.  2,  267);  vorhänge  am  fenster,  fahne
am  dach;  er  stcckt  des  Nicanors  kopf  auf  2.  Macc.
15,  35;  ein  licht;  auch  übertragen,  einem  ein  licht  aufstecken,
  ihn  aufklären;  ein  ziel;  frömmigkeit  als  zweck
und  zicl  aufsteeken  Goethe  22,  236;  aus  Steckwerk  in
die  Höhe  richten,  eine  Laube:  sie  haben  aus  maien  sie
aufgesteckt  Plundersw.  145;  übertragen,  vor  sich  bringen
(in  älterer  Spr.):  viel  darbei  gewinnen  und  aufstecken
können  Zinkgref  1,  291.  2)  ein  neueres,  noch  von
Campe  nicht  erwähntes  aufstecken  —  aufgeben,  nicht
mehr  treiben,  aus  dem  Niederdeutschen,  übertragen  aus
einer  sinnlichen  Bed.:  mud.  Petre,  stiek  din  swerd  up
im  Bremer  liber  precum  (15.Jh.)z  niederl.  zijnen  degen,
ziin  mes  opstecken,  cinstecken;  daher  nicht  mehr  kämpfen
wolleu,  und  überhaupt  ruhen,  seiern;  in  gewöhnlicher

aufsprossen  —  ausstecken.

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Rede  oft:  wir  wollen  die  sache  aufstecken;  er  bat  sein
geschäft  aufgesteckt.  —  aufstchen,  1)  von  Personen,  sich
erheben,  vom  Bett,  Lager,  Schlas:  mit  selden  mueze
ich  hinte  #f  sten  Walther  24,  18;  stehe  auf,  und  nim
das  kindlin  Matth.  2,  13;  der  bräntgam  kompt.  steht
auf,  die  lampen  nimpt  Phicolai;  er  ist  heute  frub,
sput  aufgestanden;  sprichwörtlich:  wer  ihn  betrugen  will,
musz  fruh  aufstehen;  vom  Krankenlager:  stehe  auf,  und
wandele  Matth.  9,6;  vom  Mahl:  stund  er  vom  aberdmal
  auf  Joh.  13,  4;  vom  Sitz,  und  hier  ost  als  Zeichen
der  Ehrerbietung:  fur  eim  grawen  heubt  soltu  aufstehen,
und  die  alten  ehren  3.  Mos.  19,  32;  in  gehobener  Rede
einem  aufstehen:  dem  neuen  der  hereintrat,  wenn  er
würdig  genug  war,  standen  sie  auf  Goethe  Wahlverw.
2,  3;  von  den  Toten:  die  verstorbene  stehen  nicht
auf  Jes.  26,  14,  vgl.  auferstehen;  in  Empörung:  das
volk  steht  auf,  der  sturm  bricht  los  Körner;  von
Tieren,  weidmännisch,  vögel  stehn  vor  dem  hunde  auf,

iegen  empor,  bei  Fischern  fische  stehen  auf,  kommen
im  Winter  an  die  Eislöcher;  belebt  vom  Winde:  stehe
auf  nordwind  und  kom  sudwind  Hohel.  4,  16;  stuend
..  ein  groszer  sturmwind  und  ungewitter  auf  Aventin
1,  1096.  2)  unsinnlicher  =  erstehen,  aufkommen:  ein
mensche,  daz  da  sol  üf  stän,  daz  sol  gewalt  än  ende
hän  Barl.  62,  31;  darnach  wird  ein  mechtiger  könig
aufsteben  Dan.  11,3;  werden  falsche  Christi  und  falsche
propbeten  aufstehen  Matth.  24,  24;  von  Begebenheiten,
Sitten  u.  a.:  diser  zeit  ist  aufgestanden  die  schentlich
ketzerei  des  Manicheus  Aventin  1,  993;  die  veue
moden  der  kleidungen,  welche  geschwind  nacheinander
folgten  und  aufstanden  Simpl.  1,  150;  jetzt  veraltet,
doch  noch  Goethe:  es  ist  der  verwegene  gedanke  in
mir  aufgestanden  Brief  an  Schiller  1797,  wol  aber  mehr
bildlich  an  1  anlehnend.  3)  auf  etwas  siehen,  Fuß
fassen:  ich  stehe  fest  mit  dem  fusze  auf;  der  regenbogen
  schien  auf  der  erde  aufzustehen;  sein  fusz  hat
oder  ist  auf  dem  boden  aufgestanden.  4)  offen  stehen:
die  tbur,  das  fenster  steht  auf,  hat  oder  ist  aufgestanden;
  die  augen  standen  ihm  weit  auf  Schiller
4,  72.—  aufsteigen,  aufwärts,  in  die  Höhe  steigen,  von
Lebewesen,  aus  einem  thale,  auf  einen  berg;  auf  ein
Pferd,  einen  wagen;  sahe  er  ander  sieben  küe  aus  dem
wasser  aufsteigen  2.  Mos.  41,  3;  sie  stiegen  auf  in  den
himel  Offenb.  10,  12;  leiter,  treppe,  berg,  fels  aufsteigen
(wie  mhd.  ein  gebirge  ungebiure  steic  er  uf  Krone);
im  aufsteigen  fuhlte  er  an  das  tueb  seiner  kleider

reytag  Soll  2,353;  von  Dingen,  raketen,  schwärmer,
rachen  steigen  auf;  wolken,  rauch,  nebel,  dunst;  der
rauch  jrer  qual  wird  aufsteigen  Ofsenb.  14,  11;  wolkenstreifen,
  die  von  den  mittägigen  bergen  aufsteigen
Goethe  27,  53;  duft  der  aus  ..frischer  wäsche  aufstieg
  Freytag  Soll  1,  101;  die  aufsteigenden  perlen
im  glase  Heyse  Par.  2,  110;  mond,  sonne,  daher  der
morgen  Geibel  2,  199;  hugel,  berge;  vo  .  der  wohlumzäunete
  weinberg  aufstieg  Goethe  Herm.  u.  Dor.;
bauwerke:  wie  viel  altäre  stiegen  vor  euch  auf  Goethe
13,  140;  häuser,  die  um  den  marktplatz  aufstiegen
Freytag  Soll  2,111;  unsinnlich:  einer  steigt  zu  ehren.
wurden  auf;  vom  niedern  dienst  im  stalle  stieg  ich
auf  .  zu  dieser  wurd  und  höhe  Schiller  Picc.  4,  4;
sein  königreich  steig  auf  1.  Chr.  15,  2;  gedanken,  empfindungen,
  verdacht,  entschlusz,  ärger  (Freytag  Soll
ĩ,  183)  steigen  auf;  aufsteigende  linie  (Abstammung
in  gerader  Linie  aufwärts),  reibe:;  nach  aufsteigender
ordnung  Goethe  DuW.  5.  —  ausfstellen,  aufrecht  hin
oder  über  etwas  stellen,  tische,  stuhle;  stellen  Sic  Ihr
tableau  auf  Schiller  Fiesko  2,  17;  teller  auf  den  tisch;
waren  zum  verkauf;  netze,  eine  falle;  von  Personen:
sie  stellten  sich  an  der  ecke  auf.,  um  den  kaiser  zu
sehen;  ein  heer,  wachen,  posten  aufstellen;  hat  seine
reiter  aufgestellt  Droste  410;  unsinnlicher,  wie  hinstellen:
  einen  fürsten  aufzustellen  Schiller  6,63;  etwas

aufstchen  —  ausstellen.