Contents : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1890. (81)

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gen)  ein  Jucken  oder  Brennen  unb  es  erhebt  sich  auf  der,  wenn  auch  ein  wenig  angeschwollenen  bochkeinesweges
  gerötheten  Hautstelle  ein  weißes  Bläschen,  welches  gewöhnlich  wie  ein  Hirsckorn  groß
und  mit  einer  klaren  wäßrigen  Flüssigkeit  gefüllt  is.  Dieses  schmerzlose  Bläschen  wird  häufig  für
ein  Hitzblätterchen  behaletn  und  ausgekratzt  oder  auch  gam  übersehen.  Laͤßt  man  es  ungestoͤrt,  so
wächst  es  nach  und  nach  bis  zur  Größe  eines  Taubencich)  felbst  bis  zu  der  einer  Walluuß.  Der
anfangs  durchsichtige  Inhalt  wird  trübe,  gelblich  und  später  sekbst  gerötbet.  Die  Blase  hat  dann
meist  eine  längliche  Gestalt  und  ist  mit  einem  bläulich  rothen,  etwas  angeschwollenen  Rande  umgeben,
der  sich  derb  und  hart  ansühk.  Qesstet  man  sie,  so  sikert  die  Flüss#gkeit  nur  kropfenweise  aus.  Wird
die  Blase  ganz  weggeschnicten,  so  erscheint  unter  ihr  die  Haut  lederartig  hart,  schmutzig  weiß,  bläulich
  oder  violett.  Diese  Zusälle  dauern  bis  zum  öten  oder  Sicm  Tage  nach  dem  Eutstehen  der  Blase.
Wird  aber  as  zuerst  entstandene  kleine  Bläschen  abgekratzt,  wie  c§  häußg  der  Fall  ick,  so  erscheinen
die  Zufälle  etwas  veräudert  und  folgen  rascher  aufeinander.  Zuerst  wird  dann  die  Stelle,  wo  das
Bläschen  stand,  roth  oder  bräunlich  gesärbe,  und  läßt  ciuen  kleinen  harten,  verschiebbaren  und  sehr
wenig  oder  gar  nicht  über  die  Haut  hervorragenden  Knoten  in  sich  sühlen.  Dioser  Knoten  wird
unter  zunehmendem  Jucken  bläulich,  später  roth-blau,  und  es  bildet  sich  in  ihm  cine  dünne  gelbliche
durchsichtige  scharse  Flüssigkeit;  er  vergrößert  sich  dabei  bis  zum  Umfange  cines  Achtgroschensiücks  und
dbarüber,  erhebt  sich  aber  sehr  wenig  über  die  Oberfläche  der  Haut.  Oft  entsichen  dann  in  seinem
Umfange  noch  ein  oder  mehrere  Blästchen,  dic  allmählig  cin  blaßgelbes  Anseheu  bekommen.  Weiterhin
  wird  nun  der  ctwas  einsinkende  Mittelpunkt  schwärzlich,  baldtrocken  und  schorfig.

Am  2ten,  3teu,  oft  aber  auch  erst  am  7eten  oder  S#ten  Tage  nimmt  die  Geschwulst  schnell
und  in  einem  weiten  Umkreise  zu,  es  entstehen  stechende  Schmerzen  nach  dem  Verlaufe  der  Nerven
und  Blutgefäße  des  leidenden  Dheits;  die  Haut  im  Umfange  der  Pustel  wird  etwas  aufgetrieben
und  weich,  gleichsam  teigig,  aber  vom  Drucke  des  Fingers  bleiben  keine  Gruben  in  ihr  zurück;  dabei
zeigt  sich  gewöhnlich  eine  leichte  rothlaufartige  Röthe  kreisförmig  um  die  zuerst  erkraukte  Stelle.
Letztere  selbst  erscheint  nun  brandig,  trocken,  ohne  Empfindung,  mit  einer  dunkelbraunen  oder  schwarzen
Brandkruste  bedeckt,  oder  es  bildet  sich,  wenn  die  ursprüngliche  Blase  noch  bis  dahin  bestand,  ein
brandiges  Geschwür,  indem  die  Blase  bersiet  und  durch  ihre  Jauche  die  nahe  liegenden  Theile,  sowohl
im  Umfange  als  auch  in  der  Tiese,  zerstört.

Um  diese  Zeit  gesellen  sich  zu  diesen  örtlichen  Leiden  in  der  Regel  auch  Zufälle  eines  allgemeinen
  Unwohlseyno,  besonders  ein  schneller,  voller  Puls,  abwechselnd  Frost  und  Hitze,  Schauer,
Maltigkeit,  Niedergeschlagenheit,  Eingenommenheit  des  Kopfs,  gelblich  belegte  Zunge,  Spannung,
Uebelkeit  und  Druck  in  der  Magengegend,  zuweilen  wirkliches  Erbrechen,  Leibesverstopfung  und  seltener
Abgang  einc  trüben,  gelblichen,  dicken  Urins.  Im  weiteren  Verlaufe  tritt  brennende  Hitze,  heftiger,
verzehrender  Durst,  Schwere  und  Druck  im  Kopfe,  Räthe  des  Gesichte,  Brustbekkemmung,  oft  auch
Schmerz  im  Lribe  cin;  die  Zunge  wird  ganz  trocken,  brann,  selbst  schwärzlich,  der  Pult  hart  und
sehr  schuell.  Der  örtliche  Brand  greift  zerstörend  weiter  um  sich;  die  meisten  Kranken  erbrechen  sich
oft  und  entleeren  dabei  eine  sehwärzliche  stinkende  Materic;  andere  bekommen  eine  heftige  Diarrhde,
wobei  eine  ähnliche  Flüssigleit  entleert  wird;  sie  werden  dabei  gleichgültig  gegen  ihren  Zustand,
bewußtlos  und  reden  irre,  zuletzt  entsichen  Zalte  Schweiße,  Konvulsionen  und  es  erfolgt  der  Tod.

Die  Dauer  der  ganzen  Krankheit  ist  sehr  ungleich  und  erstreckt  ssch  von  3  bis  zu  14  Tagen.

In  seltenen  Fällen  beschränkt  sich  die  Krankheit  auf  die  zuerst  beschriebenen  örtlichen  Leiben,
wo  ste  daun,  namentlich  wenn  früh  genug  cine  zweckmässige  Hülfe  geleistet  wird,  unter  Abstoßung,
ber  brandig  gewordenen  Hautparthie  in  Genesung  übergehen  kann.

Bemerkenswerth  ist  es,  dast  bei  den  solchergestalt  erkrankten  Menschen  an  der  Materie,
welche  in  den  Blasen  enthalten  ist,  so  wie  an  der  Jauche  in  den  brandigen  Geschwüren,  erfahrungsgemäs
  ein  Ansteckungssiosf  haftek,  der  dem  Milzbrandgiste  der  Thiere  in  seinen  Wirkungen  sehr
ähnlich  ist.  Auch  das  Blut  und  selbst  der  Schweiß  und  dic  ausgebrochene  Materie  fud  von  einem
solchen.  Stoffe  nicht  ganz  frei.

l)  Durch  eine  Ansteckung  der  zweiten  Art,  namenklich  durch  den  Genuß  des  Fleisches
  w.  von  einem  milzbrandkranken  Thiere,  und  noch  mehr  durch  den  der  davon  gekochten  Brühe,
cntstehen  im  Wesentli  den  dieselben  Krankheitozufälle,  wic  nach  der  äußern  Einwirkung  des  Gifteo,
nur  mit  einigem  Unterschiede  in  der  Zeit  und  Reihenfelge  des  Eintritts  derselben.  Die  betreffenden
Menschen  fühlen  bald  nach  dem  Genussr  des  gifrigen.  Fleisches  2c.  Urbelkeiten#  Magrudrücken,  Letez

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