Full text : Das Civil-Medizinal-Wesen im Königreiche Bayern. 2. Band. Die Medizinalpolizei. (2)

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Die  Apotheker-Gremien  haben,  wenn  ihre  Mahnungen  an
die  Gehilfen  und  Lehrlinge  bei  wahrgenommenen  Gebrechen
hinsichtlich  der  Disciplin  fruchtlos  bleiben,  Anzeige  an  die
zuständige  Distriktspolizeibehörde  zu  erstatten.

Von  allen  Personal-Substitutionen  im  Verhinderungsfalle
des  Apothekers  ist  außer  dem  Gerichtsarzte  auch  der  Distriktspolizeibehörde
  jedesmal  ungesäumte  Anzeige  zu  erstatten.

Die  regelmäßige  Beaufsichtigung  und  Controle  der  Apotheken
in  gewerbs=  und  sanitätspolizeilicher  Beziehung  ist  durch  die
betreffende  Distriktspolizeibehörde  benehmlich  mit  dem  Gerichtsarzte
  zu  pflegen.  Hiebei  hat  die  genannte  Behörde,  sowohl
auf  vorgängige  Anzeige  des  Gerichtsarztes,  wozu  derselbe  bei
jeder  regelwidrigen  Wahrnahme  instruktionsmäßig  verpflichtet
ist,  als  auch  in  Folge  anderweitiger  Anregung  und  von  Amtswegen,
  jedoch  wenn  thunlich  immer  nur  nach  vorgängiger
Einvernahme  des  letzteren,  die  geeigneten  Verfügungen  und
resp.  Einschreitungen  zu  treffen.

Die  Distriktspolizeibehörden  sind  insbesondere  verpflichtet,
mindest  einmal  des  Jahres  die  sämmtlichen  in  ihren  Amtsbezirken
  gelegenen  selbstständigen  und  Filialapotheken,  dann  die
Handapotheken  unter  Beiziehung  des  Gerichtsarztes  einer  genauen
Visitation  zu  unterwerfen.

Jährlich  wenigstens  einmal  soll  die  Polizeibehörde  unvermuthet
  mit  Zuziehung  eines  ausgezeichneten  Apothekers  oder
eines  Professors  der  Waarenkunde  die  in  ihrem  Bezirke  befindlichen
  Arzneiwaaren-Handlungen,  so  fern  sie  im  Kleinen
handeln,  untersuchen.

In  der  Haupt=  und  Residenzstadt  München  ist  die  Visitation
der  Apotheken  und  Materialhandlungen  wenigstens  halbjährig  von
der  Polizeidirektion,  jedoch  mit  Zuziehung  von  Abgeordneten
aus  dem  Magistrate  vorzunehmen.

Bezüglich  der  Thierärzte  haben  die  Distriktspolizeibehörden
  folgende  Obliegenheiten:

Sie  haben  nach  Vernehmung  des  Gerichtsarztes  der  Kreisregierung
  diejenigen  Thierärzte  zu  bezeichnen,  welche  so  vollkommen
  tüchtig  und  verlässig  erscheinen,  daß  sie  zur  Ertheilung
des  praktischen  Unterrichtes  an  die  Veterinär-Candidaten  autorisirt
werden  können.

Sie  haben  das  Zeugniß,  welches  der  Thierarzt  dem  Veterinär-Candidaten
  ausstellt,  der  unter  ihm  den  praktischen  Jahreskurs