Contents : Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen vom Jahre 1908. (74)

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stutzen  D)1.  (Abbildung  2)  und  mittels  des  Gummischlauchs  durch  das  Schlauchstück  D  (Abbildung  1)  in  das
Prismengehäuse  B,  von  hier  aus  durch  den  in  der  Abbildung  1  gezeichneten  Schlauch  nach  dem  Prismengehäuse  4
gedrängt  und  fließt  durch  die  Metallhülse  des  Thermometers  M,  den  Stutzen  und  den  daran  angebrachten
Schlauch  ab.  Die  beiden  Glasprismen  und  das  QOuecksilbergefäß  des  Thermometers  werden  durch  das  warme
Wasser  erwärmt.

Durch  geeignete  Stellung  des  Quetschhahns  regelt  man  den  Wasserzufluß  zu  dem  Heizkessel  so,  daß  das
aus  E  austretende  Wasser  nur  in  schwachem  Strahle  ausfließt  und,  daß  das  Thermometer  bei  festen  Fetten
eine  Temperatur  von  nicht  unter  380  und  nicht  über  420,  bei  Olen  nicht  unter  250  und  nicht  über  270
anzezof.  Licpen  Fetfe  zur  Ontersucheng  vor,  seelche  schon  bez  420  erstarres,  80  darf  dee  Temperatur
des  Hezaassers  Nur  allmáll#ch  9#  Stez  gertk  und  nach  Beendei9###n#o  der  Messungen  nur  allmänlich  wieder
vermindert  werden.  Einer  Erhöhung  der  LZemperafur  über  600  Ernaus  tozrd  es  nicht  beclürfen.

6.  Aufbringen  des  geschmolzenen  Fettes  auf  die  Prismenfläche  und  Ablesung  der  Refraktometerzahl.

Man  öffnet  das  Prismengehäuse  des  Refraktometers,  indem  man  den  Stift  7'  (Abbildung  1)  etwa  eine
halbe  Umdrehung  nach  rechts  dreht,  bis  Anschlag  erfolat;  dann  läßt  sich  die  eine  Hälfte  des  Gehäuses  (5)  zur
Seite  legen.  Die  Stütze  I  hält  5  in  der  in  Abbildung  1  dargestellten  Lage  fest.  Man  richtet  das  Instrument
mit  der  linken  Hand  so  weit  auf,  daß  die  freiliegende  Fläche  des  Glasprismas  5  annähernd  horizontal  liegt,
bringt  mit  Hilfe  eines  kleinen  Glasstabs  drei  Tropfen  des  filtrierten  Fettes  auf  die  Prismenfläche,  verteilt  das
geschmolzene  Fett  mit  dem  Glasnäbchen  so,  daß  die  ganze  Glaefläche  davon  benetzt  ist,  und  schließt  dann  das
Priemengehäuse  wieder.  Man  drückt  zu  dem  Zwecke  den  Teil  B  an  4  an  und  führt  den  Stift  F  durch  Drehung
nach  links  wieder  in  seine  anfängliche  Lage  zurück;  dadurch  wird  der  Teil  B  am  Zurückfallen  verhindert  und
zugleich  ein  dichtes  Aufeinanderliegen  der  beiden  Prismenflächen  bewirkt.  Das  Instrument  stellt  man  dann  wieder
auf  seine  Bodenplatte  und  gibt  dem  Spiegel  eine  solche  Stellung,  daß  die  Grenzlinie  zwischen  dem  hellen  und
dunklen  Teile  des  Gesichtsfeldes  deutlich  zu  sehen  ist,  wobei  nötigenfalls  der  ganze  Apparat  etwas  verschoben  oder
gedreht  werden  muß.  Ferner  stellt  man  den  oberen  ausziehbaren  Teil  des  Fernrohrs  so  ein,  daß  man  die  Skala
scharf  sieht.

Nach  dem  Aufbringen  des  geschmolzenen  Fettes  auf  die  Prismenfläche  wartet  man  etwa  3  Minuten
und  liest  dann  in  dem  Fernrohr  ab,  an  welchem  Teilstriche  der  Skala  die  Grenzlinie  zwischen  dem  hellen  und
dunklen  Teile  des  Gesichtsfeldes  liegt;  liegt  sie  zwischen  zwei  Teilstrichen,  so  werden  die  Bruchteile  durch  Abschätzen
ermittelt.  Sofort  hinterher  liest  man  das  Thermometer  ab.

Die  abgelesenen  Refraktometerzahlen  sind  in  der  Weise  auf  die  Normaltemperatur  von  400  umzurechnen,
daß  für  jeden  Temperaturgrad,  den  das  Thermometer  über  400  zeigt,  0,55  Teilstriche  zu  der  abaelesenen
Refraktometerzahl  zuzuzählen  sind,  während  für  jeden  Temperaturgrad,  den  des  Thermometer  unter  400  zeigt,
O,5STeilstriche  von  der  abgelesenen  Refraktometerzahl  abzuziehen  sind.

7.  Reinigung  des  Refraktometers.

Nach  jedem  Versuche  müssen  die  Oberflächen  der  Prismen  und  deren  Metallfassungen  sorgfältig  von  dem
Fette  gereinigt  werden.  Dies  geschieht  durch  Abreiben  mit  weicher  Leinwand  oder  weichem  Filtrierpapier,  wenn
nötig,  unter  Benutzung  von  etwas  Adher.

#.  Prüfung  der  Refraktometerskala  auf  richtige  Einstellung.

Vor  dem  erstmaligen  Gebrauch  und  späterhin  von  Zeit  zu  Zeit  ist  das  Refraktometer  daraufhin  zu
prüfen,  ob  nicht  eine  Verschiebung  der  Skala  stattgefunden  hat.  Hierzu  bedient  man  sich  der  dem  Apparat  beigegebenen
  Normalflüssigkeit  1).  Man  schraubt  das  zu  dem  Refraktometer  gehörige  gewöhnliche  Thermometer  auf,
läßt  Wasser  von  Zimmertemperatur  durch  das  Prismengehäuse  fließen  (man  heizt  also  in  diesem  Falle  die  Heizvorrichtung
  nicht  an),  bestimmt  in  der  vorher  beschriebenen  Weise  die  Refraktometerzahl  der  Normalflüssigkeit  und
liest  gleichzeitig  den  Stand  des  Thermometers  ab.  Wenn  die  Skala  richtig  eingestellt  ist,  muß  die  Normalflüssigkeit
  bei  verschiedenen  Temperaturen  folgende  Refraktometerzahlen  zeigen:

 

1)  Die  Normalflüssigkeit  ist  von  der  Firma  Carl  Zeiß  in  Jena  zu  beziehen;  sue  ist  vor  Licht  geschutst  und  in  cues
verschlossenen  Gefässen  au/zubeiahren  und  darf  n#icht  dlfter  als  6  3lonate  sein.