20 Erster Zeitraum.
diese Aufgabe in kurzer Zeit. Um ihn hierfür sowie für die großen Ver—
dienste, welche Friedrich sich um Brandenburg erworben hatte, zu belohnen,
und um auch in Zukunft an ihm eine starke und treue Stütze zu haben, trat
Sigismund ihm die Mark Brandenburg samt der Kurwürde und
dem Erzkämmereramte 1415 erblich ab. In Begleitung einer kaiserlichen
Gesandtschaft kehrte Friedrich als Kurfürst in die Mark zurück, ließ
sich in Berlin von den Ständen als Landesherrn huldigen und gewährte
ihnen ihre alten Freiheiten, Gewohnheiten und Rechte. Die seit zwei Jahren
gefangen gehaltenen Nitter erhielten die Freiheit und ihre Schlösser zurück und
huldigten ebenfalls ihrem neuen Landesherrn. Dann machte sich Friedrich
wieder auf nach Konstanz, wo er am 18. April 1417 vom Kaiser mit
größter Feierlichkeit und vielem Gepränge öffentlich mit Brandenburg
belehnt wurde. Im folgenden Jahre ernannte Sigismund den Kur-
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Die Mark beim Regierungsantritt Kurfürst Friedrichs I.
fürsten sogar zu seinem Statthalter in deutschen Landen „mit voller Befugnis
zu thun und zu lassen“ wie er selber.
Die Mark Brandenburg zählte damals nur 160 000 Einwohner und
umfaßte 1) die Altmark, 2) die Mittelmark, 3) die Prignitz, 4) das
Land Sternberg, 5) einen Teil der Uckermark, deren größter Teil sich
in den Händen der Pommern befand. Dazu war in den letzten hundert
Jahren auch der größte Teil der landesherrlichen Güter, Rechte und Einkünfte
in fremde Hände geraten, und Kurfürst Friedrich wurde noch durch
Kämpfe mit den Nachbärn und im Reiche abgehalten, seine volle Kraft der
Mark zuzuwenden: die Pommernherzöge waren darüber erbittert, daß Sigismnund
die Lehnshoheit Brandenburgs über Pommern anerkannte, und fielen
deshalb in die Mark ein" aber Friedrich schlug sie bei Angermünde
und behielt diese Stadt, vermochte indes nicht die ganze Uckermark zurückzugewinnen.