1. Die Neugründung des Staates durch den Großen Kurfürsten. 69
5. Spätere Werke den Friedens.
Friedrich Wilhelm hatte sich in Holland davon überzengt, wie wichtig
eine Handels= und Kriegsflotte für ein Land ist; deshalb strebte er seit
dem Beginn seiner Regierung danach, sein Volk an dem Seehandel teilnehmen
zu lassen. Schon 1647 gründete er eine überseeische Handelsgesellschaft, die
sich aber bald wieder auflöste. Wie schmerzte es ihn, als er 1648 das für
die Schiffahrt so günstig gelegene Stettin den Schweden lassen und 1679 es
ihnen wieder abtreten mußte! Dadurch ließ er sich aber in seinem Vorhaben
nicht irremachen. Bereits im Kampfe um Pommern (1676), besonders bei
der Belagerung von Stettin, konnte er sich auf eine kleine Flotte stützen, die
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riegsschiffe des Großen Kurfürsten.
er sich mit Hilfe des Holländers Raule geschaffen hatte (S. 63), und die 1681
schon 30 Schiffe zählte. Als die Spanier dem Kurfürsten versprochene Hilfs—
gelder nicht zahlen wollten, brachten brandenburgische Fregatten zwei spanische
Schiffe nach Pillau, die für Rechnung des Kurfürsten verkauft wurden. Auf
Raules Rat schloß der Kurfürst 1681 mit Negerhäuptlingen an der Küste von
Guinea Verträge, in denen sie den Kurfürsten als ihren Herrn anerkannten,
die Erlaubnis zur Erbauung einer Festung an ihrer Küste erteilten und gelobten,
nur mit Brandenburgern Handel treiben zu wollen. Darauf errichtete
der Kurfürst eine „Afrikanische Handelsgesellschaft" und sandte 1682 den
Major von der Gröben mit zwei Schiffen und einer Kompanie Soldaten
ab, der an der Goldküste beim Vorgebirge der drei Spitzen die Festung