ummer 138
„Nach weiterer kurzer Drbatte werden die drei
Gesetzentwürse einem 21 gliedrigen Ausschuß
Üübsrwiesen, die beiden vom Ausschuß gestrichenen
wortragenden Räte bewilligt und schließlich der
ganze Etat genebmigt.
Bwwerischer Landtag.
* München. 13. Juni.
Kurze Ansragen. — Verhältniswahl.
— Etat der kal. Bank.= Verlängerung
der Landtagswahlzeit. — Versicherungsgeseh#e.
—. Knappschafts.
wesen.
Zunächst beschäftigte sich das Haus mit kur.
zen Anfragen
Darauf wurde die Abstimmung über die
Wahlrechtsanträge vorgenommen. Die
Anträge der Sozialdemokraten und Liberalen
auf allgemeine Einführung der Verhältniewahl
zum Landtag, Herabsetzung des Wahlalters auf
21 Jahre und Einführung des Frauenstimmrechtes
wurden abgeleh nt, angenommen
wurde mit den Stimmen des Zentrums der
Antrag Held, der die Verhältniswahl für
die Städte München, Nürnberg. Firth, Augshurg
und Ludwigshafen vorsieht.
Es folgte der LOaushalt der kgl. Bank.
Bezüglich der Rechnunge nachweisungen für 1914
ist vom Ausschuß die Fritttellung gemacht worden,
daß die Art der Verteilung des Reingewinnes
der Igl. Bank für das Jahr 1914
nicht dem einstimmig gesaßten Veschluß der beiden
Kammern des Landtages entspricht.
In der Nachmittagssitzung
wird der Ausschußantrag einstimmig angenom.
men, der Geschäftsbericht der kal. Bank zur
Kenuntnis genommen und der Etat selbit mit
dem Abänderungsantrag Held bewilligt.
ie Staals regierung hat einen Gesetzenkwurf
vorgelegt, uelcher eine Aenderung des
Brand-, Lagel . Viel- und Pferdeversicherungeg
eie bhes bezweckl. Durch die
Aenderung und Ergänzung verschiedener Paragraphen
soll eine bessere Vertretung der Versicherten
bei der Brandversicherungsanitalt, eine
gleichmaßigere Vecteilung der Beilragsüber.
schüsse der Anftalt und eine Anpafung der
Brandversicherung an die Bedurinisse der
Kriegszeit ermöglicht werden. Verbesse rungen
bringt der Gesetzentwurf auch fur die Hagelversicherung,
die Vieh= und Pferdeversicherung.
Nach Bemerlungen verschiedener Abgeordneter
und erläniernden Darlegungen des Prästdenten
der Igl. Bersicherungsiammer,, Dr. v.
Englert, zu den Anregungen aus dem Hause
wird die Sitzung vertagt.
Die namentliche Absiimmung über den Gesetzentwurf
wird wegen der schwachen Besetzung
des Hauses auf nächsie Woche verschoben.
#anerische Auchchler
Tödlicher Sturz. Der Bräumeister Joseph
Aigner in Schongan slürzte, als er abends
um 10 Uhr nach Hause zurücksuhr, zwischen
Ramsauer Verg und Rottenbuch (bei Peißenberg
auf fan ebener Strecke und ohne sichtlichen
Grund rom Fahrrad und erlitt dabei
einen doppelten Schädelbruch. Die Verletzung
führte den baldigen Tod des Mannes herbei,
der eine Frau mit sieben unmündigen Kindern
Dinterläßt.
Nachalimenswert. Die Privatiere Regina
Matbeis aus Reichert: beuern führt beuer
in Tölz ihr 50. Patenlind zur Firmung. Sie
hat sich damit ein um so größeres Verdienst
erworben. als es sich bei ihren Firmlingen meist
um Kinder aus dürftigen Familien handelt,
welche oft nicht wissen, mo sie anklopfen sollen,
um eine Firmpatin zu finden.
Vom Blitz erschlagen. In Barbing bei
Regensburg wurde der 19 jährige Sohn des
Oekonomen und Bürgermeisters Georg Freidl,
als er während eines Gewitters aus der Wiese
mit Mähen beschäftigt war, vom Blig erschlagen.
Seine beiden Brüder, die neben ihm beschäftigt
waren, kamen mil dem Schrecken davon.
An seinem Todestage traf seine Einbe,
rufung zum Heeresdienst ein. Die hochgeachtete
Familie wird allgemein betrauert.
Ein unerquicklicher Auftritt spielte
sich jüngst nächtt der Maschinenfabrik Augsburg
auf der Straßenbahminic 5 ab, weil sich
der Wagenführer weigerte, abzufahren, solange
die Triktbretter und Pusser von Fahrgästen
besetzt gehalten wären. Einige Rohlinge rissen
den Wagenführer wom Wagen herunter und
werprügelten ihn. Das Verhalten des Führers
war um so berechtigter, als sich erst vor kurzem
durch den Unsug, auf die Puffer zu steigen,
ein tödlicher Unsall ereignete.
Das Eisenbahnunglück bei Augs
burg. Die Strecke Westheim---Gessertshausen
lonnte gestern nachmittag mit den Zügen 906,
908 den eingleisigen Betrieb wieder aufnehmen.
Die beiden Soldaten, die bei dem Unfall ge.
tötet wurden, konnten festgestellt werden als der
Soldat Friedrich Schmid und der Gefreite Viktor
Klingler, beide von der Fliegerersatzabtein
lung 1 in Schleibbeim. Ersterer ist in Bayreuth.
letzterer in Augsburg wohnhaft. Weitere
Personenverletzungen auch des Lokomotiopersonals
find nicht eingetreten. Die Sanitätslolonne
Augsburg unter Führung des Herrn
Heinrich Ammon war zur Bergung der Leichen
anwesend. Die Wfrallmungekrichter lind im
Aofenhemer Anzesgen
Verlaufe des gestrigen Tages zum großten Teil
durchgeführt worden und werden vorauesichtlich
im Laufe des heutigen Tages beendel werden.
er Mangel an Klei dern macht selbst
die Hasen- und Vogelscheuchen auf den Feldern
unsicher. Dieser Tage sahen zwei Soldaten in
Psassenhosen a. d. Jlm einen Mann an eine
Dogelscheuche heranschleichen, den dort hängenden
alten Ueberzieher an sich nehmen und damit
verschwinden. Auch aus anderen Landgemeinden
wird die „Beraubung'“ von Vogelscheuchen
gemeldet.
Gefallener Feldgei##licher. Der 48
Jayre alte Pfarrer Fridolin Eisele von Inneringen
bei Lindau, der als Felddivisionspfarrer
der 52. Jnsanterie- Division wirkie, hat
mitten in ausopfernder Ausübung seines Berufes
den Heldentod erlitten. In einem Nachruf
rühmt der Dioisionekommandeur den unermüdlichen
Eifer und die vorbildliche Pflichttreue,
die 1 Geistlichen bei Offizieren und
Mannschaften hohes Ansehen erwarben. Er war
mit dem Eisernen Kreuz 1. und 2. Klasse ausgezeichnet.
Suverisches Oberlans.
Ampfing, 13. Juni. Leichensund. In
der Isen nächst der Himmühle wurde die Leiche
de#„ #l jährigen, verheirateten Grenzaussehers
Hugo Seifarth von Haiming bei Burghausen
aufgesunden. Seifarth. Vater von fünf, Kindern,
dürste den Tod in der Isen gesucht haben.
VBad Reichenhall, 14. Juni. Gesperrte
Straße. Infolge graßer nach dem Wolken,
bruch am Dienetagabend niedergegangener
Steinlawinen ist die Slaatsstraße Thumsee-Wegscheid
(Richtung Mauthäus bis auf weileres
gespertt.
Cokalnachrichten.
Rosenheim, 15.
Die „Zwangvdeinquartierung'“.
Im Feichen der Wohnungs not wird neuerdings
vielsach eine er zwangsweisen Unterbringung
obdachloser Ka#ilien in übermäßig großen
Wohnungen das Wort geredet. Die „Verbrauchswirtichaft
im Kriege“ schreibt hierzu:
Noch unglücklicher erscheint die jetzt mit
besonderem Nachdrut propagierte „Zwangseinquartierung“.
Gewiß, wenn alle anderen Mittel
Versigirn, wenn gar keine Möglichkeit bestände,
die abdachlosen Familien in eigenen Wohnungen
unterzubringen, damm könnte man allenfalls dam
schreiten, von denjenigen, die übermäßig große
Wohnungen inne haben, die Abtretung einiger
NRäume zu verlangen. Aber man gebe sich doch
leinen Illusionen darüber hin, daß dadurch den
wohnungelosen Familien ein behagliches Heim,
wie sie es verdienen, auf das sie billigen Anspruch
haben, geschaffen werde! Beide Teile,
die Quartiergeber wie die Einquartierten, werden
das erzwungene Beisammensein in den mei-
Juni.
sten Fällen als einen höchst ungemütlichen Zu„
stand empfinden. Und einer gesunden, vernünftigen
Wohnungspoli til sprechen solche Pläne geradezu
Hohn. Der Apell an den Patriotis emus, der
bei den VBersuchsballous, die man in dieser Sache
jetzt steigen läßt, natürlich auch wiederkehrt, ist
gar micht am Platze. Es seblt nur noch, daß man
behauptet, solch ein Zufammenpferchen von mehreren
Familien in einer Wohnung trage zur
Verminderung der Klassengegensätze bei, oder
daß man den berüchtigt gewordenen Ausspruch
des Vorsitzenden des Zentral-Verbandes deutscher
Haus= und Hrundbesitzervereine, Justizrat
Baumert, wiberholt, der sich von der gemeinsamen
Benurung eines Aborts durch mehrere
Familien eine Erzieh ung zur Sauberkeit versprach.
Gunz schief ist auch der Vergleich mit
der Aufnahme der oftpreußischen Flüchtlinge.
In der nur eine kurze Belastungsdauer annehmenden
und deshalb so opferbereiten Begeisterung
der eriten ##egszeit erschien manches möglich,
was sich heute als undurchführbar erweist.
Zudem wußte damals jeder, daß die Aufnahme
nur für kurze Zeit verlangt wurde. Und vor
allen Dingen fehlte damals noch die bittere Erfahrung,
daß die Lasten in der Hauptsache immer
von denselben Schichten getragen werden müssen,
daß es außerhalb dieser Schichten immer noch
Kreise gibt, die verhältnismäßig wenig von Einschränkung
und Opfern erfahren, während jetzt
jedermann, ohne prophetische Gaben zu besitzen,
im voraus sagen kann, daß man vielleicht zuallerletzt,
wahrscheinlich aber auch garnicht, die
Palãste und Schlosser zu „Acylen für Obdach—
lose“ herrichten wird.
*
Auszeichnungen im Felde. Der Unterjäger
Martin Nagele wurde mit der kleinen
silbernen Tapferleitsmedaille ausgezeichnet. Die
große Silberne und zwei weitere Aus= reichnungen
wurden ihm bereits früher verliehen. Gleichzeitig
wurde er zum Zugführer besördert. Nagele
steht seit Beginn des Krieges im Felde und
davon zwei Jahre bei einem Kailerschützen.
giment an der Tiroler Front. Er ist ein Sohn
Der Pächterseheleute Nagele in Regau bei Brannenburg.
— Georg Berr beim 16. bayer. Inf.=Rgt.,
der vor kurzem zum Gefreiten befördert
wurde, hat nunmehr auch das Eiserne Kreuz
2. Klasse belommen. Dos Verdienstkreuz er-Hielt
er schon früher. Er ist ein Sohn des Stadt.
musikmeisters Berr hier rokuristen
Dem
Fustav Martin, zurzeit esreiter! im baper. Inf-
Ngt. 10, welcher bereits mil dem Militär-Verdienstlreuz
J. Klasse mit Schwertern ausgereichnel
ist, wurde für sein tapferes Verhalten auch
das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Der
seit Kriegebeginn bei einem Fußartillen##e-Bat.
an der Westfront stelende Unteroffizier Mar
Lerch, Sohn des kgl. Oberbauführers Bortenlänger
hier, wurde mit dem Eisernen Kreuz 2.
Klasse ausgezeichnet und rum Sergeanten befördert.
diözesa nnachrichten. Der König hat
die kath. Pfarrei # Lenggrie?, Bu. Tölz, dem
Beueli. iumsverweser bei U. L. Frau in München
DTer Joseph Holzuer, zurzeit Divisionspfarrer
im Feld, übertragen.
Feierlicher Kriegsgottesdienst.
Morgen, Sonntag, um 8 Uhr sindet in der
Stadtpjarrkirche seierlicher Kriegsgottesdienst
statt, bei dem der H. H. Dioisionspfarrer P.
Rupert Mayer S§. J. die Festpredigt halten wird.
Vortrag. Am Montagabend 8 Uhr wird
der Landesfelretär der Organisalion der Katloliken
jür Schule und Erziehung, H. H.
Pfarrer Werthntamn Müürhbur! in einer Versammlung
des kath. Frauenbundes im
Flötzinger- Saal sorechen über das Thema: „Die
schwebenden aktuellen Schul= und Erziehungsfragen“.
Die Organisation verdient das ganze
Interesse aller Freunde der christlichen Schule
und christlichen Weltanschauung. Duher wäre
sehr zu wünschen, daß die hiemit angekündigte
Versammlung eines recht zahlreichen Besuches
gewürdigt würde. Daher gewährt der kath.
Frauenbund gerne allen Interessenten Zutritt
zu derselben und ladet zur Teilnahme ein.
Die freie Schneiderinnung der
Stadt und des Bezirksamts Nosenheim
lat am Dommerstag, den 13. Juni im
Gasthof Wendl eine Mitgliederverst amm#ung abgehalten.
Die Beratungsgegemstände waren
Stellungnahme zum Bundestag und eine Lohnaufb
eĩserung der Gehilfen. Herr Schneider—
meister Wehber Ebersberg als Kreisvertreter
murde mit der VNertretung der Wünsche der
Schneiderimnung Rosenheim beim Bundestag beaustragt.
Die Aufbesserung der Gehilsen wurde
von Obermeister Ries mit 60 Prozent vom
Grundlohn der örtlichen Tarise während des
Krieges bis zum Heutligen sestgelegt und auch
genchmigt. Schneidermeister Langenegger nahm
sich warm der Lehrlinge an, die nur bei guter
Bezahlung während und nach der Lehr’reit dem
Gewerbe erhalten bleiben können. Der Zulauf
während des Krieges zu den Fabrilen nach
der Lehrzeit sei zwar ein momentaner sinan-Fieller
Vorteil; es soll daher, um dem Gewerbe
seinen Nachwuchs zu erhalten, mit mahnenden
Worten und Belehrungen von seiten der Eltern
und Lehrherren auf die gute Zeit des Schneidergewerbes
bei Eintreffen der Nohprodukte nach
dem Kriege bingewiesen werden. Für die Zulieferung
der Furnitur nach dem jetzigen Schema
können sich die Mitglieder nicht erwürmen. Der
Vorsitzende wurde beauftragt, bei den maßgebenden
Stellen um erhöhte Zuweisung zu
ersuchen.
Die Brennessel als Baumwoll-=ersatz.
Am Domnerstag, den 20. Juni, nachmittags
2 Uhr sindet im Vahnhofhootel in Freilassing
ein Vortrag des Herrn Oberingenieur
Hammer, Vorstand der Landesgewerbeanstalt
in Augsburg, über „Die Vrennessel als Baumwollersatz“
flatt. Der Vortrag ist mit der Einsübrung
von Nesselerzeugnissen verbunden. Er
wird von großem Interesse sein und außerordentlich
zur Aufklärung über die Nesselbewirtschaftung
beitragen.
Die militärische Verwendung der
aus der Kriegsgesangenschaft Heimgekehrten.
Als Antwort auf viele beim
Kriegeministerium eingelende Ansragen wird
solgendes bekannt gemacht: Die aus russischer
Kriegsgefangenschaft Zurückgekehrten können
ohne Einschränkung im Militärdienst wieder verwendet
werden. Es würde dem Grundsatz der
allgemeinen Wehrpflicht widersprechen, wenn
diese Heeresangehörigen nach Ablauf ihres Urlaubes
anders verwendet werden würden, als
die übrigen Heeresdienstpflichtigen, von denen
viele, selbst nach mehrfacher Verwundung, der
Front wieder zugeführt werden. Soweit aus
besonderen Gründen, z. B. infolge vorgeschrittenen
Aliers oder aus Familienrücksichten, von
einer Verwendung an der Front abgesehen werden
darf, kommen diese Sonderbestimmungen
auch den aus russischer Gefangenschaft Zurückgekehrten
zugute.
Vostverkehr mit Rußlan d. Nach Rußland
werden fortan gewöhnliche und eingeschrie.
bene offene Briefe und Postkarten des allgemeinen
Verkehrs und Gefangenenb rief post befördert.
Zugelassen sind folgende Sprachen: deutsch,
russisch, kleinrussisch, polnä#h, finnisch, dänisch,
englisch, französisch, holländisch, italien#ch, norwegisch,
schwedisch, spanisch und ungarisch. Sendungen
des allgemeinen Verkehrs nach Rußland
sind nach den Sätzen des Weltpostvertrages frei
zu machen. Für Sendungen aus Rußland gelten
einstweilen folgende Gebühren: für Briefe:
Kopelen für je 15 Gramm; Postkarten: 12 8
pelen, mit Antwort 24 Kopeken. Einschreibgebühr:
30 Kopeken.
Eine Zweimillionen= Jubiläumsstiftung
der Bayer. Zentraldarke.
henslasse. Die Generalversammlung der
Bayerischen Tarlehenskasse, die am Mittmoch
Sonntag, 10. Juni 1918
in München tagte, beschloß aur Anlaß des 2
jährigen Bestehens der Bayerischen a ,
henslasse und des Vayerischen Landeoverbander
landwirtschaftlicher Genossenlchaften einen
trag von zwei Millionen ri aus Vermogens.
rüdlagen der Bayerischen Zimtraldarlensiase
für eine Stiftung zu verwenden. Die Zinsen im
Betrage von jährlich 109000 Mark sollen vermendet
werden: 1. zur Förderung der Wohl
sahrtopflege auf dem Lande: a#. durch Schafsung
und Unterstützung von Wohlfahrtseinrichtungon,
insbesondere der Landlrankenpflege, b. durch
Beihilfe für Kriegsinvalide und sonstige Kriegsteilnehmer,
sowie Heilung von Kriegsschäden
überhaupt, 2. zur Förderung der Wiobildurg.
der männlichen und weiblichen Jugend für das
landwirtschaftliche und genossenschaftliche Leben,
3. zur Verbesserung des landwirtschaftlichen Betriebes.
Berechtigt zum Genuß der Stiftung sind
die der Bayerischen Zentraldarlehenskasse ange
schlossenen Venostenshasten und deren Mitglieder,
sowie die Wohlfahrtsgeinrichtungen in den
Vereinsbezirekn.
Verbot der Ernte von Walnüssen.
Nach einer Bekanntmachung der Landesstelle füur
Gemüse und Obst ist es verboten, vor dem 1.
September 1918 Walnüsse zu ernten oder in
den Verlehr zu bringen. Das Verbot erfmeckt
sich auch auf Walnüsse, die nicht in Bayern geern
1e4 wurden. Zuwiderhandlungen werden betraft.
pfe *- ag 1918.
Der Opfertah dieser Gedenklag des Kriegs
beginns, an dem die Heimat in dankbarer Erin
nerung an die Leislungen, die Taten und die
Opfer des Heeres ihrerseils Opfergaben für die
Kriegswob salrtszwecke des Roten Kreues dar
zubringen pflegt, wird auch heuer, zum vierlen
Male, stattfinden. Die Regierung hat dem Lan
deskomitee vom Noten Kreuz die Genehmigung
zur Veranstaltung des Opfertages erkeilt. Als
mesentliche Neuerung ist zu verinerken, daß der
Opfertag diesmal nicht auf einen bestimmten
Tag wurde, sondern daß es den ein
zelnen Ortssammelkomilees freislekt. innerhalb
der Monate Juli und August einen ihnen geeig.
net ericheinenden Termin anzusepen. Man gehbt
mohl nicht sehl in der Annahme, daß hierdurch
die Möglichleit gegeben werden sollte, wischen
Opferlag und Ludendorffspende, deren Haupt.
sammlung erst am 1. Juli ihren Abschuß findet,
einen größeren Zeitraum verstreichen zu lassen.
Ueber die Verwendung der Erträgnisse des
Obfertages ist bestimmt worden, daß ein Drittel
Zwecken des Bayerischen Landeskomitees für
freiwillige Krankenpflege im Kriege zufliehen
soll, während Zweidrittel zugunsten der Kriegs,
gefangenenhilfe, der Schwesternspende und der
ürtlichen Wohlfahrtstätigkeit zu verwenden sind.
Die Unterverteilung auf diese drei Zwecke bleibt
dem örtlichen Sammelkomitee mit der Einschrän.
kung überlassen, daß keinem dieser Zwecke mehr
als ein Drittel des Gesamtergebnisses zugewendet
werden darf.
Die Schwesternspende ist bereits im Vorjahre
im übrigen Deutschland als Sondersammlung
durchgeführt worden, um für die Versorgung
der im Kriege invalid gewordenen weiblichen
Pflegekräste die ersorderlichen Mittel zu erhal
teu. In Banern itt bisher von einer Lurchführung
Dieser Sondersammlung Abstand genom.
men worden. Banern kain sich nun nicht länger
auoschließen; es wird Vorsorge getroffen werden,
dah die anfallenden Mittel möglichst für
Bayern erhallen bleiben.
Werbe= und Vertriebsgegenstände werden
beuer nicht zur Verteilung an die einelnen
Ortssammelkomitees gelangen. In eriler Linie
sind für diesen Entschluß die chwierigkeiten
bestimmend, die der Mangel an Nohttoffen,
Arbeits kräften und geeigneten Vervielfälligungs.
anstalten in der gegenwärtigen Jeit für die Herstellung
derartiger Gegenstände in dem für das
ganze Königreich benötigten Umsange bieten
würde.
Kette Nachrichtes.
obes Hauptquartier, den
W 6. . rra5 Amtl.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Kronprinz Rupprecht.
Rege Erkundungstätigkeit. Südwestlt ch von
Merry machten wir Gefangene. Starke Vorstö:=des
Feindes an der Ancre wurden abgewiesen.
Artillerie= und Minenfeuerlämpfe lebten am
Abend Wim der Somme auf.
utlcher Kronprin
Sthwesdd von Noyon uund die Insanterietätigkeit
auf örtli Kampfhandlungen beschränkt.
Das Artilleriesener ließ an Stärke nach.
Kih der Aisne blieb der Artilleriekampf ge,
eigert
Mehrfache Teilangriffe, die der Feind gegen
unsere Linien im Walde von Villerd? Cotteretes
führte, wurden abgewiesen.
.Die Gesangenenzahl aus den letzten Kämpfen
südlich der Aee ohnt sich auf 48 r-*m# uno
mehr als 2000 Mann erhöhl.
Leutnant 1 errang seinen 30., Leutnant
Kirstein seinen 25. und 26. Luftsieg
Osten.
Heeresgruppe Eichhorn.
Etwa 10000 Mann starke russische
Banden, die von Jeisk-Bucht au der #lc-