Volltext : Bei den Fahnen des III. Armeekorps von Metz bis le Mans.

J.
Beim  Regiment  vor  Petz.
Sndlich,  endlich  war  das  heißerstrebte  Ziel  erreicht,  am

l  7.  September  traf  die  kriegsministerielle  Ordre  ein,
))  daß  ich  von  meinem  Kommando  entbunden  sei  und
.s  stehenden  Fußes  zum  mobilen  Regiment  abzugehen
habe.  Schwierigkeiten  genug  hatte  ich  zu  überwinden  gehabt,
ehe  mein  Sehnen  erfüllt  wurde.  Nur  der,  welcher  sich  in  ähnlicher
  Lage  befunden,  kann  ermessen,  was  es  heißt,  was  ein
Soldatenherz  bewegt,  in  einem  Kommando  zurückbleiben  zu
müssen,  wenn  Schlag  auf  Schlag  die  Nachrichten  eingehen  von
unerhörten  Siegen,  von  unerhörten  Verlusten.  Wenn  jede
Faser  sich  spannt  in  dem  unüberwindlichen  Verlangen  in  den
Reihen  der  Kameraden  zu  sein,  wie  ist  da  Raum  für  den  Gedanken
  an  den  Friedensdienst,  für  den  Gedanken  an  Weib  und
Kind?  Seit  Jahren  war  ich  vom  Regimente,  aus  dem  ich  hervorgegangen,
  fern  und  wurde,  als  ich  beim  Eintritt  der  Mobilmachung
  sofort  meine  Zurückkommandierung  beantragte,  überall
als  „unabkömmlich“  abgewiesen.  Da  kam  die  Kunde  von  den
schweren  Verlusten  des  Regiments  bei  Spichern  und  Vionville,
und  da  wagte  ich,  mit  Umgehung  aller  dienstlichen  Formen,
einen  persönlichen  Anstoß  bei  dem  damaligen  stellvertretenden
Kriegsminister,  General  der  Infanterie  Klotz,  und  reüssierte.
Noch  heute,  nach  20  Jahren,  regt  sich  bei  mir  ein  heißes
Dankgefühl,  wenn  ich  an  die  Szene  denke,  wie  ich  vor  dem
greisen  Herrn  im  Kriegsministerium  stand,  und  wie  er  freundlich
  meine  leidenschaftliche  Auseinandersetzung  anhörte  und  mich
mit  der  beruhigenden  Versicherung  entließ,  er  fände  mein  Verlangen
  sehr  natürlich  und  werde  das  Seinige  zur  Erfüllung
Koch,  G.,  Bei  den  Fahnen  des  III.  (brandenb.)  Armeekorps.  1