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ren, wenn Russland seine militärischen Vorbereitungen nicht
einstelle.
Der Minister des Aeussern des Zaren weist darauf hin, dass
diese Vorbereitungen erst infolge der Mobilmachung von acht
Armeekorps durch Oesterreich und infolge der Weigerung dieser
Macht, ihren Zwist mit Serbien friedlich beizulegen, begonnen
worden seien. Herr Sasonow erklärt, unter diesen Umständen
könne Russland nicht anders, als seine Rüstungen beschleunigen
und den Krieg als bevorstehend zu betrachten; es zähle auf
die Bundeshilfe Frankreichs und halte es für wünschbar, dass
England, ohne Zeit zu verlieren, sich Russland und Frankreich
anschliesse.
Frankreich ist entschlossen, all seine Bundespflichten zu erfüllen.
Im übrigen wird es keine Ansirengung vernachlässigen, um
an die Lösung des Konfliktes im Interesse des allgemeinen Friedens
herbeizuführen. Die zwischen den weniger direkt beteiligten
Mächten schwebenden Unterhandlungen lassen noch der
Hoffnung Raum, dass der Frieden erhalten bleiben könne; nach
meiner Meinung wäre es daher zweckmässig, wenn Russland
unter den Vorsichts- und Verteidigungsmassnahmen, zu denen
es glaubt schreiten zu müssen, unmittelbar keinerlei Anordnung
träfe, die Deutschland einen Vorwand zur ganzen oder teilweisen
Mobilmachung seiner Kräfte bieten würde.
Der deutsche Botschafter ist am gestrigen Spätnachmittage
gekommen, um mit mir über die militärischen Massnahmen zu
sprechen, die die Regierung der Republik treffe, wobei er hinzufügte,
es stehe Frankreich frei, so zu handeln, aber in Deutschland
könnten die Rüstungen nicht geheim betrieben werden, und
die Öffentliche Meinung Frankreichs brauchte sich nicht zu beunruhigen,
wenn Deutschland sich dazu entschlösse.
Ich habe geantwortet, die französische Regierung habe keinerlei
Massregel ergriffen, die ihren Nachbarn Anlass zu Unruhe
geben könnte, und ihre Bereitwilligkeit zu jeder Unterhandlung
im Sinne der Erhaltung des Friedens könne nicht angezweifelt
werden.
Rene Viviani.