Contents : Reichs-Gesetzblatt. 1912. (46)

Aummer  31

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Aneflsserune  sind  in  der  Kaiserstrabe

erforderlich  Der
dafür  genehmigt.

Das  Stadtbauamt  hat  neue  Bebauungspläne
zrischen  Rathaus-  und  Königsstraße  angeferligt.
Es  wiro  beschlossen,  den  Plan  in  Instruktion
zu  nehmen  und  der  prot.  Kirchenverwaltung
zur  Erinnerungsgabe  hinüber  zu  geben.

Ein  Gesuch  des  Verbandes  süddeutscher
Schausteller  um  Verlegung  des  Vollsfestes  um
acht  Tage  liegt  vor  wegen  der  Kollision  mit
Nürnberg.  Es  wird  beschlossen,  einstweilen  abzuwarten,
  welche  Angebote  von  Schaustellern  i?
den  nächsten  Tagen  einlaufen.

Die  Viehmarktkommission  hat  sich  mit  der
Instandhaltung  des  Viehmarktplatzes  beschäfügt,
  da  neue  Bestimmungen  darüber  erlalsen
wurden.  Er  soll  rasch  und  gründlich  gereinigt
  werden  können  und  mit  hartem  Boden
rersehen  sein.  Diese  Vorschriften  sind  zum  Teil
hier  schon  beachtet.  Dagegen  lassen  die  Bodenverhältnisse
  noch  viel  zu  wünschen  übrig.  Der
Versuch  mit  Aeberli-Makadam  hat  sich  bewährt.
Die  Kommission  empfiehlt,  mit  diesem  Verfahren
  sortzufahren,  auch  aus  finanziellen  Gründen,
  da  Pflaster  mindestens  50%  teurer  itt.
Immethin  sind  bedeutende  Mittel  dazu  erforderlich,
  doch  sind  große  Einsparungen  an  den
bisherigen  Kosten  möglich.  In  aklelbarer  Set
ist  auch  an  eine  Verlegung  des  Viehmarttes
nicht  zu  denken.  Die  Händler  wüaschen  ordentliche
  Standplätze.  Die  Kommission  empfiehlt
die  Durchführung  des  dritten  Ganges;  auch
bei  der  Eintriebstelle  sollte  Teer-Matadam
gelegt  werden.  Insgesamt  kommen  800  Quadratmeter
  in  Betracht.  Die  Durchführung  würde
  einschließlich  Entwässerung  3600  Mk.  kosten.
In  Vorschlag  ist  gebracht,  lediglich  die  Kosten
für  den  mittleren  Gang  für  1914  einzustellen;
über  den  Rest  sollte  die  Rechnung  erst  1915  von
der  Firma  präsentiert  werden.  Somit  wären
2400  Mk.  in  den  Etat  für  1914  einmsenzen.
Die  Herrichtung  des  ganzen  Platze-  würde
etwa  10—13.000  Mk.  erfordern.  Die  Wichtigleit
  des  Viehmarktes  für  die  Stadt  nurde
allgemein  anerkannt.  An  eine  Verlegung  des
Viehmarktes  sei  nicht  zu  denken.  M.-R.  Bau
mamn  ist  mit  einer  Flickerei  nicht  einverstanden;
er  stelle  den  Antrag,  den  ganzen  Platz  herzurichten
  und  den  Betrag  dafür  aufzunehmen.

M.-R.  Oswald  stellte  die  Anfrage,  ob  man
sich  dahin  einig  sei,  daß  der  jetzige  Plaiz  für
absehbare  Zeit  für  den  Viehmarst  in  Betracht
komme,  da  dieser  Platz  verhältnismäßig  doch
sehr  wertvoll  sei  und  einmal  als  Bauplatz  vermendet
  werden  könnte.  Er  begrüßte  die  musterhafte
  Herstellung  des  Viehmarktplatzes,  in  diesem
  Falle  würen  aber  große  Summen  fast  umsonst
  ausgegeben  und  das  Material  anderswo#
nicht  mehr  verwendbar.  Der  Vorsitzende  beantwortete
  die  wohlberechtigte  Anfrage  dahin,  oah
in  absehbarer  Zeit  an  eine  Verlegung  des
Viehmarktplotzes  nicht  gedacht  werden  lönne.

Schließlich  wurde  der  Antrag  der  Kommission
mit  allen  gegen  eine  Stimme  angenommen.
Weiter  empfiehlt  die  Kommission,  das  Stadtbauamt
  möge  ein  Proiekt  über  kleine  Verlaufsbuden
  auf  dem  Marktplatz  vorlegen.  Ueber
die  Errichtung  einer  Zahlstelle  lonnte  sich  die
Kommission  noch  nicht  einigen.

Eine  Reihe  von  Gegenständen  wurde  in  geheimer
  Sitzung  beraten.

Cokalnachrichlen.

Bürgermeister  Stoll.

Am  14.  März  1914  sind  zweieinhalb  Dezennien
  in  das  Meer  der  Zeit  hinabgeflossen,
seitdem  oer  Vorstand  des  Stadtmagistrates,  Bürgermeister
  Friedrich  Stoll,  im  Alter  von  nur
53  Jahren  den  Seinen  und  der  Stadt  jäh  entrissen
  wurde.  Förmlich  niederschmetternd  wirkte
die  völlig  unerwartete  Tranerkunde;  denn,
menn  auch  Bürgermeister  Stoll  einige  Wochen
vorher  schon  kränkelte  und  zuletzt  auch  das  Bett
hüten  mußte,  so  hätte  doch  niemand  geahnt,
daß  er  so  rasch  ins  Jenseits  abberufen  würde.  Die
Gesamtbevöllerung  brachte  damals  der  schwergeprüsten
  Familie  wärmste  Teilnahme  entgegen
  und  betrauerte  mit  ihr  den  herben  Verklust.
Aus  Anlaß  des  Ablebens  des  Stadtoberhauptes
  versammelten  sich  am  15.  März  die  beiden
Kollegien  der  Stadt  im  Sitzungssaale  des  Rathauses,
  wo  ihnen  durch  Magistratsrat  S.  Lutz
in  seierlicher  Weise  die  Trauerkunde  offiziell
zur  Kenntnis  gebracht  wurde.  In  ehrenden  Worlen
  gedachte  er  der  vielen  Verdiensie  des  Versiorbenen.
  Aus  seinem  Nachruf  erfahren  wir,
daß  Stoll  als  Magistratsrat  der  Stadt  Ingolsiad“##m
  26.  Januar  1865  unter  sieben  Bewerbern
  durch  die  beiden  Kollegien  der  Start
einstimmig  zum  rechtekundigen  Bürgermeister  unserer
  Stadt  gewählt  worden  ist.  Stoll  war
der  erste  rechtskundige  Bürgermeister  der  Stadt
Rosenheim,  da  die  Erhebung  des  Marktes  Rosenhelme
  zur  Stadt  erst  om  15.  September  1864
erfolgte.  Die  Wahl  Stolls  wurde  von  der  Negierung
  am  29.  Januar  1865  bestätigt.  Gesund
  und  in  den  kräftigsten  Manneejahren  hat
Bürgermeister  Stoll  den  neuen  Polten  angetreten
  und  24  Jahre  hindurch  mit  raslloser  Tätigkeit
  und  nimmermüdem  Fleihe  zum  Wohle  de
Stadt  gewalt.  Fast  bis  zu  seinem  Lebensende
oblag  er  den  Geschäften  und  interessierte  sich  woch
während  seiner  Krancheit  w#r  vie  heietrag

  von  610  Mk.  wird

 

 

lk- 



ten  des  Magistrates-  Zum  Zeichen  der  Trauer
wurde  die  Abordnung  einer  aus  Vertretern  beider
  Kollegien  bestehenden  Deputation  beschkossen,
  welche  der  Witwe  des  Verstorbenen  die
aufrichtigste  Teilnahme  zum  Ausdruck  brachte.
Weiter  wurde  in  dieser  Trauersitzung  beschlossen,
die  Beerdiqungsfeier  auf  Gemeindekosten  zu  betätigen.
  Der  Stadtmagistrat,  die  Gemeindebevollmächtigten
  und  der  Armenpflegschafterat
erliesten  in  den  Blättern  einen  Nachruf,  in  dem
es  heiht:  „Im  Februar  1865  zu  dieser  Stelle
berufen,  war  er,  mit  seinen  trefflich  ausgestatteten
  Kenntnissen  und  einer  ungewöhnlichen  Arbeitskraft,
  bemüht,  das  vielkach  neu  zu  gestaltende
  Gemeinwesen  der  jungen,  aber  in  racher
  Entwicklung  begriffenen  Stadt  den  Erfordernissen
  entsprechend  auszubilden,  zu  leiten
und  dem  finanziellen  Haushakt  stets  mit  grober
Genauigkeit  Rechnung  zu  tragen.  An  den  verschiedenen
  im  Laufe  der  Zeit  geschaffenen  oder
vorbereiteten  Institutionen  und  zeitgemäßen  Verbesserungen
  hat  Herr  Bürgermeister  Stoll  bis  in
seine  letzten  Lebenstage  hervorragenden  Anteil
  genommen.  Als  Vorstand  des  Armenpflegschafterates
  hatte  er  für  Notleidende  stets  Gefühl
  und  ein  offenes  Herz.  Seinen  Untergebenen
  war  er  ein  wohlmeinender,  humaner  Vorgesetzter.
  Mir  halten  es  deshalb  für  eine  Ehrenpflicht
  der  Gemeinde,  dem  dahingeschiedenenlangjährigen
  und  pflichttreuen  Stadtvorstand,  dessen
  Name  mit  allen  Schöpfungen  auf  dem
Gebiete  unserer  städtischen  Verwaltung  in  engem
Zusammenhang  sleht,  noch  am  offenen  Grabe
mit  den  als  äußeres  Zeichen  dauernder  Verehrung
  gewidmeten  Kränzen  auch  unserer  dankbaren
  Anerkennung  seiner  ersprießlichen  Verdienste
  öffentlichen  Auesdruck  zu  geben!“  Das
Leichenbegängnis  gestaltete  sich  zu  einer  selten
gesehenen  Trauerkundgebung.  Hoch  uno  niedrig
  war  herbeigeeilt,  um  den  verdienstvollen
Manne  die  lehte  Ehre  zu  erweisen.  Dekan  und
Stadtpfarrer  Gruber  hob  in  seinem  warm  empfundenen
  Nachrufe  am  Grabe  das  Wirken  des
Verstorbenen  hervor,  pries  seine  Unparteilichkeit,
sein  unermüdliches  Wirken  zum  Wohle  der  Stadt
und  seine  Friedensliebe.  Die  Liedertafel  widmete
dem  Vercwigten  zu  Herzen  gehenden  Grasgesang.
  Bürgermeister  Stoll  wird  in  dem  Andenken
  der  Stadt  und  ibrer  Bürger  fortleben.

 

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Rosenheim,  13.  März.

Oberbayerischer  Schuloienst.  Befördert
  wurde  die  Hilfslehrerin  Marie  Richter  in
Schönstett,  B.-A.  Wasserburg,  zur  Schulverweserin
  unter  Belassung  auf  ihrer  derz.  Schulstelle.
  Neu  ernannt  wurde:  der  Kandidat  des
Volleschuldiensies  Paul  Hagsbacher,  zur  Aushilfe
  auf  der  Hilfslehrerstelle  in  Reit  i.  Wintel,
  B.-A.  Traunstein,  zum  Hilfslehrer  dortselbst.
Zeitlich  pensioniert  wurden  die  Volksschullehrerin
Emma  Huber  in  Oberneulirchen,  B.-A.  Mühldorf,
  und  der  Hilfslehrer  Karl  Schuhmacher  in
Reit  i.  Winkel,  B.-A.  Traunstein.
Fremdenverkehrs-Verein  Nosenheim.
  Aus  der  umfangreichen  Tagesordnung
für  die  vorgestern  stattgehabte  Ausschußversammlung
  des  Fremdenverkehrs-Vereins  Rosenheim
  sei  hier  mitgeteilt,  daß  sich  der  Verein
auch  in  cingehender  Erörterung  mit  der  Art
seiner  Betätigung  während  des  diesjährigen
Stadtjubiläums  und  Volksfesles  befaßte.  Von
den  verschiedenen  Vorschlägen  wurde  vorerst
noch  keiner  zum  Beschluß  erhoben,  dieser  vielmehr
  einstweilen  ausgesetzt,  bie  mehrfache  Erhebungen
  ein  Urteil  über  die  Durchführbarkeit
gestatten.  Der  Verein  wird  alsdann  in  einer
seiner  nächsten  Sitzungen  nochmals  zur  Sache
Stellung  nehmen.  Zur  Beteiligung  an  dem
vom  Verein  zur  Förderung  des  Fremoenverlehrs
  in  München  und  im  bayerischen  Hochland
ausgeschriebenen  Wettbewerb  zur  Ge#sinnung
photographischer  Aufnahmen  aus  München,  seiner
  Umgebung  und  dem  bayerischen  Alpenv#rland
  werden  die  hiesigen  Herren  Berufs-  und
Amateurphotographen  eingeladen.  Die  vorgelegten
  Probeeremplare  der  neuen  Faltblattreklame
  für  10  Städte  des  bayer.  Veralpenlandes
  „worunter  Rosenheim,  fanden  den  Beifall
der  Anwesenden.  Bei  der  vom  Inngauverband
für  heuer  projektierten  ähnlichen  Propaganda
für  das  Inntal  wird  natürlich  auch  Rosenheim
sich  beteiligen.  Vieles  bleibt  noch  späterer
Veratung  vorbehalten.

Meisterprüfungskurs.  Zu  dem  eben
lausenden  Meisterprüfungs-Vorbereitungsk
lönnen  noch  Teilnehmer  zugelassen  werden.  Sie
wollen  sich  morgen  Samstag,  abends  ½7  Uhr,
im  Case  Wendl  einfinden.  Der  Unterricht
(Buchführung,  Wechsellehre,  Kalkulation,  Steuererllärung,
  Versicherungswesen  und  gewerbl.  Gesetzeskunde)
  wird  Samstag  abends  und  Sonntag
  vormittags  erteilt.

Die  Brieftaubenausstellung  nird
morgen  Samstag,  nachm.  3  Uhr,  im  Hotel
„Deutscher  Kaiser“  eröffnet.  Abends  kindet  Begrühungsabend
  statt,  zu  welchem  Einladung  an
die  Einwohnerschaft  Rosenheims  ergeht.  Eln  ab-—
  rogramm  ist  dafür  angesetzt
worden.  Den  musskalischen  Teil  stellt  das  Stadtolchesler
  unter  Hrn.  Stadtmusikmeister  Verr.

em  den  Fräulein  Fanny  Bestke
Richt,  solgen  humoristische  Vorträge  von  Hru.

.  Federmann.  Weiter  erwartet  die  Festteil.

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2

 

 

wehmer  das  Fahnenschpingen,  welches  von  den

Anzeigesn

Herren  Deen,  Hämmel  und  R.  Platz  (Turnverein
  Rosenheim  von  1860)  ausgeführt  wird.  Nach
weiteren  komischen  Vorträgen  von  Herrn  Neumüller
  folgen  dann  Lichtbilder  aus  dem  Brieftaubensport
  (die  Brieftaube  als  Photograph,
Depeschenträger  usw.).  Somit  steht  für  den
Begrüßungsabend  ein  gediegenes  Programm  in
Aussicht.  Es  wäre  sehr  erfreulich,  wenn  oie
Einwohnerschaft  Noenheim  recht  zahlreich  dazu
erscheinen  würde.  Der  Sonntagvormittag  gilt
der  Verbandstagung.  Am  Sonntagabend  n
det  dann  das  Frühjahrskonzert  des  Stadtorchesfers
  im  Hotel  „Deutscher  Kaiser“  statt.
Vom  Wendelslein.  Im  Berghotel  Wendelsteinhaus
  kommt  Sonntag,  den  15.  März,
—  von  der  Paulanerbrauerei  zum  Ausn


Gestohlen  wurde  am  7.  Februar  gelegentlich
  einer  Unterhaltung  im  Hotel  „Deutscher
Kaiser“  ein  im  Gange  des  ersten  Stockes  neben
dem  Bogeneingang  hängenoer  Damenkragen.
Er  ist  schnarz  uno  hat  schwarzen  Tibetpelzkragen
  mit  gtaubraunem  Futter.  Vom  Dieb
hat  man  noch  keine  Spur.  Sachdienliche  Mit.
teilungen  wollen  an  die  Potizeibehörde  gemacht
werden.

Festgenommen  wurde  ein  Spengler  von
hier  aus  Grund  eines  Haftbefehls  wegen  Widerstand
  und  ein  Taglöhner  von  Oberpoikerlsham
  wmegen  Diebstahls.

In  den  Arrest  verbracht  wurden  vier
Rekruten  wegen  überlauten  Schreiens.

Kusfik  und  Wealer.

Das  Gastspiel,  welches  die  künstlerische
V.  sbuhne  Mnchen  hier  im  Hotel  „Deutscher
Kaiser“  veranstaltet,  findet  heute  Freitag  stalt.
Wir  machen  nochmals  darauf  aufmerksam,  daß
das  Lusispiel  „Damenkrieg“  von  Scrihb:  zur
Aufführung  gelangt.  In  der  weiblichen  Hauptrolle
  sehen  wir  Frl.  Aktherr  vom  Kgl.  Hoftheater

in  ünchen.  Ein  genuhreicher  Theaterabend
sieht  somit  in  Aussicht.

Vintetspott.

Die  stisportlichen  Veranstaltungen
  innerhalb  der  Rosenheimer  Stkigemeinde
sind  noch  nicht  zu  Ende.  Der  neuerliche  Schneejall
  fordert  zu  weiterem  Wettlampfe  heraus,
und  unser  Stivolk  freut  sich  heute  schon  auf
das  Kommende.  Wie  uns  vom  Sportereferenten
der  Alp.-V.-S.  Rosenheim  mitgeteilt  wird,  ist
für  kommnenden  Sonntag  eine  „Fuchejagd  auf
Sliern“  geplant.  Als  Jagdgebict  ist  das  ideale,
  abwechflungsreiche  Terrain  zwischen  Hochries-Predigtstuhl-Heurasselkopf
  vorgesehen.  Als
„Fuchs“  läuft  Rosenheims  bester  Sliläufer,  Hr.
Madl.  Bei  der  großen  Schläue  dieses  Sportstieres
  wird  die  Jagd  wohl  interessant,  aber  auch
anstrengend  werden.  Hoffentlich  gelingt  es,  noch
vor  Abenddämmerung  des  Fuchsschwanzes  habhaft
  zu  werden.  Sliheil!  Abfahrt:  Samstagabend
  6.50  nach  Aschau.  Abfahrt:  Sonntagnüh
  6  Uhr  nach  Aschau.  Beginn  der  Jagd
Sonntagmittag.  Zusammenkunft:  Rosenheimer
Skihütte  auf  der  Hochries.

Aus  dem  Gerichkssaale.
EGberbuyerisches  Schmurgericht.

Eine  harte  Strafe.
München,  11.  März.  Im  Jahre  1912  kam
der  Postbote  Ludwig  Widman  von  Ampermoching
  bei  Dachau  durch  den  Bau  seines  Wohnhauses
  in  Zahlungsschwierigkeiten.  Um  oie
drängenden  Gläubiger  zu  befriedigen  und  einer
Zwangeversteigerung  aus  dem  Wege  zu  gehen,
vergriff  er  sich  an  amtlichen  Geldern.  Widmann
unterschlug  drei  Beträge  in  Höhe  von  zusammen
  1660  Mark,  die  ihm  zur  Einzahlung  übergeben
  wo#rden  waren.  Auch#-fälschte  er  die  Unterschrift
  der  Poslagentin.  Bevor  jedoch  seine  Versehlungen
  ans  Tagescht  lamen,  hatte  Wiomann
  schon  das  ganze  erietzt.  Gleichwohl  verurteilte
  ihn  das  Schwurgericht  zu  7  Monaten  Gesängnis.
  Auch  verliert  er  noch  seine  Stelle  im
Staatsdienste.
Eine  Liebestragödie.
München,  11.  März.  Der  24jährige  Fri.
seurgehilse  Karl  Salzwimmer  von  Neumarkt
hatte  schyn  nach  Beendigung  seiner  Lehrzeit
ein  übeispanntes  Wesen  an  den  Toag  gelegt.
In  den  reischiedenen  Städten,  wo  er  in  Arbeit
stand,  wollte  er  überall  für  inehr  gelten,  als  er
tatsächlich  war.  In  München  lernte  er  die  Beöirksinspektoretochter
  Petronella  Sonntag  lennen
  und  knüofte  mit  ihr  ein  Liebesverhältnis  an,
das  mit  der  Zeit  Folgen  zeigte.  Um  die  Sache
zu  verbergen,  überredete  Salzwimmer  das  Mädchen,
  mit  ihm  nach  Zürich  zu  reisen,  was  gegen
ihn  die  Einleitung  eines  Straspverfahrens  wegen
  Entführung  zur  Folge  hatte.  In  Zürich
gaben  sich  die  Beiden  als  Eheleute  aus.  Im
September  1912  kam  die  Sonntag  in  Zbrich
nieder;  das  Kind  starb  im  Dezember  an  Ercstickung.
  Ein  gegen  Beide  wegtn  chuldbarer  Herbeisährung
  des  Todes  des  Kindes  eingeleitetes
Strafversahren  wurde  eingestellt.  Hierauf  kehrten
  beide  wieder  nach  München  zurück  und  mieteten
  sich  als  angebliche  Eerute  eine  Wohnung.
Später  löste  jedoch  die  Sonntag  das  Verhältnis.
  Daraufhin  duherte  Salzwmimmer  die  Ab- 



 

siht,  die  Sonntag  und  hlerauf  auch  sich  zu  er- 



Samstag,  14.  märz  7914

schießen.  Er  kaufte  sich  am  30.  Juli,  dem  Abend
vor  der  t,  einen  Revolver  mit  Patronen
und  schrieb  Abschiedsbriefe  an  mehrere  Belannie,
seinen  Dienstgeber  und  auch  an  die  Redaltion
der  „M.  N.  N.“,  in  welchen  er  seinen  Entschluß,
sowie  die  Gründe  oazu  bekannt  gab  u.  Verfügungen
  über  seine  Hahfeligkeiten  machte.  Am  darautfolgenden
  Tage,  mittags  1  Uhr,  begab  er
sich  in  das  Geschäft,  wo  die  Petronella  Sonntag
bedienstet  war  und  gab  auf  die  Sonntag  zwei
und  unmittelbat  darauf  auf  sich  selbst  einen
Staß  ab.  Die  auf  die  Sonntag  abgegebenen
Schüsse  führten  am  13.  August  den  Tod  herbei.
Salzwimmer  ist  von  der  Verletzung  genesen,
trägt  aber  heute  noch  die  Kugel  im  Kopf.  Er
wuroe  zu  drei  Jahren  Gefängnis  verurteilt.
Vier  Monate  der  Untersuchungshaft  wurden  angerechnet.

Soldatenmißhandlungen.

Berlin,  12.  März.  Vor  dem  Oberkriegsgericht
  des  Gardekorps  gelangte  gestern  eine  abscheuliche
  Asfäre  zur  endgültigen  Aburteilung,
über  die  wir  bereits  berichteten.  Der  Sergeant
Waske  hatte  den  Grenadier  Krömer  gezwungen,
  in  der  Mannschaftsstube  aus  dem  Spucknapf
  zu  trinken.  Das  Krieqsgericht  hatte  den
Waeke  dafür  zu  drei  Monaten  Gefängnis,  aber
nicht  zur  Degradation  verurteilt.  Ueber  die
vom  Angeklagten,  wie  vom  Gerichteherrn  eingelegte
  Berufung  verhandelte  das  Oberkriegsgericht
  in  nicht  öffentlicher  Sitzung.  Das  ofsentlich
  verkündete  Urteil  lautete  wieder  auf  drei
Monate  Gefängnis,  aber  außerdem  auch  auf
Degradation.

Leßte  Nachrichlen.

München,  13.  März.  Der  ösierreichische
Thronfolger  Erzherzog  Franz  Ferdinand,
wird  Mitte  April  dem  König  Ludwig  einen##e
genbesuch  abstatten.

München,  13.  März.  Vom  1.  April  wurde
in  etatsmäßiger  Weise  der  Regierungsrat  im
Staateministerium  des  Innern  Hans  Irhr.  v.
Welser  zum  Oberregierungsrat  in  diesem  Ministerium
  befördert  und  Oberregierungerat  Ludwig
  Fihr.  v.  Grundherr  zum  Agl.  Polizeipräsidenten
  ernannt.

Melilla,  13.  März.  Ein  mit  außero#rdentlicher
  Heftigkeit  wütender  Sturm  brach
in  der  vergangenen  Nacht  aus.  Jahlreich:  Fischerbarlen
  sind  gesunken,  die  Besatzungen  wurden
unter  ungeheuren  Schwierigleiten  gerettet.  Mehrere
  Schiüfe  zerschellten  an  den  Kaiz,  die  schwer
beschädigt  wurden.  Eine  Riesenwelle  schwemmte
einen  Krahn  sort.

 

Pergnügungsanzeiger.

Im  Stadtlinematograph  (Mar  JoO
lessplan)  gelangt  ab  Samstag,  bis  einschl.  Minwoch,
  das  mit  großer  Spannung  erwaitele
Kunsiwerk  „Atlantie“  von  Gerharo  Hauptmann
zur  Vorführung.  Dieses  Schauspiel  m  fünf
Miten  erzielt  überall  größten  Erfolg  und  Bewunderung.
  „Atlantis“  wurde  dem  Prinzen  Heinrich
  von  Preußen  nebst  Hosgesellschaft  auf  besonderes
  Verlangen  im  kgl.  Schloh  zu  Kiel  mit
außerordentlichem  Beisall  vorgeführt.Die  Inszenictung
  des  Atlantio-Films  hat  Vorbereilungen,
  Vorkehrungen  und  Unkosten  verursacht,  wie
niemals  vorher  ein  anderer  Film.  Die  IJuszenierung
  allein  hat  nach  langen  Vorbereitungen
über  vier  Monate  angestrengter  Arbeit  erfordert.
  Die  Gesamtherstellungsklosten  des  Negativs
  betragen  rund  1½  Mill.  Mk.  Mjt  „Allautis“
  sieht  den  Besuchern  des  Stadt-Kinematl?=graphen
  ein  außergewöhnlicher  Kunstgenuß  bevor.
  Weiteres  siehe  Inserat.

Wetterbericht

für  Samstag  den  14.  März
IZnnächst  etwas  besser,  dann  von
neuerdings  Trübung.

Toleuliste.

Rosenheim:  Franz  Taver  Lehmmer,  ebemaliger
  Schweinehändler,  72  J.

Gasiber  zur  „Siadt  Rosenbelm,
mschen-Ostbahahof  hel.  1120

Ausschank  von  vorzügl.  Lag  erdier  aus  der  Ant.-Brauenc
zam  „Cwenvräu“,  kunkel  u  hell,  vom  Faß.  Auswahle.
Tche,  ka  te  u.  warme  Speilsen  3.  seder  Tagesz.  Eigene
Wurst-  Meygerel.  —  Schöne,  billige  Fremdenslmmer
mu  allen  Bequemlich#eften.  Treffounkt  aller  Eremden,

Achtungsooll  T.  Kroifl.  Galldosbeiter

 

1914.
Westen  her

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Gombel.

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