Aummer 31
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Aneflsserune sind in der Kaiserstrabe
erforderlich Der
dafür genehmigt.
Das Stadtbauamt hat neue Bebauungspläne
zrischen Rathaus- und Königsstraße angeferligt.
Es wiro beschlossen, den Plan in Instruktion
zu nehmen und der prot. Kirchenverwaltung
zur Erinnerungsgabe hinüber zu geben.
Ein Gesuch des Verbandes süddeutscher
Schausteller um Verlegung des Vollsfestes um
acht Tage liegt vor wegen der Kollision mit
Nürnberg. Es wird beschlossen, einstweilen abzuwarten,
welche Angebote von Schaustellern i?
den nächsten Tagen einlaufen.
Die Viehmarktkommission hat sich mit der
Instandhaltung des Viehmarktplatzes beschäfügt,
da neue Bestimmungen darüber erlalsen
wurden. Er soll rasch und gründlich gereinigt
werden können und mit hartem Boden
rersehen sein. Diese Vorschriften sind zum Teil
hier schon beachtet. Dagegen lassen die Bodenverhältnisse
noch viel zu wünschen übrig. Der
Versuch mit Aeberli-Makadam hat sich bewährt.
Die Kommission empfiehlt, mit diesem Verfahren
sortzufahren, auch aus finanziellen Gründen,
da Pflaster mindestens 50% teurer itt.
Immethin sind bedeutende Mittel dazu erforderlich,
doch sind große Einsparungen an den
bisherigen Kosten möglich. In aklelbarer Set
ist auch an eine Verlegung des Viehmarttes
nicht zu denken. Die Händler wüaschen ordentliche
Standplätze. Die Kommission empfiehlt
die Durchführung des dritten Ganges; auch
bei der Eintriebstelle sollte Teer-Matadam
gelegt werden. Insgesamt kommen 800 Quadratmeter
in Betracht. Die Durchführung würde
einschließlich Entwässerung 3600 Mk. kosten.
In Vorschlag ist gebracht, lediglich die Kosten
für den mittleren Gang für 1914 einzustellen;
über den Rest sollte die Rechnung erst 1915 von
der Firma präsentiert werden. Somit wären
2400 Mk. in den Etat für 1914 einmsenzen.
Die Herrichtung des ganzen Platze- würde
etwa 10—13.000 Mk. erfordern. Die Wichtigleit
des Viehmarktes für die Stadt nurde
allgemein anerkannt. An eine Verlegung des
Viehmarktes sei nicht zu denken. M.-R. Bau
mamn ist mit einer Flickerei nicht einverstanden;
er stelle den Antrag, den ganzen Platz herzurichten
und den Betrag dafür aufzunehmen.
M.-R. Oswald stellte die Anfrage, ob man
sich dahin einig sei, daß der jetzige Plaiz für
absehbare Zeit für den Viehmarst in Betracht
komme, da dieser Platz verhältnismäßig doch
sehr wertvoll sei und einmal als Bauplatz vermendet
werden könnte. Er begrüßte die musterhafte
Herstellung des Viehmarktplatzes, in diesem
Falle würen aber große Summen fast umsonst
ausgegeben und das Material anderswo#
nicht mehr verwendbar. Der Vorsitzende beantwortete
die wohlberechtigte Anfrage dahin, oah
in absehbarer Zeit an eine Verlegung des
Viehmarktplotzes nicht gedacht werden lönne.
Schließlich wurde der Antrag der Kommission
mit allen gegen eine Stimme angenommen.
Weiter empfiehlt die Kommission, das Stadtbauamt
möge ein Proiekt über kleine Verlaufsbuden
auf dem Marktplatz vorlegen. Ueber
die Errichtung einer Zahlstelle lonnte sich die
Kommission noch nicht einigen.
Eine Reihe von Gegenständen wurde in geheimer
Sitzung beraten.
Cokalnachrichlen.
Bürgermeister Stoll.
Am 14. März 1914 sind zweieinhalb Dezennien
in das Meer der Zeit hinabgeflossen,
seitdem oer Vorstand des Stadtmagistrates, Bürgermeister
Friedrich Stoll, im Alter von nur
53 Jahren den Seinen und der Stadt jäh entrissen
wurde. Förmlich niederschmetternd wirkte
die völlig unerwartete Tranerkunde; denn,
menn auch Bürgermeister Stoll einige Wochen
vorher schon kränkelte und zuletzt auch das Bett
hüten mußte, so hätte doch niemand geahnt,
daß er so rasch ins Jenseits abberufen würde. Die
Gesamtbevöllerung brachte damals der schwergeprüsten
Familie wärmste Teilnahme entgegen
und betrauerte mit ihr den herben Verklust.
Aus Anlaß des Ablebens des Stadtoberhauptes
versammelten sich am 15. März die beiden
Kollegien der Stadt im Sitzungssaale des Rathauses,
wo ihnen durch Magistratsrat S. Lutz
in seierlicher Weise die Trauerkunde offiziell
zur Kenntnis gebracht wurde. In ehrenden Worlen
gedachte er der vielen Verdiensie des Versiorbenen.
Aus seinem Nachruf erfahren wir,
daß Stoll als Magistratsrat der Stadt Ingolsiad“##m
26. Januar 1865 unter sieben Bewerbern
durch die beiden Kollegien der Start
einstimmig zum rechtekundigen Bürgermeister unserer
Stadt gewählt worden ist. Stoll war
der erste rechtskundige Bürgermeister der Stadt
Rosenheim, da die Erhebung des Marktes Rosenhelme
zur Stadt erst om 15. September 1864
erfolgte. Die Wahl Stolls wurde von der Negierung
am 29. Januar 1865 bestätigt. Gesund
und in den kräftigsten Manneejahren hat
Bürgermeister Stoll den neuen Polten angetreten
und 24 Jahre hindurch mit raslloser Tätigkeit
und nimmermüdem Fleihe zum Wohle de
Stadt gewalt. Fast bis zu seinem Lebensende
oblag er den Geschäften und interessierte sich woch
während seiner Krancheit w#r vie heietrag
von 610 Mk. wird
lk-
ten des Magistrates- Zum Zeichen der Trauer
wurde die Abordnung einer aus Vertretern beider
Kollegien bestehenden Deputation beschkossen,
welche der Witwe des Verstorbenen die
aufrichtigste Teilnahme zum Ausdruck brachte.
Weiter wurde in dieser Trauersitzung beschlossen,
die Beerdiqungsfeier auf Gemeindekosten zu betätigen.
Der Stadtmagistrat, die Gemeindebevollmächtigten
und der Armenpflegschafterat
erliesten in den Blättern einen Nachruf, in dem
es heiht: „Im Februar 1865 zu dieser Stelle
berufen, war er, mit seinen trefflich ausgestatteten
Kenntnissen und einer ungewöhnlichen Arbeitskraft,
bemüht, das vielkach neu zu gestaltende
Gemeinwesen der jungen, aber in racher
Entwicklung begriffenen Stadt den Erfordernissen
entsprechend auszubilden, zu leiten
und dem finanziellen Haushakt stets mit grober
Genauigkeit Rechnung zu tragen. An den verschiedenen
im Laufe der Zeit geschaffenen oder
vorbereiteten Institutionen und zeitgemäßen Verbesserungen
hat Herr Bürgermeister Stoll bis in
seine letzten Lebenstage hervorragenden Anteil
genommen. Als Vorstand des Armenpflegschafterates
hatte er für Notleidende stets Gefühl
und ein offenes Herz. Seinen Untergebenen
war er ein wohlmeinender, humaner Vorgesetzter.
Mir halten es deshalb für eine Ehrenpflicht
der Gemeinde, dem dahingeschiedenenlangjährigen
und pflichttreuen Stadtvorstand, dessen
Name mit allen Schöpfungen auf dem
Gebiete unserer städtischen Verwaltung in engem
Zusammenhang sleht, noch am offenen Grabe
mit den als äußeres Zeichen dauernder Verehrung
gewidmeten Kränzen auch unserer dankbaren
Anerkennung seiner ersprießlichen Verdienste
öffentlichen Auesdruck zu geben!“ Das
Leichenbegängnis gestaltete sich zu einer selten
gesehenen Trauerkundgebung. Hoch uno niedrig
war herbeigeeilt, um den verdienstvollen
Manne die lehte Ehre zu erweisen. Dekan und
Stadtpfarrer Gruber hob in seinem warm empfundenen
Nachrufe am Grabe das Wirken des
Verstorbenen hervor, pries seine Unparteilichkeit,
sein unermüdliches Wirken zum Wohle der Stadt
und seine Friedensliebe. Die Liedertafel widmete
dem Vercwigten zu Herzen gehenden Grasgesang.
Bürgermeister Stoll wird in dem Andenken
der Stadt und ibrer Bürger fortleben.
—
Rosenheim, 13. März.
Oberbayerischer Schuloienst. Befördert
wurde die Hilfslehrerin Marie Richter in
Schönstett, B.-A. Wasserburg, zur Schulverweserin
unter Belassung auf ihrer derz. Schulstelle.
Neu ernannt wurde: der Kandidat des
Volleschuldiensies Paul Hagsbacher, zur Aushilfe
auf der Hilfslehrerstelle in Reit i. Wintel,
B.-A. Traunstein, zum Hilfslehrer dortselbst.
Zeitlich pensioniert wurden die Volksschullehrerin
Emma Huber in Oberneulirchen, B.-A. Mühldorf,
und der Hilfslehrer Karl Schuhmacher in
Reit i. Winkel, B.-A. Traunstein.
Fremdenverkehrs-Verein Nosenheim.
Aus der umfangreichen Tagesordnung
für die vorgestern stattgehabte Ausschußversammlung
des Fremdenverkehrs-Vereins Rosenheim
sei hier mitgeteilt, daß sich der Verein
auch in cingehender Erörterung mit der Art
seiner Betätigung während des diesjährigen
Stadtjubiläums und Volksfesles befaßte. Von
den verschiedenen Vorschlägen wurde vorerst
noch keiner zum Beschluß erhoben, dieser vielmehr
einstweilen ausgesetzt, bie mehrfache Erhebungen
ein Urteil über die Durchführbarkeit
gestatten. Der Verein wird alsdann in einer
seiner nächsten Sitzungen nochmals zur Sache
Stellung nehmen. Zur Beteiligung an dem
vom Verein zur Förderung des Fremoenverlehrs
in München und im bayerischen Hochland
ausgeschriebenen Wettbewerb zur Ge#sinnung
photographischer Aufnahmen aus München, seiner
Umgebung und dem bayerischen Alpenv#rland
werden die hiesigen Herren Berufs- und
Amateurphotographen eingeladen. Die vorgelegten
Probeeremplare der neuen Faltblattreklame
für 10 Städte des bayer. Veralpenlandes
„worunter Rosenheim, fanden den Beifall
der Anwesenden. Bei der vom Inngauverband
für heuer projektierten ähnlichen Propaganda
für das Inntal wird natürlich auch Rosenheim
sich beteiligen. Vieles bleibt noch späterer
Veratung vorbehalten.
Meisterprüfungskurs. Zu dem eben
lausenden Meisterprüfungs-Vorbereitungsk
lönnen noch Teilnehmer zugelassen werden. Sie
wollen sich morgen Samstag, abends ½7 Uhr,
im Case Wendl einfinden. Der Unterricht
(Buchführung, Wechsellehre, Kalkulation, Steuererllärung,
Versicherungswesen und gewerbl. Gesetzeskunde)
wird Samstag abends und Sonntag
vormittags erteilt.
Die Brieftaubenausstellung nird
morgen Samstag, nachm. 3 Uhr, im Hotel
„Deutscher Kaiser“ eröffnet. Abends kindet Begrühungsabend
statt, zu welchem Einladung an
die Einwohnerschaft Rosenheims ergeht. Eln ab-—
rogramm ist dafür angesetzt
worden. Den musskalischen Teil stellt das Stadtolchesler
unter Hrn. Stadtmusikmeister Verr.
em den Fräulein Fanny Bestke
Richt, solgen humoristische Vorträge von Hru.
. Federmann. Weiter erwartet die Festteil.
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wehmer das Fahnenschpingen, welches von den
Anzeigesn
Herren Deen, Hämmel und R. Platz (Turnverein
Rosenheim von 1860) ausgeführt wird. Nach
weiteren komischen Vorträgen von Herrn Neumüller
folgen dann Lichtbilder aus dem Brieftaubensport
(die Brieftaube als Photograph,
Depeschenträger usw.). Somit steht für den
Begrüßungsabend ein gediegenes Programm in
Aussicht. Es wäre sehr erfreulich, wenn oie
Einwohnerschaft Noenheim recht zahlreich dazu
erscheinen würde. Der Sonntagvormittag gilt
der Verbandstagung. Am Sonntagabend n
det dann das Frühjahrskonzert des Stadtorchesfers
im Hotel „Deutscher Kaiser“ statt.
Vom Wendelslein. Im Berghotel Wendelsteinhaus
kommt Sonntag, den 15. März,
— von der Paulanerbrauerei zum Ausn
Gestohlen wurde am 7. Februar gelegentlich
einer Unterhaltung im Hotel „Deutscher
Kaiser“ ein im Gange des ersten Stockes neben
dem Bogeneingang hängenoer Damenkragen.
Er ist schnarz uno hat schwarzen Tibetpelzkragen
mit gtaubraunem Futter. Vom Dieb
hat man noch keine Spur. Sachdienliche Mit.
teilungen wollen an die Potizeibehörde gemacht
werden.
Festgenommen wurde ein Spengler von
hier aus Grund eines Haftbefehls wegen Widerstand
und ein Taglöhner von Oberpoikerlsham
wmegen Diebstahls.
In den Arrest verbracht wurden vier
Rekruten wegen überlauten Schreiens.
Kusfik und Wealer.
Das Gastspiel, welches die künstlerische
V. sbuhne Mnchen hier im Hotel „Deutscher
Kaiser“ veranstaltet, findet heute Freitag stalt.
Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß
das Lusispiel „Damenkrieg“ von Scrihb: zur
Aufführung gelangt. In der weiblichen Hauptrolle
sehen wir Frl. Aktherr vom Kgl. Hoftheater
in ünchen. Ein genuhreicher Theaterabend
sieht somit in Aussicht.
Vintetspott.
Die stisportlichen Veranstaltungen
innerhalb der Rosenheimer Stkigemeinde
sind noch nicht zu Ende. Der neuerliche Schneejall
fordert zu weiterem Wettlampfe heraus,
und unser Stivolk freut sich heute schon auf
das Kommende. Wie uns vom Sportereferenten
der Alp.-V.-S. Rosenheim mitgeteilt wird, ist
für kommnenden Sonntag eine „Fuchejagd auf
Sliern“ geplant. Als Jagdgebict ist das ideale,
abwechflungsreiche Terrain zwischen Hochries-Predigtstuhl-Heurasselkopf
vorgesehen. Als
„Fuchs“ läuft Rosenheims bester Sliläufer, Hr.
Madl. Bei der großen Schläue dieses Sportstieres
wird die Jagd wohl interessant, aber auch
anstrengend werden. Hoffentlich gelingt es, noch
vor Abenddämmerung des Fuchsschwanzes habhaft
zu werden. Sliheil! Abfahrt: Samstagabend
6.50 nach Aschau. Abfahrt: Sonntagnüh
6 Uhr nach Aschau. Beginn der Jagd
Sonntagmittag. Zusammenkunft: Rosenheimer
Skihütte auf der Hochries.
Aus dem Gerichkssaale.
EGberbuyerisches Schmurgericht.
Eine harte Strafe.
München, 11. März. Im Jahre 1912 kam
der Postbote Ludwig Widman von Ampermoching
bei Dachau durch den Bau seines Wohnhauses
in Zahlungsschwierigkeiten. Um oie
drängenden Gläubiger zu befriedigen und einer
Zwangeversteigerung aus dem Wege zu gehen,
vergriff er sich an amtlichen Geldern. Widmann
unterschlug drei Beträge in Höhe von zusammen
1660 Mark, die ihm zur Einzahlung übergeben
wo#rden waren. Auch#-fälschte er die Unterschrift
der Poslagentin. Bevor jedoch seine Versehlungen
ans Tagescht lamen, hatte Wiomann
schon das ganze erietzt. Gleichwohl verurteilte
ihn das Schwurgericht zu 7 Monaten Gesängnis.
Auch verliert er noch seine Stelle im
Staatsdienste.
Eine Liebestragödie.
München, 11. März. Der 24jährige Fri.
seurgehilse Karl Salzwimmer von Neumarkt
hatte schyn nach Beendigung seiner Lehrzeit
ein übeispanntes Wesen an den Toag gelegt.
In den reischiedenen Städten, wo er in Arbeit
stand, wollte er überall für inehr gelten, als er
tatsächlich war. In München lernte er die Beöirksinspektoretochter
Petronella Sonntag lennen
und knüofte mit ihr ein Liebesverhältnis an,
das mit der Zeit Folgen zeigte. Um die Sache
zu verbergen, überredete Salzwimmer das Mädchen,
mit ihm nach Zürich zu reisen, was gegen
ihn die Einleitung eines Straspverfahrens wegen
Entführung zur Folge hatte. In Zürich
gaben sich die Beiden als Eheleute aus. Im
September 1912 kam die Sonntag in Zbrich
nieder; das Kind starb im Dezember an Ercstickung.
Ein gegen Beide wegtn chuldbarer Herbeisährung
des Todes des Kindes eingeleitetes
Strafversahren wurde eingestellt. Hierauf kehrten
beide wieder nach München zurück und mieteten
sich als angebliche Eerute eine Wohnung.
Später löste jedoch die Sonntag das Verhältnis.
Daraufhin duherte Salzwmimmer die Ab-
siht, die Sonntag und hlerauf auch sich zu er-
Samstag, 14. märz 7914
schießen. Er kaufte sich am 30. Juli, dem Abend
vor der t, einen Revolver mit Patronen
und schrieb Abschiedsbriefe an mehrere Belannie,
seinen Dienstgeber und auch an die Redaltion
der „M. N. N.“, in welchen er seinen Entschluß,
sowie die Gründe oazu bekannt gab u. Verfügungen
über seine Hahfeligkeiten machte. Am darautfolgenden
Tage, mittags 1 Uhr, begab er
sich in das Geschäft, wo die Petronella Sonntag
bedienstet war und gab auf die Sonntag zwei
und unmittelbat darauf auf sich selbst einen
Staß ab. Die auf die Sonntag abgegebenen
Schüsse führten am 13. August den Tod herbei.
Salzwimmer ist von der Verletzung genesen,
trägt aber heute noch die Kugel im Kopf. Er
wuroe zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.
Vier Monate der Untersuchungshaft wurden angerechnet.
Soldatenmißhandlungen.
Berlin, 12. März. Vor dem Oberkriegsgericht
des Gardekorps gelangte gestern eine abscheuliche
Asfäre zur endgültigen Aburteilung,
über die wir bereits berichteten. Der Sergeant
Waske hatte den Grenadier Krömer gezwungen,
in der Mannschaftsstube aus dem Spucknapf
zu trinken. Das Krieqsgericht hatte den
Waeke dafür zu drei Monaten Gefängnis, aber
nicht zur Degradation verurteilt. Ueber die
vom Angeklagten, wie vom Gerichteherrn eingelegte
Berufung verhandelte das Oberkriegsgericht
in nicht öffentlicher Sitzung. Das ofsentlich
verkündete Urteil lautete wieder auf drei
Monate Gefängnis, aber außerdem auch auf
Degradation.
Leßte Nachrichlen.
München, 13. März. Der ösierreichische
Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand,
wird Mitte April dem König Ludwig einen##e
genbesuch abstatten.
München, 13. März. Vom 1. April wurde
in etatsmäßiger Weise der Regierungsrat im
Staateministerium des Innern Hans Irhr. v.
Welser zum Oberregierungsrat in diesem Ministerium
befördert und Oberregierungerat Ludwig
Fihr. v. Grundherr zum Agl. Polizeipräsidenten
ernannt.
Melilla, 13. März. Ein mit außero#rdentlicher
Heftigkeit wütender Sturm brach
in der vergangenen Nacht aus. Jahlreich: Fischerbarlen
sind gesunken, die Besatzungen wurden
unter ungeheuren Schwierigleiten gerettet. Mehrere
Schiüfe zerschellten an den Kaiz, die schwer
beschädigt wurden. Eine Riesenwelle schwemmte
einen Krahn sort.
Pergnügungsanzeiger.
Im Stadtlinematograph (Mar JoO
lessplan) gelangt ab Samstag, bis einschl. Minwoch,
das mit großer Spannung erwaitele
Kunsiwerk „Atlantie“ von Gerharo Hauptmann
zur Vorführung. Dieses Schauspiel m fünf
Miten erzielt überall größten Erfolg und Bewunderung.
„Atlantis“ wurde dem Prinzen Heinrich
von Preußen nebst Hosgesellschaft auf besonderes
Verlangen im kgl. Schloh zu Kiel mit
außerordentlichem Beisall vorgeführt.Die Inszenictung
des Atlantio-Films hat Vorbereilungen,
Vorkehrungen und Unkosten verursacht, wie
niemals vorher ein anderer Film. Die IJuszenierung
allein hat nach langen Vorbereitungen
über vier Monate angestrengter Arbeit erfordert.
Die Gesamtherstellungsklosten des Negativs
betragen rund 1½ Mill. Mk. Mjt „Allautis“
sieht den Besuchern des Stadt-Kinematl?=graphen
ein außergewöhnlicher Kunstgenuß bevor.
Weiteres siehe Inserat.
Wetterbericht
für Samstag den 14. März
IZnnächst etwas besser, dann von
neuerdings Trübung.
Toleuliste.
Rosenheim: Franz Taver Lehmmer, ebemaliger
Schweinehändler, 72 J.
Gasiber zur „Siadt Rosenbelm,
mschen-Ostbahahof hel. 1120
Ausschank von vorzügl. Lag erdier aus der Ant.-Brauenc
zam „Cwenvräu“, kunkel u hell, vom Faß. Auswahle.
Tche, ka te u. warme Speilsen 3. seder Tagesz. Eigene
Wurst- Meygerel. — Schöne, billige Fremdenslmmer
mu allen Bequemlich#eften. Treffounkt aller Eremden,
Achtungsooll T. Kroifl. Galldosbeiter
1914.
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