Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach auf das Jahr 1840. (24)

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2)  öffentliches  Almosen,  sey  es  an  Geld,  Kost  oder  Wohnung,  empfängt,
oder  das  früher  empfangene,  ohne  von  dessen  Ersatze  durch  Verzichtleistung
  der  Gemeinde  entbunden  worden  zu  seyn,  noch  nicht  ersetzt  hat,

3)  unter  väterlicher  Gewalt  oder  Vormundschaft  gestellt  bleibt,  vorbehältlich
  der  Bestimmung  im  F.  51,

4)  in  Kriminal-Untersuchung  oder  in  Konkurs  befangen  ist,  oder  seine  über
zwei  Jahre  rückständigen  Gemeindeabgaben  nicht  berichtigt  hat.

g.  16.

Solchen  Personen,  die  sich  durch  gesetzwidrige  oder  sonst  unsittliche  Aufführung
  der  öffentlichen  Achtung  verlustig  gemacht  haben,  kann,  wenn  sic  auf
Vorhalt  sich  nicht  genügend  zu  entschuldigen  vermögen,  ohne  daß  es  des  Antrags
  der  betheiligten  Gemeinde  bedarf,  durch  Beschluß  und  Anordnung  der
Orts-Gerichtsbehörde,  die  Stimmberechtigung  bei  vorzunehmenden  Gemeindewahlen
  und  die  Wahlfähigkeit  entzogen  oder  bei  ihrer  Aufnahme  zu  Nachbarn
versagt  werden.

Wer  auf  diese  Weise  von  jenen  Ehrenvorzügen  ausgeschlossen  worden  ist,
darf  erst  nach  fünfjahriger  tadelloser  Aufführung  um  die  Verleihung  oder
Wiederverleihung  derselben  nachsuchen,  was  nicht  ausschließt,  daß  bei  wahrgenommener
  ernstlicher  Besserung,  auch  früher  schon  die  gleiche  Vergünstigung,
auf  Antrag  des  Ortsvorstandes,  gewährt  werden  darf.

Dritter  AUbschnitt.

Veonbden  Heimathsgenossen.

E
Die  in  einem  Orte  Heimathsberechtigten  gehören,  so  lange  sie  im  Gemeindebezirke
  wohnen,  ohne  das  Nachbarrecht  erworben  zu  haben,  der
Ortsgemeinde  als  Heimathögenossen  an.

S.  1#

Denselben  steht,  außer  den  mit  dem  Heimathsrechte  selbst  verbundenen
Befugnissen,  das  Recht  zu,  an  dem  Genusse  der  öffentlichen  Ortsanstalten  Theil
zu  nehmen.