Full text : Deutsches Kolonialblatt. XXII. Jahrgang, 1911. (22)

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forderlich,  daß  jedenfalls  eine  dem  Absatz  3,  Satz  1,  entsprechende  Mindestzahl  der  sämtlichen  Mitglieder
  befragt  werden  muß,  und  daß  die  Beschlußfassung  auch  den  Anforderungen  des  Absatz  3,
Satz  3  und  4,  genügen  muß.  Der  Vorsitzende  hat  vor  der  Herbeiführung  einer  schriftlichen  oder
telegraphischen  Abstimmung  dafür  Sorge  zu  tragen,  daß  der  gemäß  §  66  bestellte  Kommissar  seine
Aufsichtsrechte  wahrzunehmen  vermag.

Ergibt  sich  bei  einer  von  dem  Aufsichtsrate  vorzunehmenden  Wahl  keine  absolute  Stimmenmehrheit
  in  der  ersten  Wahlhandlung,  so  findet  eine  zweite  Wahl  unter  den  beiden  Personen  statt,
welche  die  meisten  Stimmen  erhalten  haben.  Fällt  auf  jede  alsdann  eine  gleiche  Stimmenzahl,  so
entscheidet  das  Los.

46.  Die  Hauptversammlung  kann  die  Wahl  eines  Aussichtsratsmitgliedes  jederzeit
widerrufen.  ,  ·
Sofern  nicht  der  Gesellschaftsvertrag  ein  anderes  bestimmt,  bedarf  der  Beschluß  einer  Mehrheit,
  die  mindestens  drei  Vierteile  des  bei  der  Beschlußfassung  vertretenen  Grundkapitals  umfaßt.

8  47.  Die  Mitglieder  des  Aussichtsrats  können  nicht  zugleich  Mitglieder  des  Vorstandes
oder  dauernd  Stellvertreter  von  Vorstandsmitgliedern  sein,  auch  nicht  als  Beamte  die  Geschäfte  der
Gesellschaft  führen.  Nur  für  einen  im  voraus  begrenzten  Zeitraum  kann  der  Aufssichtsrat  einzelne
seiner  Mitglieder  zu  Stellvertretern  behinderter  Vorstandsmitglieder  bestellen;  während  dieses  Zeitraums
  und  bis  zur  Entlastung  des  Vertreters  darf  der  letztere  eine  Tätigkeit  als  Mitglied  des  Aufsichtsrats
  nicht  ausüben.

Scheiden  aus  dem  Vorstande  Mitglieder  aus,  so  können  sie  nicht  vor  der  Entlastung  in  den
Aussichtsrat  gewählt  werden.

§  48.  Der  Aufsichtsrat  beschließt  seine  Geschäftsordnung.

49.  Die  Mitglieder  des  Aufsichtsrats  erhalten  keine  Vergütung,  jedoch  Ersatz  der  aus
der  Erfüllung  ihres  Berufes  entspringenden  Auslagen  und  eine  Tantieme  nach  §  30  dieser  Satzungen.
Die  Verteilung  der  Tantieme  an  die  Mitglieder  erfolgt  nach  Maßgabe  eines  vom  Aussichtsrate  festusetzenden
  Verteilungsplanes.

Eine  Herabsetzung  der  Vergütungen  kann  jederzeit  durch  die  Hauptversammlung  mit  einfacher
  Stimmenmehrheit  beschlossen  werden.

§*  50.  Alle  Erklärungen  des  Aufsichtsrats  sind  rechtsgültig  vollzogen,  wenn  sie  die  Unterschrift
  „Der  Aufsichtsrat  der  Afrika-Marmor-Kolonialgesellschaft  Hamburg“  und  die  Namensunterschrift
des  Vorsitzenden  oder  seines  Stellvertreters  und  eines  Mitgliedes  des  Aufsichtsrats  tragen.  Der
Aussichtsrat  weist  sich  durch  eine  auf  Grund  der  Wahlverhandlung  ausgefertigte  notarielle  Bescheinigung
  über  die  Personen  seiner  jedesmaligen  Mitglieder  sowie  seines  Vorsitzenden  und  dessen
Stellvertreters  aus.

51.  Neben  der  allgemeinen  Aussicht  über  die  Geschäftsführung  des  Vorstandes,  dem
Recht  zur  Prüfung  der  Bücher  und  des  Bestandes  der  Kasse  und  sonstiger  Vermögensgegenstände
und  den  anderweitig  durch  diese  Satzungen  ihm  zugewiesenen  Befugnissen  steht  dem  Aufsichtsrate
insbesondere  der  Beschluß  zu:

1.  über  die  Grundsätze  für  den  Betrieb  zur  Erreichung  der  Zwecke  der  Gesellschaft
(88  2  und  3);

2.  über  die  Ernennung  der  oberen  Beamten  der  Gesellschaft  in  Deutsch-Südwestafrika
sowie  solcher  Beamten,  welche  ein  jährliches  Einkommen  von  mehr  als  6000  erhalten
  oder  auf  länger  als  drei  Jahre  angenommen  werden,  die  mit  ihnen  einzugehenden
  Verträge  sowie  über  deren  Entlassung;

3.  über  die  Grundsätze  für  Aufstellung  der  Jahresbilanz,  insbesondere  die  Höhe  der
zu  beantragenden  Abschreibungen  und  Reserven  sowie  deren  Vorlegung  an  die
Hauptversammlung  und  Vorschläge  bezüglich  der  Verwendung  und  Verteilung  von
Überschüssen;

.über  andere  Vorlagen  an  die  Hauptversammlung;

Über  die  Abordnung  eines  oder  mehrerer  Mitglieder  des  Aussichtsrats  zu  bestimmten
Geschäften,  insbesondere  zur  Revision  der  von  dem  Vorstand  geführten  Bücher  und
Kassen  sowie  zur  Revision  der  Jahresbilanz;

.  über  die  Bestellung  eines  oder  mehrerer  engeren  Ausschüsse  aus  der  Mitte  des
Aufsichtsrats  und  die  Übertragung  einzelner  Geschäfte  oder  Gattungen  davon  an  diese
Ausschüsse  durch  Vollmacht.  «

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