Full text : Deutsches Kolonialblatt. XXIV. Jahrgang, 1913. (24)

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Nutzen  gewährt.  Die  Ausfuhr  von  Palmfrüchten  beluung
  im  Jahre  1911  nur  162  t,  an  Stelle  von  208  im
Jahre  1896
.  Die  soeben  über  die  Ausfuhr  der

Lalmkerne  angestellten  Betrachtungen  treffen  in  gleicher
Geise  auch  auf  das  aus  dem  Frucht  fleisch  Vewonnene
Valmöl  zu.  Die  Ausfuhr  betrug  im  Jahre
116  t.  Allerdings  hatte  sie  im  Jahre  1910  aon  nur
70  t  betragen.  doch  hatte  sie  im  Jahre  1896  einen
Stand  von  166  t.

iassava.  Diese  Faser,  welche  aus  den

Mattrippen  einer  zur  Familie  der  Ruphia  gehörigen

Lalme  gewonnen  wird,  wird  zu  gewöhnlichen  Bürsten
verarbeitet.  Obgleich  sie  in  dem  ganzen  unter  dem
Aquator  celegenen.  Gebiet  unserer  Kolonie  verbreitet
l.  wird  die  Faser  nur  in  Gabun  gewonnen.  Die
Ausfuhr  hat  heftige  Schwankungen  erlitten,  die  sich
aum  schwer  erklären  lassen,  da  sie  mit  den  hohen  oder
niedrigen  Preisen  nicht  zusammenfallen.  Die  Ausfuhr
betrug  im  Jahre  1896  nur  eine  Tonne.  Sie  stiegear  gui
210  t  im  Jahre  1899,  sank  auf  49t  im  Jahre  1
stieg  wieder  auf  288  t  im  Jahre  1902,  sank  auf  i  i
im  Jahre  1905,  erreichte  2538  t  im  Jahre  1908  und
stand  schließlich  aut  82  t  im  Jahre  1911.  Es  hat  den
Anschein,  als  ob  die  Eingeborenen  von  Gabun  die
Piassava  als  ein  weniger  wichtiges  Produkt  bekrachten,
  mit  dem  es  sich  nur  in  den  Jahren  der
Krise  zu  beschäftigen  lohnt,  wenn  die  anderen  Verlaufsartikel
  versagen.

6.  Hölzer.  Die  Hölzer  des  Gabungebietes  zerfallen
  in  3  Kategorien:  Ebenholz,  welches  gewonnen
wird,  solange  Schiffe  an  die  Küste  kommen,  Okumebolz,
  ein  leichtes  Mahagoni,  welches  seit  1905  zu
einem  wichtigen  Ausfuhrartikel  geworden  ist,  endlich
die  übrigen  schwereren  und  kostspieligeren  Kunsttischlereihölger,
  die  erst  eit  drei  Jahren  in  größeren
Mengen  verschifft  werden

Das  Ebenholz  aus  Gabun  wird  in  den  Gebirgen
gewonnen  und  in  kleinen  Blöcken  verkauft,  die  wegen
ihrer  geringen  Maße  und  der  sich  häufig  zeigenden
Risse  einen  ziemlich  geringen  Preis  haben.  Der
Preis  in  Europa  schwankt  zwischen  150  bis  275  Fr.
für  die  Tonne  je  nach  der  Qualität.  Die  Handelsstalistik
  führt  erst  seit  1002  die  Ausfuhr  von  Ebenholz
Letrennt  auf.  Damals  betrug  sie  2160  jährlich;  im
Jahre  1911  waren  es  nur  noch  496

Das  Okumeholz.  ein  helles,  lecchtes  und  widerstandsfähiges
  Mahagoniholz,  ist  in  Gabun  reichlich
vorhanden  und  kann  leicht  gewonnen  werden.  Durch
das  Vorgehen  der  kolonialen  Händler  ist  es  entwertet
worden,  die,  um  größere  QOuantitäten  zu  verkaufen,
bese  Edelholzart.  welche  die  Kunsttischlerei  schon  lange,
wenn  auch  nur  in  geringem  Maßec,  als  echtes  Mahagoni
nenntie.  als  ein  gewöhnliches  Holz  zu  gleichem  Preise
nie  Fichtenholg  angeboten  haben.  Da  der  Regenfall
den  letzten  Monaten  des  Jahres  1911  und  den  ersten
larnaten  des  Jahres  1912  gering  war,  konnten  im
mufenden  Jahre  die  in  den  Forsten  gefällten  Bäume
nicht-  nach  der  Küste  geflößt  werden.  Ferner  ist  die
gachfrage  in  Deutschland  sehr  lebhaft  geworden.  Die
dreise  steigen  daher  stark.  Die  Knüppel  werden  in
Munburn  mit  70  Fr.  bewertet,  die  vierkantigen  Blöcke
.  .  bis  105  Fr.,  was  einem  Preise  von  35  bis  50  Fr.
o  as  Kuͤbilmeter  entspricht.  Die  Ausfuhr  betrug
m  tnnJanc1902,67·)0tnnJabrcl’249)9

IFshkcmms47648t1mthkc190-,  sum-um
.  190,  33  003  1  im  Jahre  1909,  51  4114  im
hrr  1010  und  91  540  t  im  Jahre  1911.  Die  Produktion
*  Fahres  1912  wird  diese  Zahlen  noch  übersteigen.
geiüc  ndere  Hölzer.  Die  unter  dieser  Rubrik  aufuhrten
  Holzarten  umsassen  das  Mahagoniholz,  welches

 

dem  der  Elfenbeinküste  gleichsteht,  das  unter  dem  Namen
Paduk=  und  Korallenholz  in  Europa  verwandte  Rotholz,
  und  ferner  verschiedene  Holzarten,  die  etwa  dem
Teakholg,  der  Eiche,  dem  Buchsbaum,  dem  Nußbaum,
dem  Birubaum,  der  Akazie  und  dem  Tujaholz  entsprechen.
  Die  Verwaltung  hat  sich  bemüht,  die
europãische  Industrie  mit  diesen  Hölzern  belannt  zu
machen  und  sie  zu  ihrem  Ankauf  IZu  veranlassen,  um  so
eine  methodische  Ausnutzung  der  Forsten  zu  ermöglichen
an  Stelle  der  beklagenswerten  Vergeudung,  welche  das
Niederhauen  einer  einzgigen  Holgart  bedeutet.  Die  Ergebnisse
  sind  recht  bemerkenswert,  da  die  Ausfuhr  von
Edelhölzern,  abgesehen  von  Ebenholz,  Mahagoni  und
Notholz.  im  Jahre  1911  5121  t  gegen  2005  im  Jahre
1910  erreicht  hat,  und  da  die  Nachfrage  in  Europa
reelnöhg.  steigt.

Die  gesamte  Holzausfuhr  betrug  102  340  t  im
Jahre  1911.  Die  höchste  Ziffer  der  früheren  Jahre
war  die  des  Jahres  1908  mit  69  062  k:  im  Jahre  1896
verzeichnete  man  nur  2  t.

K  oo.  Da  Klima  und  Boden  in  Gabun
ebenso  sind  wie  in  Sao  Thomé,  so  erscheinen  sie  für
die  Kultur  von  Kakao  sehr  günstig.  Zahlreiche  Versuche
  sind  seit  20  Jahren  gemacht  worden,  und  zur  Zeit
bestehen  54  enropäische  Unternehmungen  und  zahlreiche
Pflanzungen  der  Eingeborenen,  in  denen  man  sich  dieser
Kultur  widmet.  In  der  Regel  trägt  der  Kakaostrauch
nach  Verlauf  von  vier  Jahren  Früchte.  Infolge  der
von  den  meisten  Pflanzern  gemachten  Fehler  schreitet
die  Produktion  in  Gabun  nur  sehr  langsam  von  Jahr
zu  Jahr  fort.  Die  Pflanger  sind  jedoch  durch  diese
Verzögerung  keineswegs  entmutigt  und  überall,  wo  der
Boden  günstig  erscheint,  werden  die  Kulturen  ausgedehnt.
Jede  dieser  Pflanzungen  hat  ein  Kapital  von  mindestens
50  000  Fr.  erfordert:  eingelne  haben  Anlagekosten  bis
zu  500  000  Fr.  verursacht.  Die  Kakaoausfuhr  erreichte
5t  im  Jahre  1896,  58  t  im  Jahre  1902,  90  t  im
Fahre  1900  und  103  t  im  Jahre  1909.  Im  Jahre  1911
hob  sie  sich  nur  auf  108  1  gegenüber  92  t  im  Jahre  1910.
Man  kann  erwarten,  daß  sich  diese  Menge!  im  Jahre  1914
verdoppelt  haben  wird.  da  zu  dieser  Zeit  die  in  den

letzten  Jahren  mit  größerer  orae  als  früher  angelegten

  Pflanzungen  ertragsfähig  werden.
Kaffee.  Es  gibt  einzelne  Kaffeepflanzungen
im  Süden  der  Kolonie  sowie  natürliche  Vorkommen
des  Kaffeebaums  in  vielen  Gegenden,  namentlich  auf
den  Inseln  des  Kongo,  des  Sangha  und  des  llbangi.
Der  in  der  Kolonie  gewonnene  Kaffee  wird  von  Kennern
geschätzt,  ist  aber  im  Großhandel  unbekannt.  Die  Exporteure
  sind  dadurch  entmutigt,  daß  die  Konkurrenz
des  brasilianischen  Kaffees  die  Preise  auf  ein  sehr
niedriges  Niveau  hat  fallen  lassen.  Nur  eine  Firma
in  Loango  verschifft  regelmäßig  Kaffee  an  eine  Kundschaft,
  die  sie  sich  im  Departement  des  Landes  gewonnen
hat.  Die  Ausfuhr  betrug  im  Jahre  1911  nur  2ht,
ihr  Maximum  hatte  sie  im  Jahre  1898  mit  57  erreicht.
9.  Kopal.  Die  Riesenkopalbänme  kommen  in
seuchten  und  sumpfigen  Gebieten  sehr  zahlreich  vor;  an
Stellen,  wo  die  Rinde  verletzt  ist,  schwiten  sie  ein
durchscheinendes  Harz  aus,  welches  äußerlich  dem
Ambra  gleicht  und  bei  der  Firnisfabrikation  viel  benutzt
  wird.  In  den  ÜUberschwemmungsgebieten  des
oberen  Kongo  haben  die  Ausscheidungen  früherer
Jahre  am  Fuße  der  Bäume  große  Harzklumpen  gebildet,
  welche  in  der  Hochwasserzeit  in  den  Kongo
geschwemmt  und  durch  den  Fluß  bis  zum  Meere  getragen
  werden.  In  den  Sandbänken  und  Anschwemmungen
  des  Flusses  findet  man  häufig  Harzklumpen,
die  an  der  Oberfläche  rauh  und  entfärbt  sind.  aber
in  gereinigtem  Zustande  bis  zu  110  und  125  Fr.  für
100  ka  in  Europa  erlösen.  Ans  den  oben  für  die