Volltext : Deutsches Kolonialblatt. XXVIII. Jahrgang, 1917. (28)

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der  Betrieb  vorläufig  wenigstens  weiter  zu  gehen,
und  die  Pflanzer  konnten  auch  bisher  ihre  Erzeugnisse
  absetzen.  Die  britische  Verwaltung  hat
ihre  Absicht,  die  ausgedienten  chinesischen  Arbeiter
in  die  Heimat  zurückzuschicken,  bisher  nicht  ausgeführt,
  und  die  Pflanzer  durften  mit  den  Chinesen
neue  Kontrakte,  zum  Teil  allerdings  nur  auf  sechs
Monate,  eingehen.  Die  Löhne  find  natürlich
wesentlich  höher  geworden,  sie  bewegen  sich  zwischen
35  und  60  /4  pro  Monat.  Das  eine  Zeitlang
verbreitete  Gerücht,  daß  Nashornkäfer  und  Kakaokrebs
  die  Existenz  der  Pflanzungen  ernstlich  bedroht
und  zum  Teil  so  gut  wie  vernichtet  hätten,  hat
sich  erfreulicherweise  nicht  bestätigt.  Allerdings
haben  beide  Schädlinge,  wie  auch  in  anderen
Jahren,  den  Pflanzungen  Einbuße  getan,  zumal
1915  eine  ungewöhnlich  lange  Regenzeit  herrschte,
doch  scheinen  die  Schädigungen  im  allgemeinen
über  das  gewohnte  Maß  nicht  erheblich  hinausgegangen
  zu  sein.  Die  Nachrichten  über  das
Gedeihen  der  Pflanzungen  lauten  deshalb  auch
im  allgemeinen  zuversichtlich.

Die  leitenden  britischen  Beamten  im  Schutzgebiet
  sind  die  gleichen  geblieben.  Neue  Klagen
über  die  schon  vor  längerer  Zeit  erheblich  verminderte
  Besatzungstruppe  sind  hier  nicht  bekannt
geworden.

An  Verordnungen  sind  seit  dem  letzten  Bericht
ergangen:

1.  Eine  Verordnung  betreffend  die  chinesischen
Kontraktarbeiter.  Sie  enthält  verschiedene  Anderungen
  gegenüber  dem  früheren  Zustande  und  setzt
einen  Mindestlohn  für  die  chinesischen  Kontraktarbeiter
  von  35  sh  pro  Monat  fest.

2.  Durch  Proklamation  Nr.  26  vom  18.  März
sind  mit  Wirkung  vom  1.  April  1916  folgende
Ausfuhrzölle  festgesetzt  worden:

a)Auf  Kopra  10  Sh  per  Tonne,
tb)  .  Kakao  40  Oq
)Kautschuk  1½  d  per  Pfund,
()  =  Erzeugnisse  aus  einem  der  obigen
Produkte  ein  Zoll,  der  nach  Maßgabe  der
auf  dem  Rohmaterial  lastenden  Abgabe
festzusetzen  ist.
Durch  Verordnung  Nr.  27  vom  17.  März
ist  endlich  noch  ein  ausführliches  Verbot  ergangen,
die  erwähnten  Produkte  nach  anderen  als  britischen
Häfen  oder  solchen  der  Alliierten  zu  verschiffen.
4.  Mit  Verordnung  vom  1.  August  1916  sind
bezüglich  des  örtlichen  Handels  mit  Kopra  neue
Bestimmungen  in  Kraft  gesetzt  worden.  Es  darf
nur  reife  Kopra  zubereitet  und  diese  erst  dann  in
Handel  gebracht  werden,  wenn  sie  ordnungsmäßig
getrocknet  ist.  Der  Verkauf  von  grüner,  verdorbener
  oder  unreiner  Kopra  ist  bei  Strafe  verboten.

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Alle  Kopra  muß  vor  dem  Verkauf  durch  die  zuständigen
  Inspektoren  besichtigt  und  über  die
erfolgte  Besichtigung  eine  Bescheinigung  ausgestellt
werden.  Vom  1.  September  1916  ab  ist  der
Koprahandel  nur  noch  mit  schriftlicher,  behördlicher
Erlaubnis  gestattet.  Auf  die  Ausfuhr  von  Kopra
nach  dem  Auslande  bezieht  sich  die  Verordnung
nicht.  Hierfür  bleiben  die  bestehenden  Bestimmungen
  in  Kraft.

5.  Die  Verordnung  vom  4.  August  1916  erklärt
  es  für  ungesetzlich,  Ansprüche  aus  Forderungen
  zu  verfolgen,  für  welche  Hypotheken  oder
sonstige  hypothekarische  Sicherheiten  gestellt  worden
sind.  Ausnahmen  sind  nur  mit  Genehmigung  des
Attorney  General  von  Neuseeland  zulässig.

6.  Eine  Verordnung  vom  30.  August  1916  verfügt,
  daß  die  Kosten  für  alle  Straßen  und  Wege,
die  von  der  britischen  Administration  ausgebaut
werden,  von  den  Anliegern  zu  tragen  sind.

7.  Eine  Bekanntmachung  vom  1.  September
1916  bestimmt,  daß  niemand  Samoa  ohne  Paß  verlassen
  oder  ohne  Paß  in  das  Schutzgebiet  zurückkehren
darf,  der  das  15.  Lebensjahr  zurückgelegt  hat.

8.  Die  Bekanntmachung  vom  26.  September
1916,  betreffend  die  Kontrolle  über  den  Verkauf  von
alkoholischen  Getränken,  verbietet  das  „Freihalten“
anderer  Personen  mit  solchen  Getränken.

9.  Eine  Verordnung  vom  7.  Oktober  1916  fordert
  die  Anmeldung  allen  feindlichen  Eigentums  in
Händen  von  in  Samoa  ansässigen  britischen  Untertanen
  und  die  Anmeldung  alles  Eigentums  britischer
  Einwohner  von  Samoa,  das  sich  in  feindlichen
  Händen  befindet.

Die  Einnahmen  im  Schutzgebiet  haben  für  das
Finanzjahr  1915/16  betragen  an:

1.  Zöllen  33  695  S&l  9  Sh  4  d,

2.  Steuern  und  Lizeuzen  13093  8  -
3.  aus  verschiedenen  son—
stigen  Einnahmen.  950--  19  8

zusammen  47  739  S  17Sh  7  d,
was  einer  Gesamteinnahme  von  nahezu  einer
Million  Mark  entspricht.  Der  Voranschlag  für
1914  beirug  1  190  320  .  Ein  Ausweis  über
die  in  der  gleichen  Zeit  geleisteten  Ausgaben  ist  in
den  bisherigen  Veröffentlichungen  nicht  enthalten.

In  der  Zeit  vom  1.  April  bis  30.  September
1916  sind  folgende  öffentliche  Abgaben  und  Gefälle
  eingegangen:

Einfuhrzölle  13  50  K  ösh  2ed,
Ausfuhrzölle  .  3967-  8  7
Steuern  und  Gebühren  1  227=  9#  10
verschiedene  Einnahmen  557-15  5

zusammen  19  302  LK  198h—d,
also  rund  400  000  Mark.