Full text : Deutsches Kolonialblatt. XXVIX. Jahrgang, 1918. (29)

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§5  3.  (Zu  §3  6  Nr.  2  der  Koiserlichen  Verordnung.)

Inwieweit  Eingeborene  zur  Eintragung  ihrer  Grundstücke  in  das  Grundbuch  oder  das  Landregister
  berechtigt  sind  oder  hierzu  angehalten  werden  können,  bestimmt  in  jedem  einzelnen  Falle  der
Gouverneur.

§*  4.  (Zu  §  8  Abs.  2  der  Kaiserlichen  Verordnung.)

Die  Eigentümer  von  Grundstücken,  welche  von  der  Regierung  oder  mit  Genehmigung  des
Gouverneurs  von  Eingeborenen  erworben  sind,  können  auf  Antrag  des  Gouvernements  von  dem
Grundbuchrichter  durch  Geldstrafen  bis  zu  300  /  zur  Stellung  des  Antrages  auf  Anlegung  eines
Grundbuchblattes,  binnen  einer  vom  Richter  zu  bestimmenden  Frist,  angehalten  werden,  sobald  die
Vermessung  erfolgt  ist.

Personen,  für  welche  Rechte  an  Grundstücken  des  Schutzgebiets  in  das  Grundbuch
eingetragen  werden  sollen,  haben,  wenn  sie  weder  im  Schutzgebiete  wohnen,  noch  sich  dauernd  daselbst
aufhalten,  auf  Erfordern  des  Grundbuchrichters  einen  Vertreter  im  Schutzgebiete  für  alle  die  erste
Anlegung  des  Grundbuchblattes  betreffenden  Angelegenheiten  zu  bestellen  und  dem  Richter  zu  bezeichnen.
Das  gleiche  gilt  für  Gesellschaften,  die  im  Schutzgebiete  nicht  ihren  Sitz  haben.

Die  Erfüllung  dieser  Verpflichtung  kann  durch  Ordnungsstrafen  bis  100  “  erzwungen
werden.  Auch  kann  der  Richter  in  Fällen,  in  denen  ungeachtet  der  Verhängung  von  Ordnungsstrafen
  die  Bestellung  eines  Vertreters  binnen  einer  der  Partei  bekannt  zu  gebenden  Frist  nicht  erfolgt,
einen  Vertreter  von  Amts  wegen  bestellen.

Gegen  die  in  den  §§  4  und  5  bezeichneten  Verfügungen  findet  Beschwerde  nach  den  für
Grundbuchsachen  geltenden  Vorschriften  statt.

§*  6.  (Zu  den  §§  7  und  9  der  Kaiserlichen  Verordnung.)

Als  gültig  im  Sinne  der  §§  7  und  9  der  Kaiserlichen  Verordnung  sind  nur  solche  Vermessungen
  und  Karten  anzusehen,  die  im  Vermessungsbureau  des  Gouvernements  angefertigt  oder
dort  geprüft  und  amtlich  beglaubigt  sind.

5  7.  Die  Vermessungskosten  trägt  stets  der  Antragsteller.  Dieselben  betragen  bei  der  Ausführung
  der  dibermessung  durch  Vermessungsbeamte  des  Gouvernements:

a)  bei  Grundstücken  innerhalb  von  Ortschaften:  bei  einer  Fläche  bis  zu  2500  qm  einen

Pfennig,  für  die  weitere  Fläche  einen  Viertelpfennig  für  jeden  Quadratmeter,

b)  bei  Grundstücken  außerhalb  von  Ortschaften  bei  einer  Fläche  bis  cinschließlich  10  ha  eine
Mark  für  jeden  angefangenen  Hektar,  für  die  weitere  Fläche  bis  einschließlich  100  ha
fünfzig  Pfennig  für  jeden  angefangenen  Hektar,  für  die  100  ha  übersteigende  Fläche
fünf  Pfennig  für  jeden  angefangenen  Hektar.

Ob  ein  Grundstück  als  innerhalb  oder  außerhalb  einer  Ortschaft  gelegen  anzusehen  ist,  entscheidet
  im  Zweifelfalle  das  zuständige  Bezirksamt.

§5  8.  (Zu  §2  der  Verfügung  des  Reichskanzlers.)

Grundbücher  werden  angelegt  für  den  Umfang  des  gesamten  Schutzgebietes.  Die  Bestimmung
der  Ortschaften  oder  Bezirke,  für  welche  die  einzelnen  Bände  des  Grundbuches  anzulegen  sind,  bleibt
den  Beamten,  denen  die  Bearbeitung  der  Grundbuchsachen  nach  §  1  der  Verfügung  des  Reichskanzlers
obliegt,  überlassen.

§  9.  Als  amtliche  Verzeichnisse  der  Grundstücke  im  Sinne  des  §  2  Abs.  2  der  Grundbuchordunng
  dienen  bis  auf  weiteres  die  Vermessungsakten  des  Gonvernements.

Windhoek,  den  23.  Mai  1903.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
Leutwein.

XIV.  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Südwestafrika  zur  Abänderung
  der  Ausführungsbestimmungen  des  Gouverneurs  von  Deutsch-Südwestafrika  vom
23.  Mai  1913  (Kol.  Bl.  S.  357)  zu  der  Kaiserlichen  Verordnung,  betreffend  die  Rechte  an
Grundstücken  in  den  deutschen  Schutzgebieten,  vom  21.  November  1902  (eichsgesetzblatt
S.  283)  und  der  hierzu  erlassenen  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  30.  November  1902
(Kol.  Bl.  S.  568).
Vom  10.  Mai  1913.
Auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichsgesetzblatt  1900  S.  813)  und  des  §  5
der  Verfügung  des  Reichskanzlers,  betreffend  die  seemannsamtlichen  und  konsularischen  Befugnisse