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daran, ihn in allgemeiner Bekanntschaft zu erhalten. Anselm
und alle seine Nachfolger benutzten noch immer, bei
ihren Sammlungen, die falschen Dekretalen, und zogen noch
immer die Stelleu aus, welche dem Interesse ihres Patrons
so ganz entgegen waren. Wie sehr hat man sich zu hüten,
die Menschen in der Geschichte nicht allzu klug und allzu
spstematisch handeln zu lassen, und wie wird die Geschichte
erst dadurch getreues Bild des menschlichen Lebens und
treue Führerin in Beuxtheilung des Gangs unsrer eigenen
Zeitgenossen.
K. 13.
Die zweite, bisher noch ungedruckte Sammlung aus
den Zeiten Gregor's VII. ist vom Cardinal Deusdedit. Er
war eben so eifriger Anhänger Hildebrand's als Anselm, und
schrieb auch wie dieser eine eigene Schrift gegen dic Schismatiker.
Den Werth seiner Sammlung, die sich, wie aus
der Anmerkung erhellt, in vier Bücher theilt, machen mehrere
seltene Stücke aus, welche er bei seinem Zutrite zum roͤmischen
Archiv sehr leicht erhalten konnte. Weil sich nun nach
und nach die Ideen christliche Kirche und rdmische Kirche
identificirten, weil in dem damaligen Kampf über die Kirchenfreiheit
auch von den Privilegien der rmischen Kirche
manches Angenehme und Unangenehme gesagt wurde, auf
der Seite des rmischen Hofs jetzt eine Zeit der Prätensionen
war, so rückte er die Schenkungs-Urkunden ein, welche
die roͤmische Kirche von Ludwig dem Frommen und Otten
dem Großen hatte, und fügte zum Beweis der päbftlichen
Hoheit die Cidesformulare bei, nach welchen der Herzog
Robert von Apulien und die Fürsten von Capua hatten
schwören mussen. Soll man sich wundern oder nicht wundern,
daß die Vallerini, welche wohl wußten, wie sehr über