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weitere Beweise ihrer Treue und Anhänglichkeit gegeben.
In zahlreichen Briefen an ihre Landsleute
und au ihre früheren Herren sowic an sonstige Bekannte
in Spanien haben Eingeborene aus Kamerun
noch in letzter Zeit zum Ausdruck gebracht, wie sehr
sie den traurigen Ausgang des Krieges bedauerten
und wie sehr sie es herbeisehnten, daß Deutschland
wieder Kamernun als Kolonic zurückerhielte. Sie haben
in ihrer Herzensnot auch in Bittschriften, die sie an
ihren neuen Schutzherrn, den König von Spanien, gerichtet
haben, gerade zu gefleht, daß alles eingesetzt
werden möge, um Deutschland wieder in den Besitz
seiner Kolonie Kamernn zu setzen. Eine dieser Bittschriften
ging aus von den 117 überlebenden Häuptlingen
aus Klein-Bokoko; es schlossen sich dann an in
getrennten Bittschriften die katholischen Christen, die
Mohammedaner und schließlich auch die Soldaten. Ihre
Sorge vor der Zukunft unter französischer Herrschaft
war stärker als die Rücksicht auf die hiergegen erhobenen
Bedenken. Wir wollen hoffen und zugleich den
Wunsch aussprechen, daß ihnen aus ihrer Trene und
Anhänglichkeit von den Franzosen als ihren neuen
Schutzherren nicht allzu große Nachteile für ihre Zulunft
erwachsen mögen. Es sind in dieser Begiehung in
dankenswerter Weise sowohl von dem päßpstlichen Nuntius
in Madrid als auch von der spanischen Regierung
auf Anregung der deutschen Verwaltung bei der Entente
Schritte getan worden. Wir aber wollen an dieser
Stelle mit dem Wunsche, daß den braven Kamernner
Eingeborenen keine Nachteile aus ihrer Treue zu ihren
bisherigen Schutzherren erwachsen mögen, zugleich den
Dank für eine derart hingebende und opferwillige
Tätigkeit verbinden. (Lebhafte Zustimmung.)
Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich zum
Schlusse meiner Ausführungen noch wenige Dankesworte
an alle diejenigen aussprechen, die tren für
unse e Kolonien gearbeitet haben. Ich weiß nicht, ob
ich noch einmal Gelegenheit haben werde, an dieser
Stelle den verdienten Dank zum Ausdruck zu bringen.
und darum möchte ich die heutige Etatsberatung hierzu
verwerten. Das deutsche Volk in seinen breitesten
Schichten würde es nicht begreiflich finden, wenn von
dem Kolonialministerium und von unseren Kolonien
ohne jeden Sang und Klang Abschied genommen
würde. (Sehr wahr!)
Im Volke ist der koloniale Gedanke gerade in
den letzten Jahren vor Kriegsausbruch ohne Unterschied
der Parteien immer mehr durchgedrungen. Wenn
wir auch den wahren Wert unserer Kolonien leider
erst zu dem Zeitpunkte völlig erkannten, als wir sie
verloren haben, so darf ich doch die erfreuliche Tatsache
feststellen, daß das Verständnis für unsere Kolonialpolitik
und Kolonialwirtschaft in stctig wachsendem
Umfange die breitesten Schichten der Bevölkerung, alle
Schichten und Erwerbsgruppen erfüllt hat und daß die
Uberzeugung von der Notwendigkeit kolonialer Beleiligung
für unsere nationale und wirtschastliche
*i
Weitereniwicklung Gemeingut des deutschen Volkes geworden
ist. Meine Damen und Herren! So lassen
Sie mich denn an erster Stelle — ich glaube sagen
zu dürfen, im Namen des ganzen Volkes — unserer
bewährten und trefflichen Schutztruppe danken lebhafte
Zustimmung), den herzlichen Dank aussprechen
allen Offizieren und Mannschaften unserer Schuttruppe,
die in trener Hingebung für ihr deutscher
Vaterland, für Rolonie und Heimat gestritten und gelitten
haben. „Aravo!) Des Uaterlandes treues Angedenken
bleibr vornehmlich unauslöschlich gesichert all
den wackeren Helden, die fern von der Oeimat ani
afrikanischer Erde jetzt der kühle Rasen deckt. Meine
Damen und Herren!: Wenn ich meinen Dank an die
Schutztruppe ausspreche, so möchte ich damit verknüpfen
die Dankesbezeugung an alle früheren und gegenwärrigen
Mitglieder der Kolonialverwaltung in der
Zentrale und auch in den Schutzgebieten für ihre raftlose
und erfolgreiche Arbeit. (Bravo“!) Weiter gebührt
der Dank des ganzen deutschen Volkes, also namenslich
auch der deutschen Nationalversammlung. den
Farmern, den Kaufleuten, den Pflanzern und den
Missionaren für ihre treue kulturelle und zivilisatorische
Pionierarbeit. (Lebhafte Zustimmung.) Endlich, an
letzter, aber nicht an unwichtigster Stelle, danke ich
allen Eingeborenen der Schutzgebiete für ihre Tüchtigkeit
und für ihr kraftvolles Mitarbeiten im Kriege
(Bravol), für ihr vertrauensvolles Zusammenarbeiten
mit der deutschen Verwaltung an dem gemeinschaftlichen
Ziele der Erschließung und der kulturellen Entwicklung
der Schutzgebiete. (Bravol)
Meine Herren und Damen! Mit dieser Daulsagung
glaube ich die zuversichtliche Hoffnung verbinden
zu sollen, daß die deutsche Kulturarbeit in
Afrika, in der Südsee und in den übrigen Schutzgebieten
nicht vernichtet, sondern für die spätesten
Zeiten erhalten wird. Die Eingeborenen in unseren
Schutgebieten werden uns nicht vergessen, und wir
werden auch ihnen eine dankbare Erinnerung bewahren.
(Bravo!) Der koloniale Gedanke aber und
das sei das letzte Vermächtnis des Kolonialministers
an das deutsche Volk = muß uns wacherhalten bleiben.
Wenn wir auch zur Zeit unsere Kolonien verloren
haben, den kolonialen Gedanken dürfen wir nicht ersterben
lassen. (Beifall.) Ich spreche darum die Hofinung
aus, daßt dieser koloniale Gedanke sich weiter
pflangen möge von Ort zu Ort. von Geschlecht zu Geschlecht.
Zur Durchführung des kolonialen Gedankens
müssen alle Stände und Schichten der Bevölkerung
zielbewußt mitwirken, an erster Stelle aber die kolonialen
Gesellschaften, die sich mit anerkennenswertem
Bemühen und Erfolg die Kolonialarbeit angelegen
sein lassen. «
Wir-wollenhoffen,daßdicscitnichtfdrnishwo
im friedlichen Austausch der Gedanken eine Revision
des Friedensvertrags erfolgen wird. Einer der Herren
Redner hat gestern dem Gedanken Ausdruck geneben,