Full text : Lehrbuch der Geburtshülfe für die Preußischen Hebammen.

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die  Menge  des  abgegangenen  Blutes  zu  unterrichten.  Ehe  nicht
regelmäßige  Nachwehen  sich  einstellen,  und  die  Wärme  des  Koͤrpers
wiederkehrt,  kann  leicht  eine  neue  Blutung  eintreten.  Bel  großer
Schwäche  gebe  die  Hebamme  der  Entbundenen  etwas  Fleischbrühe,
oder  Wasser  mit  Eigelb,  Zucker  und  Zimmet,  jedesmal  in  geringer
Menge;  auch  wohl  einen  bis  zwel  Eßlössel  Wein,  oder  Branntwein,
mit  Wasser  verdunnt.  Immer  ist  auch  jetzt  noch  der  Beistand  eines
Arztes  dringend  nothwendig,  um  so  dringender,  je  größer  die

Schwäche  ist.

g.  344.

Sehr  selten  sind  die  Fälle,  wo  nach  der  Geburt  bei  zusammengezogener
  Gebärmutter  ein  ununterbrochener  Blutfluß
  aus  den  Geburtstheilen  stattfindet.  Hatie  der  Mutterkuchen
vorgelegen,  so  kann  die  Blutung  dadurch  bedingt  sein,  daß  der
unterste  Theil  des  Gebärmutterkörpers,  wo  der  Mutterkuchen
seinen  Sitz  hatte,  sich  ungenügend  zusammenzieht,  während
der  ganze  obere  Theil  der  Gebärmutter  gut  zusammengezogen  ist  und
sich  hart  anfühlt  (s.  o.  8.  183.).  Dagegen  muß  bei  einem  regelmäßigen
  Sitze  des  Mutterkuchens  die  Ursache  der  regelwidrigen  Blutung
  alsdann  in  Verletzungen  der  Geburtswege  während
der  Geburt  gesucht  werden.  Die  Blutungen  aus  Gebärmutierund
  Scheidenrissen  sind  bereits  besprochen  worden  (s.  o.  8.  234.,
252—253.);  von  der  Blutung  aus  Dammrissen  wird  weiter  unten
noch  die  Rede  sein.

2.  Von  der  verzögerten  Lösung  und  Ausstoßung  der
Nachgeburt.

g.  345.

In  der  Regel  erfolgt  der  Abgang  der  Nachgeburt  in  der  ersten
Stunde  nach  der  Geburt  des  Kindes.  Ein  längeres  Zurückbleiben
  derselben  ist  regelwidrig  und  kann  herrühren:

1.  Von  einer  mangelhaften,  entweder  zu  schwachen,  oder
ungleichmäßigen  Zusammenziehung  der  Gebärmutter.  Die