Full text : Das Staatsrecht des Deutschen Reiches. Dritter Band. (3)

8  75.  Das  Bankwesen.  139

Zwölftes  Kapitel.
Die  inneren  Angelegenheiten.

S  75.  Das  Bankwesen*).
A.  Die  Verwaltung  der  Reichsbank.

I.  Allgemeine  Grundsätze.

Auf  Grund  des  Reichsgesetzes  vom  14.  März  1875  ist  unter  dem
Namen  »Reichsbankc«  eine  Bank  mit  dem  Hauptsitz  in  Berlin  errichtet
  worden,  welche  unter  Aufsicht  und  Leitung  des  Reiches  steht
und  durch  Organe  des  Reiches  verwaltet  wird  !),  Von  den  Geschäften
derselben  gilt  im  allgemeinen  dasselbe,  was  von  denen  der  Post  aus-*),

  Gesetzgebung:  Die  Ordnung  des  Notenbankwesens  erfolgte  durch  das
Bankgesetz  vom  14.  März  1875  (Reichsgesetzbl.  S.  177)  und  Statut  der
Reichsbank  vom  21.  Mai  1875  (Reichsgesetzbl.  S.  203).  Dem  Entwurf  des  Bankgesetzes
  (vom  5.  Mai  1874)  sind  sehr  ausführliche  Motive  beigegeben  (Drucksachen
  des  Deutschen  Reichstages  II.  Sess.,  1874,  Nr.  27).  Die  vom  Reichstag  eingesetzte
  Kommission  erstattete  ebenfalls  einen  sehr  ausführlichen  und  beachtenswerten
  Bericht,  welcher  in  den  Drucksachen  a.a.  O.  Bd.  4,  Nr.  195  enthalten
ist.  Die  Verhandlungen  des  Reichstages  Stenograph.  Berichte  1874/75,  S.
1265  ff.,  1435  ff.

Reichsgesetze  vom  18.  Dezember  1889  (Reichsgesetzbl.  S.  201)  und
vom  7.  Juni  1899  (Reichsgesetzbl.  S.  311).  Zu  letzterem  Entwurf  mit  Begründung,
Drucksachen  des  Reichstags  1898/99,  Nr.  95.  Kommissionsbericht  ebenda  Nr.  209.
Verhandlungen  Stenogr.  Berichte  S.  696  ff.,  1965  ff.,  1993;  betreffend  die  Abänderung
des  Bankgesetzes.  Verordnung  vom  3.  September  1900  (Reichsgesetzbl.
S.  793)  betreffend  Abänderung  des  Statuts  der  Reichsbank.

Reichsgesetz  v.1l.  Juni  1909  (Reichsgesetzbl.  S.  515)  betreffend  Aenderung
des  Bankgesetzes.  Stenogr.  Berichte  des  Reichstags.  I.  Sess.  1908.  Anlage  Nr.  1178.
Verhandlungen  darüber  S.  7043  ff.;  8397;  8411.

Reichsgesetz  v.  20.  Februar  1906  (Reichsgesetzbl.  S.  318)  betr.  die  Ausgabe
  von  Banknoten  zu  50  und  20  Mk.  Stenogr.  Berichte  des  Reichstags  1905/06.
2.  Anlageband  Nr.  35.  Verhandlungen  Bd.  I  S.  699  Bd.  II  S.  1295;  1358.

Literatur:  Mitteilungen  aus  den  Gesetzgebungsmaterialien  des  ursprünglichen
Bankgesetzes  gibt  Soetbeer.  Deutsche  Bankverfassung.  Erl.  1875.  Die  Reichsbank
  1876-1900.  Jubiläumsschrift,  herausgegeben  vom  Reichsbankdirektorium
1901.  Wagner  in  Schönbergs  Handbuch  der  polit.  Oekonomie  (4.  Aufl)  IS.
412  ff.  und  in  v.  Holtzendorffs  Rechtslexikon  Bd.3  S.  345ff.  R.  Kochin  v.  Stengels
Wörterbuch  des  D.  Verwaltungsrechts  II  S.  169  ff.  und  in  Buschs  Archiv  f.  Handelsund
  Wechselrecht  Bd.  33  S.  139ff.  R.  Beutler,  Die  Reichsbank  Berlin  1909.  J.
Breit,  Bankgesetz,  Berlin  1911.  Rießer,  Die  deutschen  Großbanken.  4.  Aufl.
1912  S.  127  ff.  Dalchow  in  Hirths  Annalen  1912  S.  288,  379,  423.  Zahlreiche
Aufsätze  finden  sich  in  dem  seit  1900  erscheinenden  Bankarchiv.  —  Ferner
Zorn  Staatsrecht  IIS$S  34,  HänelIS.  681  ff.  Löning  Verwaltungsrecht  S.  641  fg.
G.  Meyer-Dochow,  S.  340  ff.  Berücksichtigt  ist  das  Bankgesetz  auch  in  den
Werken  über  das  Handelsrecht,  besonders  in  Lehmanns  Lehrbuch  $  177,  und
über  das  Bürgerl.  Gesetzbuch.

1)  Bankgesetz  $  12,  $  26  ff.