Full text : Meyers Großes Konversations-Lexikon. Dritter Teil. (3)

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gelsetze.  und  der  Ausgleich  mit  Ungarn  und  schließlich
die  Taaffesche  Ara  1879—93.  Harte  Schläge  für  F.
J  waren  der  Tod  des  Kronprinzen  Rudolf,  die  Erdolchung
  der  Kaiserin  (10.Sept.  1898  in  Genf),  der  Verlust
  mehrerer  Familienmitglieder,  zuletzt  die  Ermordung
  des  Erzherzog-Thronfolgers  Franz  Ferdinand
und  von  dessen  Gemahlin  (28.  Juni  1914),  die  zum
Weltkrieg  führte,  sowie  Hchwerr  innere  Krisen  in  dkerreich
  und  in  Ungarn.  Am  28.  Juli  1914,  dem  Tage
der  Kriegserklärung  Osterreichs  an  Serbien,  erließ  8
J.  einen  Aufruf,  in  dem  er  die  Völler  seines  Reiches
angesichts  der  slawischen  Gefahr  zur  Eintracht  ermahnte;
  den  Treubruch  Italiens  kennzeichnete  er  in
einer  Kundgebung  vom  23.  Mai  1915.  Vgl.  Emmer,
60  Jahre  auf  Habsburgs  Throne  (Wien  1908,2  Bde.);
Arno  Schneider,  Kaiser  F.  J.  I.  (das.  1908).  —
Bild  s.  Bd.  I  bei  S.  22.
Französisch-AUgnatorialafrika.  Die  Farbigen
aus  F.  wurden  durch  Erlaß  vom  18.  Dez.  1914  zum
Heeresdienst  eingezogen;  vgl.  Naturvölker.
Französisch-Ginterindien.  Die  erpnziesi
der  Farbigen  seit  dem  18.  Dez.  1914  zum  Dienst  an
der  Front  in  Frankreich  rief  eine  andauernde  Gärung
im  Lande  hervor,  die  im  Frühjahr  1915  zur  Verhängung
  des  Belagerungszuftandes  über  Tongking
und  Kotschinchina  führte.  Vgl.  Naturvölker.
Französisch-Westafrika.  Der  Versuch,  Ende
1915  gegen  50000  Mann  zu  rekrutieren,  führte  zu
schweren  Unruhen,  die  erstnach  sechsmonatigem  hartem
Kampf  niedergeschlagen  werden  konnten.
Frauendank.  Unter  dem  Namen  Kriegsspende
deutscher  Frauen=  vereinigten  sich  Februar  1916  etwa
16000  beutscher  Frauenvereine  jeder  Art,  um  in  Angliederung
  an  die  Organisationen  der  Kriegsbeschädigbenfürsorce
  diefinanz.  Unterstützung  d.  Frauen  u.  Kinder
  von  Gefallenen  u.  Kriegsbeschädigten  zu  fördern,
wozu  sich  in  ganz  Deutschland  Landes.,  Provinzialund
  Ortsausschüsse  bildeten.  Ein  in  Sachsen  gegr.  F.
1914  befaßte  sich  bes.  mit  der  Kriegersiedlung  in  Zusammenarbeit
  mit  dem  Heimatdank  (77  Ortsgruppen
mit  50000  Mitgl.  u.  220000  Mk.  Jahresbeiträgen).
Prnenpen  s.  Nationaler  Frauendienst.
ranenfrage.  über  die  zur  F.  gehörigen  Probleme,
  besonders  soweit  sie  Deulschland  betreffen,  sowie
  über  einschlägige  Literatur  s.  Bd.  II,  S.  344ff.;
vgl.  auch  Frauenstädium  und  Frauenwahlrecht.
„Frauenlob-,  deutscher  Kleiner  Kreuzer,  sank  in
der  Seeschlacht  am  Skagerrak,  vgl.  Bd.  II,  S.  252.
Frauenstudium.  Das  F.  hat  im  Kriege  in  ganz
bedeutendem  Maße  zugenommen.  Im  Sommer  1917
betrug  die  Zahl  der  Frauen  an  deutschen  Universitäten
6204  Studierende  (bei  58774  männlichen,  von  denen
ch  aber  46790  beim  Hcere  befanden),  im  Sommermester
  1919  betrug  die  Zahl  7946  Studierende  und
1454  Hörerinnen  (männlich:  79  119  bzw.  9670).
Frauentwahlrecht.  Das  F.  machte  in  verschiedenen
  Staaten  im  Kriege  bedeutende  Fortschritte.
In  Dänemark  wählten  die  Frauen  1915  zum  erstenmal
  zum  Storthing  mit.  In  England  wurde  das
F.  1918  eingeführt;  hier  erhielten  6  Mill.  Frauen
das  Stimmrecht.  In  Deutschland  wurde  das  F.
in  der  Revolution  bei  den  Wahlen  zu  den  Verfassunggebenden
  Versammlungen  des  Reiches  u.  der  Einzelstaaten
  eingeführt,  ebenso  in  Rußland,  Deutschösterreich
  u.  Ungarn;  in  Frankreich  wurde  es  von
der  Senatskommission  am  19.  Juli  1919  verworfen.
Frethalean.  s.  Luftballon.  l(gerangriffe  s.  Baden.
reiburg  i.  B.,  bad.  Kreisstadt.  über  feindl.  Flie-Deut



Französisch-Aquatorialafrika  —  Frenzela

Freie  Bahn  dem  Tüchtigen,  vom  Reichskanzler
v.  Bethmann  Hollweg  am  28.  Sept.  1916  im  Reichs
tag  gerügtes  Schlagwort.

Freie  Vaterländische  Vereinigung,  28.  Febr.
1915  von  versch.  Parteien  und  Ständen  in  Berlin
gear  Vereinigung  (Vors.:  Prof.  Kahl  u.  Geh.  Komm.=at

  Borsig)  zur  Erhallung  der  durch  den  Krieg  erwachsenen
  inneren  Einheit  des  deutschen  Volkes.

Freiheit-,  1918  in  Berlin  gegr.  nabhängige
sozialdem.  Zeitung,  offiz.  Parteiorgan  der  U.  S.  P.  D.

reiheitsanleihe,  Name  der  ersten  amerikanischen
  Kriegsanleihe;  diese  apab  (23.  Juni  1917)
3  Milliarden  Dollar.  —  In  Rußland  wurde  am
19.  April  1917  von  der  provisorischen  Regierung  eine
F.  zur  Zeichnung  aufgelegt.

Freiheit  der  Meere.  über  die  F.  im  Rahmen  der
nationalen  Kriegszielbewegung,  im  Friedensangebot
des  Vierbundes  vom  12.  1916  vgl.  Bd.  II,  S.
5,  6  und  173f.;  Englands  übergriffe  vgl.  Bd.  II,  S.
336.  —  über  die  Gestaltung  der  Dinge  gemäß  dem
Friedensschluß  f.  S.  142.

Freikofel,  Berg  in  Kärnten,  an  der  ital.  Grenze,
östl.  vom  Plöcken,  wurde  6.  Juni  1915  von  den  österr.=ungar.
  Truppen  nach  vorübergehender  Besetzung  durch
die  Italiener  zurückerobert  und  gehalten.

reischärler,  s.  Franktireurs.

iwillige,  s.  Kriegsfreiwillige.  —  Seit  Anfang
1919  wurden  für  den  Grengschu  owie  zur  Aufrechterhaltung
  von  Ruhe  und  Ordnung  im  Lande  neue
F.  n-Regimenter  in  allen  Teilen  Deutschlands  gebildet,
  die  von  den  unabhäng.  Sozialdemokraten  als
„Träger  der  Gegenrevolution  ##  scharf  bekämpft  wurden.
  —  F.nkorpss,  s.  Bd.  II,  S.  447  und  Fremdenlegion.
  —  F.S  Automobilkorps,  s.  Automobilkorps.
  —  F.  Krankenpflege,  s.  Rotes  Kreuz.

Fremdenlegion  (légion  étrangere),  franz.  Freiwilligenkorps,
  meist  aus  Ausländern  (elwa  50  Proz.

46  1831  zur  Eroberung  Algeriens  gebildet,
kämpfte  1870/71  an  der  Loire.  Die  F.  hatte  seit  1897
2  Reg.  zu  je  6  Bat.,  zu  je  4  Feld=  und  2  Depolkomp.  —
Amnestie  für  F.  s.  Amnestie-Erlaß.

Fremdvöfker,  die  in  einem  Nationalitätenstaalt
von  dem  führenden  Volke  beherrschten  Kleinvölker,
bes.  Rußlands;  ihnen  billigte  der  Grundsatz  vom
Selbstbestimmungsrecht  der  Völker  Autonomie  zu.
Vgl.  Bd.  I.  S.  hz  Bd.  I,  S.  387.

Fremdwort.  Über  den  Kampf  gegen  das  F.  in
Deutschland  s.  Bd.  L.  S.  352ff.

Freuch,  Sir  John,  engl.  General,  geb.  28.  Sept.
1852  zu  Ripple  Vale  in  Kent,  1895  Oberst,  zeichnete
sich  im  Burenkriege  1899—1902  aus,  entsetzte  1900
Kimberley,  wurde  1902  Korpskommandant,  1907  Generalinsp.,
  1911  Generalstabschef  der  brit.  Armee,  1913
Feldmarschall.  F.  führte  1914  die  in  Frankreich  kämpsenden
  engl.  Truppen,  die  27.  Aug.  1914  die  Nieder.
lage  bei  St.  Quentin  erlitten,  kämpfte  später  im  Verbande
  des  franz.  Heeres  und  versuchte  im  nördl.  Abschnitt
  der  Westfront  (insbes.  Mai  1915)  die  deutsche
Front  zu  durchbrechen,  leitete  dann  mit  den  Franzosen
eine  Entlastungsoffensioe  ein  und  wurde  Dez.  1915
als  Viscount  oberstkommand.  Feldmarschall  der  brit.
Truppen;  als  solcher  schlug  er  1916  den  Aufstand  in
Irland  nieder.  6.  Mai  1918  wurde  F.  Vizekönig  von
Irland.  Ein  Anschlag  auf  F.  Jan.  1920  blieb  erfolg.
los.  F.  gab  seine  Kriegserinnerungen  heraus.  —  Bild
s.  Bd.  II  bei  S.  175.

Frenzela,  rechter  Nebenfluß  der  Brenta  in  den  Sieben
  Gemeinden.  Das  strategisch  wichtige  F.ttal  war