Volltext : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1914 (1)

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3.  Post=  und  Tele  graphen  Wesen.

Aenderungen  der  Postordnung  vom  20.  März  1900.

Auf  Grund  des  §.  50  des  Gesetzes  über  das  Postwesen  des  Deutschen  Reichs  vom  28.  Oktober
  1871  wird  die  Postordnung  vom  20.  März  1900  in  solgenden  Punkten  geändert:
1.  Im  §.  3  „Außenseite“  ist  im  Abs.  I  nach  dem  ersten  Satze  —  also  hinter  dem  Worte
„vermerken“  nach  zutragen:
Diese  sämmtlichen  Angaben  können,  außer  bei  Sendungen  mit  Werthangabe  (C.  14),  auch  durch  aufgeklebte
  -  o  stellt  werden.
§.  7  „Postkarlen“  sind  die  ersten  kesen  Sätze  des  Abs.  IV  —  von  „Der
Supfänger“  bis  „des  Absenders."  —  g  stre
3.  Im  dit  8.  8  „Drucksachen“  ist  im  Abs.  X  Giich  Zeile  3  zu  setzen  statt  „den  Tag“:
ie
4.  Im  v.  12  „Packete“  erhält  Abs.  III  folgenden  Wortlaut:
III  Eine  Vereinigung  von  gewöhnlichen  Packeten  mit  Einschreibpacketen  oder  Packeten  mit
Werthangabe  sowie  von  Einschreibpacketen  mit  Packeten  mit  Werthangabe  zu  einer  Postpacketadresse  ist

nicht  zuläff.
n  &  50  „An  wen  die  Bestellung  geschehen  muß"  sind  in  der  fünften  Zeile  des

25  II  die  Worte  „oder  seines  Bevollmächtigten“  zu  streichen.
6.  In  demselben  §.  (39)  ist  am  Schlusse  der  Bestimmungen  unter  Abs.  XlII  hinzu- 



"

zufügen:

Ist  ein  Testamentsvollsrrecker  oder  Nachlaßpfleger  ernannt,  so  sind  die  Sendungen  an  diesen
auszuhändigen.

7.  Im  §.  42  „Abholung  der  Postsendungen“  ist  unter  Abs.  I  der  dritte  Satz:  „Die  Aushändigung
  erfolgt  innerhalb  der  Postschalterdienststunden.“  zu  streichen.
Als  Abs.  II  und  III  sind  folgende  Bestimmungen  einzuschieben:

II  Die  Aushändigung  erfolgk  entweder  am  Poftschalter  innerhalb  der  Postschalterdienststunden
(8.  30  II)  oder,  wenn  die  Postbehörde  dem  Abholer  auf  besonderen  Antrag  ein  verschließbares  Abholungssach
  (Schließfach)  überlassen  hat,  durch  Einlegen  in  dieses  Fach,  dessen  Leerung  durch  den  Abholer  nach
besonderer  Festsetzung  der  Postverwaltung  auch  außerhalb  der  Postschalterdienststunden  zulässig  ist.  Auch
bei  Ueberlassung  eines  Schließfachs  müssen  Sendungen,  die  ihres  Umfanges  wegen  nicht  darin  aufgenommen
  werden  können,  Nachnahmesendungen  und  mit  Porto  belastete  Sendungen,  wenn  der  Empfänger
das  Porto  nicht  stunden  läßt,  am  Postschalter  in  Empfang  genommen  werden.

III  Für  die  Ueberlassung  eines  verschließbaren  Aallunossac  nebst  zwei  Schlüsseln  wird  eine
jährliche  Gebühr  von  12  .¾  bei  gewöhnlicher  Größe  und  18  J14  bei  größerer  Abmessung  erhoben.  Die
Gebühr  ist  vierteljährlich  im  voraus  zu  entrichten.  Die  Ueberlassung  geschieht  zunächst  auf  die  Dauer
eines  Jahres.  Fällt  der  Endpunkt  nickt  mit  dem  Ablauf  eines  Kalendervierteljahrs  zusammen,  so  dauert
die  Ueberlassung  bis  zum  Ablaufe  des  Vierteljahrs.  Erfolgt  nicht  drei  Monate  vorher  eine  schristliche
Kündigung,  so  verlängert  sich  die  Ueberlassung  auf  unbestimmte  Zeit  unter  Vorbehalt  einer  dreimonatigen,
nur  zum  Ende  eines  Kalendervierteljahrs  zulässigen  schriftlichen  Kündigung.

Eine  Verpflichtung  zur  Ueberlassung  von  Schließfächern  besteht  für  die  Postverwaltung  nicht.
Diese  ist  auch  bercchtag,  die  Ueberlassung  eines  Faches  jederzeit  ohne  Kündigung  zurückzuziehen;  alodann
wird  die  erhobene  Gebühr  u.  U.  antheilmäßig  zurückgezahlt.

Sodann  sind  die  Abs.  I  bis  VI  mit  IV  bis  VIII  anderweit  zu  bezeichnen.
Vorstehende  Aenderungen  treten  mit  dem  1.  Mai  1901  in  Kraft.
Berlin,  W.  66,  den  8.  April  1901.
Der  Reichskanzler.
In  Vertretung:  v.  Podbielski.