Volltext : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1915 (2)

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Nr.  20.  1915.  115

mandos  gestattet.  Im  Übertretungsfall  werden  die  Insassen  festgenommen,
  das  Kraftfahrzeug  wird  beschlagnahmt.

Für  den  Verkehr  militärischer  Kraftwagen  gelten  folgende  Sonderbestimmungen:

  Der  Ausweis  der  militärischen  Insassen  von  Militär-Kraftfahrzeugen
  ist  nicht  von  einer  Polizeibehörde,  sondern  von  einer
Militärbehörde,  vom  Bataillonskommando  und  den  im  Rang  gleichstehenden
  Militärbehörden  aufwärts,  auszustellen  und  abzustempeln.
Von  einer  Photographie  wird  abgesehen,  sofern  die  Insassen  Uniform
tragen.  Für  die  militärischen  Führer  von  Kraftfahrzeugen  sind  die
sonst  vorgeschriebenen  Ausweispapiere  für  Führer  und  Kraftwagen
nicht  erforderlich.

Auf  „Halt“-Rufe  oder  -Zeichen  hat  jedes  Kraftfahrzeug  sofort  zu  halten.

  Bei  Annäherung  an  eine  Sperre  ist  langsam  zu  fahren  und
rechtzeitig  Halt  zu  machen.  Auf  Fahrzeuge,  die  die  Sperre
durchbrechen,  wird  geschossen.

IV.  Allgemeine  Richtlinien  zur  Ausstellung  von  Bescheinigungen  für  Reisen  ins
Ausland  aus  dem  Bezirk  des  IX.  Armeekorps,  unter  Aufhebung  der  Bekanntmachung

  vom  4.  Dezember  1914  (Rbl.  Nr.  138).

Für  deutsche  Staatsangehörige:

1.  Nach  Belgien  östlich  der  Linie  Eschen—Antwerpen—Brüssel—
Mons—Grenze  nördlich  Meubeuge  (einschließlich  dieser  Orte).

Die  Reise  kann  nur  auf  Grund  eincs  Geleitscheines  des  stellvertretenden

  Generalkommandos  erfolgen,  für  dessen  Ausstellung  erforderlich  ist:

a)  Vorschriftsmäßiger  Paß.
b)  Ausdrückliche  Erklärung  der  Polizeibehörde,  daß  nach  deren  Ansicht

der  Antragsteller  in  jeder  Beziehung  vertrauenswürdig  ist  und  daß
kein  Spionageverdacht  vorliegt.

T)  Genügende  Begründung  des  Reisezweckes  unter  Beibringung  von  Belegen.



4)  (Bei  rückkehrenden  Flüchtlingen)  der  Nachweis  genügender  Mittel,

um  dem  Antragsteller  für  einige  Zeit  die  Erhaltung  ohne  Einkommen
aus  eigenem  Vermögen  zu  ermöglichen.