Full text : Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen vom Jahre 1908. (74)

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Evangelisch-lutherische  Landeskonsistorium  das  Verhältnis  zur  Landeskirche  auflösen.  Vor
dem  Beschlusse  ist  der  in  §  2  erwähnte  Synodalausschuß  zu  hören.  Die  Auflösung  tritt
drei  Monate  nach  Eingang  der  Eröffnung  bei  der  Gemeindevertretung  in  Kraft.

Will  eine  Gemeinde  kraft  Beschlusses  ihrer  Vertretung  das  Verhältnis  zur  Landeskirche
  freiwillig  lösen,  so  ist  dieser  Beschluß  schriftlich  zu  beurkunden  und  dem  Evangelischlutherischen
  Landeskonsistorium  anzuzeigen.  Er  tritt  drei  Monate  nach  Eingang  beim
Evangelisch-lutherischen  Landeskonsistorium  in  Wirksamkeit.

Mit  der  Auflösung  des  Verhältnisses  erlöschen  für  die  zugeordneten  Geistlichen,  soweit
sie  nicht  in  den  Dienst  der  Landeskirche  treten  oder  mit  Pension  in  den  Ruhestand  oder  in
Wartegeld  versetzt  werden,  die  aus  ihrer  Zugehörigkeit  zur  Landeskirche  herrührenden  Ansprüche
  an  die  Landeskirche  und  an  die  für  deren  Zwecke  bestehenden  staatlichen  Kassen  und

Einrichtungen  vorbehältlich  der  den  Geistlichen  nach  den  §§  9  und  10  etwa  erwachsenen
Rechte.

8  18.  Der  einem  Geistlichen  für  seine  Person  nach  §  6  gewährte  Anschluß  an  die
Landeskirche  erlischt,  sobald

1.  der  Angeschlossene  aufhört  evangelisch  -lutherischer  Geistlicher  zu  sein  oder
2.  die  Aufhebung  des  Anschlusses  vom  Evangelisch-lutherischen  Landeskonsistorium  oder
von  dem  Geistlichen  dem  anderen  Teile  erklärt  ist.

Der  dritte  Absatz  des  §  17  findet  entsprechende  Anwendung.
Dresden,  am  12.  März  1908.
Die  in  Evangelicis  beauftragten  Staatsminister.
Dr.  von  Rüger.
Dr.  von  Otto.
Graf  von  Hohenthal  und  Bergen.
Dr.  Beck.

Knüpfer.