Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1915 (2)

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Nr.  78.  1915.  125

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Für  die  vom  Werk  bezogene  Energie,  gleichviel,  wo  und  wozu  dieselbe  von  der  Abnehmerin
  in  ihrem  Versorgungsgebiet  verwendet  wird,  werden  bis  auf  weiteres  folgende
  Höchstpreise  gezahlt:

die  ersten  400  000  Kwstd.  kosten  10  Pf.  pro  Kwstd.,
die  zweiten  400  000  „  „  7Pf.  „  „  „
alle  weiteren  „  „  6  Pf.  „  „

Die  Strompreise  gelten  für  Hochspannungsstrom  von  30  000  Volt  und  mehr.  Das
Werk  übernimmt  bei  einmaliger  Transformierung  die  über  5%  Primärleistung  hinausgehenden,
  in  der  Hauptstation  entstehenden  Verluste.  Die  Abrechnung  hierüber  erfolgt
  jedesmal  am  Schlusse  eines  Betriebsjahres.  Zur  Festsetzung  dieser  Verluste  wird
ein  Kontrollzähler  hinter  den  Transformatoren  auf  Kosten  der  Abnehmerin  eingebaut.

-  Die  angegebenen  Preise  beziehen  sich  auf  den  zwischen  je  2  Zonen  liegenden  Anteil
des  Gesamtverbrauchs.  Die  Berechnung  nach  dem  ersten  Zonenpreis  beginnt  mit  jedem
Jahr  von  neuem.  «

Die  Abnehmerin  gewährleistet  vom  Ende  des  ersten  vollen  Betriebsjahres  ab  gerechnet
  eine  jährliche  Mindeststromabnahme  von  ..  ...  .  ...  Kwstd.  A+.  /"
oweit  nicht  ein  von  der  Abnehmerin  nicht  verschuldeter  Umstand  die  Abnahme  einchränkt
  oder  unmöglich  macht.  Dauert  eine  Stromunterbrechung  mehr  als  12  Stunden,
o  verkürzt  sich  die  von  der  Abnehmerin  gewährleistete  Mindestabnahme  nach  dem  Verhältnis
  des  in  dem  betreffenden  Monat  festgestellten  durchschnittlichen  Stundenberbrauchs.
  Mangelnder  Verbrauch  entbindet  die  Abnehmerin  nicht  von  ihrer  Gewähreistung.
  ·

Sollten  im  Deutschen  Reiche  oder  im  Großherzogtum  Mecklenburg-Schwerin
während  der  Vertragsdauer  Elektrizitätssteuern  eingeführt  werden  und  dem  Werk  zur
Last  fallen,  so  erhöht  sich  der  von  der  Abnehmerin  zu  zahlende  Strompreis  um  den

 

 

 

 

Betrag  der  Steuer.

Den  Umfang  der  Strompreiserhöhung  auf  Grund  der  Ziffer  28  bestimmt  das
Ministerium  des  Innern,  dem  das  Werk  die  erforderlichen  Berechnungen  einzureichen
hat.  Die  Bestimmung  des  Ministeriums  ist  endgültig.

Die  Strompreise  (Ziffer  25)  haben  einen  Kohlenpreis  der  Lübeckischen  Gaswerke
franko  Lübeck  in  Höhe  von  15  J/  pro  Tonne  zur  Voraussetzung.  Steigt  der  Kohlenpreis
  über  15  —,  so  erhöht  sich  der  Preis  der  Kilowattstunde  für  jede  angefangene
1  ¾  vom  Grundpreis  von  15  —/  ab  gerechnet,  um  0,125  Pf.  -  -

Sinkt  der  Kohlenpreis  wieder,  so  sind  die  Strompreise  entsprechend  bis  auf  den
Grundpreis  herab  zu  ermäßigen.

Eine  Erhöhung  des  Preises  für  die  Kilowattstunde  auf  Grund  der  vorstehenden
Bestimmungen  ist  erst  zulässig,  wenn  der  Kohlenpreis  ein  Jahr  lang,  vom  1.  Januar
bis  31.  Dezember  gerechnet,  durchschnittlich  mehr  als  15  “  für  die  Tonne  betragen  hat.

Soll  auf  Grund  dieser  Bestimmungen  der  Strompreis  erhöht  werden,  so  hat  das
Werk  dem  Ministerium  des  Innern  die  Erhöhung  der  Kohlenpreise  nachzuweisen,

worauf  dieses  die  Erhöhung  genehmigen  wird,  wenn  die  Voraussetzung  dazu  nachgewiesen

  ist.  Die  Bestimmung  des  Ministeriums  ist  endgültig

Die  Preiserhöhung  darf  nur  solange  beibehalten  werden,  als  im  Jahresdurchschnitt
  der  sie  begründende  höhere  Kohlenpreis  besteht.  Die  Höhe  dieses  Durchschnittspreises
  hat  das  Werk  dem  Ministerium  des  Innern  nachzuweisen.