Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1915 (2)

Nr.  79.  1918.

Bekanntmachung.

kehr  der  Bevölkerung  mit  den  in  landwirtschaftlichen  Betrieben  unterwurraibs
  e  Berpingen  in  den  nötigen  Schranken  zu  halten,  bestimme  ich  auf
Grund  der  §§  4  und  9  des  Gesetzes  über  den  Belagerungszustand  vom  4.  Juni  1851
in  Verbindung  mit  Artikel  II  H  der  Verordnung  vom  25.  Juni  1867  (Gesetz-Sammlung
Seite  921)  im  Interesse  der  öffentlichen  Sicherheit  für  den  Umfang  des  Korpsbezirks
für  die  Dauer  des  Kriegszustandes  das  Nachstehende:

81.
Nachdem  an  verschiedenen  Orten  des  Korpsbezirks  Kriegsgefangene  untergebracht
sind,  wird  der  Bevölkerung  verboten:

a)  das  Sprechen  oder  jeglicher  Verkehr  mit  den  Kriegsgefangenen,  sofern  er
nicht  durch  die  Arbeitsbeschäftigung  der  Gefangenen  bedingt  und  durch  den
militärischen  Wachtmann  oder  den  Arbeitgeber,  d.  i.  in  den  Gemeinden  der
Gemeindevorsteher,  ausdrücklich  gestattet  wurde,

b)  die  Verschaffung  des  Genusses  von  alkoholischen  Getränken  für  die  Kriegsefangenen,


e)  gr  Wigabe  von  Feuerzeug,  Messern,  scharfen  Werkzeugen  oder  Waffen  an
die  Kriegsgefangenen.

8  2.

Zuwiderhandlungen  hiergegen  werden  gemäß  §  9  des  Gesetzes  über  den  Belagerungszustand
  vom  4.  Juni  1851  mit  Gefängnis  bis  zu  einem  Jahr  bestraft.
Altona,  den  12.  Mai  1915.

442

 

Der  stellvertr.  kommandierende  General.

v.  Roehl,
General  der  Artillerie.

(2)  Bekanntmachung  vom  17.  Mai  1915,  betreffend  Vollzug  der  Prüfungsvorschriften
  für  die  Fleischbeschauer  und  die  Trichinenschauer.

Die  in  Nr.  16  des  Zentralblattes  für  das  Deutsche  Reich  von  1915  veröffentlichte
Bekanntmachung  des  Reichskanzlers  vom  23.  April  1915,  betr.  den  Vollzug
der  Prüfungsvorschriften  für  die  Fleischbeschauer  und  die  Trichinenschauer,  wird
nachstehend  zur  allgemeinen  Kenntnis  gebracht.

Schwerin,  den  17.  Mai  1915.

Großherzoglich  Mecklenburgisches  Ministerium,  Abteilung  für
Medizinalangelegenheiten.

Langfeld.