Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1916 (3)

Nr.  33.  1916.  161

Belkianntmachung

über  Ausnahmen  von  der  Verordnung  über  die  Herstellung  von  Süßigkeiten  und
Schokolade  vom  16.  Dezember  1915  (Rl.  S.  821).  Vom  2.  Februar  1916.

Auf  Grund  der  §§  1  Abs.  2,  7  Abs.  2  der  Verordnung  des  Bundesrats  über  die
Herstellung  von  Süßigkeiten  und  Schokolade  vom  16.  Dezember  1915  RGBl.  S.  821)
wird  zur  Ergänzung  der  Bekanntmachung  über  die  Herstellung  von  Süßigkeiten  vom
30.  Dezember  1915  (Reichsanzeiger  Nr.  308)  folgendes  bestimmt:

Artikel  I.  ·
-1.GewerblicheBetriebe,indeneninderZeitvom1.0ktober1914bisZO.September
  1915  nicht  mehr  als  20  Doppelzentner  Zucker  zu  Süßigkeiten  verarbeitet  sind
oder  deren  Zuckerverarbeitung  zu  Süßigkeiten  in  der  gleichen  Zeit  nach  §  2  Abs.  2  der
Bekanntmachung  über  die  Herstellung  von  Süßigkeiten  vom  30.  Dezember  1915
(Reichsanzeiger  Nr.  308)  auf  nicht  mehr  als  20  Doppelzentner  geschätzt  wird,  werden
von  der  Vorschrift  des  §  1  der  Verordnung  über  die  Herstellung  von  Süßigkeiten  vom
16.  Dezember  1915  (RGl.  S.  821)  ausgenommen.
2.  Der  Zuckeranteil  der  gewerblichen  Betriebe,  die  nicht  unter  §  1  fallen,  kann
von  der  Zucker-Zuteilungsstelle  für  das  deutsche  Süßigkeitsgewerbe  in  Würzburg  auf
wenigstens  20  Doppelzentner  festgesetzt  werden.

Artikel  u.
Diese  Bekanntmachung  tritt  mit  dem  Tage  der  Verkündung  in  Kraft.
Berlin,  den  2.  Februar  1916.

Der  Reichskanzler.
Im  Auftrage:  Kautz.

(4)  Bekanntmachung  vom  21.  Februar  1916,  betreffend  Maßregeln  zur  Entlastung
  der  Landesirrenanstalten.
Die  Überfüllung  in  den  Landesirrenanstalten  hat  allmählich  eine  solche  Höhe
erreicht,  daß  sich  schon  jetzt  Maßregeln  zur  Entlastung  der  Anstalten,  insbesondere
  der  Anstalt  Gehlsheim,  vernotwendigen.

Die  Ortsobrigkeiten  und  Armenbehörden  werden  es  sich  deshalb  angelegen
sein  lassen  müssen,  mit  auswärtigen  öffentlichen  Irrenanstalten  oder  mit  Privatirrenanstalten
  so  bald  wie  möglich  Vereinbarungen  zu  treffen,  nach  welchen  sie
die  Gelegenheit  haben,  Geisteskranke,  für  die  ihnen  rechtlich  die  Fürsorge  obliegt,
dort  in  angemessener  Weise  unterzubringen.