Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1916 (3)

838  Nr.  166.  1916.

1.  Für  die  Beamten,  die  sich  an  der  fünften  Kriegsanleihe  beteiligen  wollen
und  die  entweder  für  die  vierte  Kriegsanleihe  keinen  Gehaltsvorschuß  erhalten
oder  den  empfangenen  Gehaltsvorschuß  am  2.  Januar  1917  vollständig  zurückgezahlt
  haben,  kann  die  Zeichnung  und  die  Zahlung  des  Zeichnungspreises  bis
zum  Betrage  von  1000  —  zu  pvgl.  jedoch  Ziffer  2  —  durch  die  Großherzogliche
  Renterei  zu  Schwerin,  für  die  Beamten  der  Eisenbahnverwaltung  jedoch
durch  die  Großherzogliche  Eisenbahnhauptkasse  zu  Schwerin  vermittelt  werden.

2.  Den  Beamten,  die  solche  Vermittelung  in  Anspruch  nehmen,  dürfen
Gehaltsvorschüsse  bis  zu  1000  -4,  jedoch  nicht  über  ein  Viertel  ihres  Jahresgehalts
  hinaus,  gewährt  werden.

Soweit  die  Beamten  höhere  Beträge  zeichnen  wollen,  bleibt  ihnen  überlassen,
  sich  an  ein  Bankgeschäft  oder  eine  sonstige  Zeichnungsstelle  zu  wenden.

3.  Die  gewährten  Gehaltsvorschüsse  sind,  soweit  möglich,  in  durch  5  teilbaren
  vierteljährlichen  oder  monatlichen  Teilbeträgen,  je  nachdem  das  Gehalt
vierteljährlich  oder  monatlich  gezahlt  wird,  in  der  Zeit  vom  2.  Januar  1917
bis  spätestens  1.  Juli  1918  in  der  Form  von  Gehaltsabzügen  zurückzuzahlen.

4.  Die  Renterei  bezw.  die  Eisenbahnhauptkasse  zeichnet  in  Höhe  des  angemeldeten
  Gesamtbetrages  und  in  den  gewünschten  Stücken  5%  ge  Kriegsanleihe
und  eröffnet  jedem  Anmelder  ein  Konto,  auf  das  ihm  die  Vorschußabträge  mit
5  v.  H.  Zinsen  gutgeschrieben  werden.  Die  gutgeschriebenen  Zinsen  kommen  bei
dem  letzten  Vorschußabtrag  in  Anrechnung.

Nach  vollständiger  Rückzahlung  des  Gehaltsvorschusses  werden  die  Schuldverschreibungen,
  die  bis  dahin  Eigentum  der  Renterei  bezw.  der  Eisenbahnhauptkasse
  bleiben,  dem  Anmelder  nebst  einer  Abrechnung  ausgehändigt  werden.

Die  Großherzoglichen  Behörden  und  Dienststellen  haben  die  ihrem  Dienstbereich
  angehörigen  Beamten  von  dieser  Vergünstigung  umgehend  in  Kenntnis
zu  setzen.  Diejenigen  Beamten,  welche  von  der  Vergünstigung  Gebrauch  machen
wollen,  haben  bis  spätestens  15.  September  1916  bei  ihrer  Behörde
oder  Dienststelle  den  Betrag,  der  für  sie  gezeichnet  werden  soll,  und  den  Betrag,
der  vierteljährlich  oder  monatlich  auf  den  Gehaltsvorschuß  zur  Rückzahlung  gelangen
  soll,  schriftlich  anzumelden.

Die  Behörden  und  Dienststellen  haben  die  eingegangenen  Anmeldungen
zu  prüfen  und  nebst  einer  Zusammenstellung  nach  dem  nachstehend  abgedruckten
Muster  bis  zum  18.  September  1916  an  die  Großherzogliche
Renterei  bezw.  an  die  Großherzogliche  Eisenbahnhauptkasse
  zu  Schwerin  einzusenden.

Schwerin,  den  2.  September  1916.

Großherzoglich  Mecklenburgisches  Staatsministerium.
v.  Blücher.