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Hierauf kocht man das Ganze nochmals auf, läßt dasselbe 6 Stunden in der Wärme
stehen, gießt die klare Flüssigkeit durch ein Filter von bekanntem Aschengehalte, wäscht den
im Becherglase zurückbleibenden Niederschlag wiederholt mit heißem Wasser aus, indem man
jedesmal absetzen läßt und die klare Flüssigkeit durch das Filter gießt, bringt zuletzt den
Niederschlag auf das Filter und wäscht so lange mit heißem Wasser, bis das Filtrat mit
Silbernitrat keine Trübung mehr erzeugt. Filter und Niederschlag werden getrocknet, in
einem gewogenen Platintiegel verascht und geglüht; hierauf befeuchtet man den Tiegelinhalt
mit wenig Schwefelsäure, raucht letztere ab, glüht schwach, läßt im Exsikkator erkalten
und wägt.
Lieferte die Prüfung ein positives Ergebnis, so ist das Fleisch im Sinne der Ausführungsbestimmungen
D § 5 Nr. 3 als mit schwefliger Säure, schwefligsauren
Salzen oder unterschwefligsauren Salzen behandelt zu betrachten. Liegt ein Anlaß
vor, festzustellen, ob die schweflige Säure unterschwefligsauren Salzen entstammt, so ist in
folgender Weise zu verfahren:
b) 50 g der zerkleinerten Fleischmasse werden mit 200 cem Wasser und Natriumkarbonatlösung
bis zur schwach alkalischen Reaktion unter wiederholtem Umrühren in einem
Becherglase eine Stunde ausgelaugt. Nach dem Abpressen der Fleischteile wird der Auszug
filtriert, mit Salzsäure stark angesäuert und unter Zusatz von 5 g reinem Natriumchlorid
aufgekocht. Der erhaltene Niederschlag wird abfiltriert und so lange ausgewaschen, bis im
Waschwasser weder schweflige Säure noch Schwefelsäure nachweisbar sind. Alsdann löst
man den Niederschlag in 25 cem 5 prozentiger Natronlauge, fügt 50 cem gesättigtes
Bromwasser hinzu und erhitzt bis zum Sieden. Nunmehr wird mit Salzsäure angesäuert
und filtriert. Das vollkommen klare Filtrat gibt bei Gegenwart von unterschwefligsauren
Salzen im Fleische auf Zusatz von Baryumchloridlösung sofort eine Fällung von
Baryumsulfat.
4. Nachweis von Fluorwasserstoff und dessen Salzen.
25 38 der zerkleinerten Fleischmasse werden in einer Platinschale mit einer hinreichenden
Menge Kalkmilch durchgeknetet. Alsdann trocknet man ein, verascht und gibt den Rückstand
nach dem Zerreiben in einen Platintiegel, befeuchtet das Pulver mit etwa drei Tropfen
Wasser und fügt 1 cem konzentrierte Schwefelsäure hinzu. Sofort nach dem Zusatze der
Schwefelsäure wird der behufs Erhitzens auf eine Asbestplatte gestellte Platintiegel mit
einem großen Uhrglase bedeckt, das auf der Unterseite in bekannter Weise mit Wachs überzogen
und beschrieben ist. Um das Schmelzen des Wachses zu verhüten, wird in das Uhr
glas ein Stückchen Eis gelegt.